Mit Körper und Geist


Allein im Kerzenlicht

Das Kerzenlicht tauchte seine Konturen in Gold. Immer wenn sein fragender Blickt mich durchbohrte, seine Erscheinung wie ein elektrischer Regen auf meiner Haut war, frage ich mich ob Goblin meine Beklemmung und meine Angst spürte, die ungehindert an die Oberfläche trat.
Schwerer Weingeruch hing in der Luft und versorgte meine Gedanken mit ausreichend Nahrung.
Meine Bewegungen waren schleppend, wenn nicht sogar hypnotisierend, denn der Wein hatte seine Wirkung nicht verfehlt und schon bald breitete sich dieses köstliche Empfinden aus, das mich zum schlafen zwang.
Goblin lehnte lässig an einen der Türpfosten und sah mir dabei zu, wie ich das Weinglas balanceartig hin und her schwenkte während ich den aromatischen Geruch einatmete.

„Wenn es etwas gibt das mir Angst macht, dann ist es deine Anwesenheit.“ Es kränkte ihn nicht, er sah mich an, als hätte ich ihn nie angesprochen. Grelles Licht überflutete den Park und Autos reihten sich lärmend in den Verkehr in New Orleans ein. Ich spürte den nächtlichen Tau, der von den Bäumen herüber wehte. Goblin sah dem allen gelassen entgegen, es kümmerte ihn nicht, das ich in Trunkenheit schwelgte und mit glasigem Blick seine Umrisse beobachtete. „Quinn liebt mich und ich auch Quinn.“ Sein karger Wortumfang rührte wohl daher, das er sich die letzten Nächte ziemlich verausgabt hatte.
„Ich liebe dich auch nur bin ich heute nicht in der Stimmung deinem Treiben nachzugehen.“
Zuerst dachte ich, er hätte sich aufgelöst, wäre aus dem Zimmer entschwunden aber dann merkte ich den leichten Druck auf meiner Schulter und die Umrisse seiner Hand die darauf lastete. Er beugte sich soweit vor, das ich sogar seinen Atem spüren konnte. „Quinn werde ich beschützen, ich liebe dich.“ Ich wollte seine Hand von meiner Schulter stoßen aber seine unmittelbare Nähe und die intime Berührung an meinem Glied veranlasste mich, anders zu entscheiden. Als sein Gewicht, das mir immer so verlockend vorkam auf meinem eigenen lastete, erinnerte ich mich an die Zeit, als wir uns dessen so bewusst waren. Als ich mich schämte mit Goblin etwas so intimes anzufangen.
Ich küsste ihn ungeschickt, mit geöffnetem Mund während er fordernd seine Zunge in meinen Mund schob und sein Gewicht auf meine Beine verlagerte.
„Es ist entzückend, einfach köstlich Goblin, bitte lasse es nie enden.“ Dann sagte er mir in entzückender Darbietung: „Oh ja, Quinn wird glücklich sein.“ All diese Worte empfing ich als süße Gabe, als einen glücklich, prickelnden Genuss der nie verebben wollte, sondern immer wieder neu entfacht wurde. Ich fiel tiefer in die Sitzkissen und schob mein Bein, wenn auch sehr langsam, zwischen die Goblins.
Ich sah die Röte seiner Wangen, das flackernde Feuer seiner dunklen Augen und die Hand, die sich fest um mein Glied schloss. Die Erektion war so stark, das sie schmerzte aber ich genoss den süßen Schauer der Erregung.

Er hatte meine Hose bereits geöffnet und seine Hand behände hineingeschoben während ich mich klammernd an die Sitzpolster drückte. Um mich nicht ganz dem Gefühl der Hilflosigkeit auszuliefern, tat ich gefühlsbedingt das, was Goblin wohl von mir erwartete. Ich ließ meine Hand in seine Hose gleiten, die Härte seines Gliedes überraschte mich und ich spürte den klebrigen Samen auf meiner Haut der wieder neue und gleichzeitig alte Erinnerungen wach rief.
„Goblin und Quinn vereint für immer.“ Ich nickte als es vorbei war und viel erschöpft in den Sessel.
Er verschwand und ich sah nur noch ein vages Flimmern und hörte das Klirren der Kronleuchter.

Auf dem Boden und an meiner Hose schimmerte das Sperma und mein Gesicht war durch den Alkohol wie durch Goblins Zärtlichkeiten gerötet.
Um nicht ganz dem trägen Gefühl des Alkohols zu verfallen, beschloss ich einen Spaziergang zu tätigen, der meine müden Knochen und meinen Kreislauf wieder in Schwung bringen sollte.
Und ich behielt Recht mit meiner Vermutung, die kühle Luft tat mir wirklich gut und schon bald fühlte ich mich besser.

Wer die Vampirchroniken von Anne Rice kennt wird wissen um wem es geht.