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    Und so schrieb er nieder

    LEX

    Was soll man über einen Menschen erzählen, der im Leben nie viel zu sagen hatte? Nun ja, nicht mehr und nicht weniger als das was uns heute zu Grunde liegt.
    Es gibt Orte, an denen man sich aufhält weil man sich dort eingerichtet hat und es gibt Orte die man lieber meidet.

    Sein Stüblein lag drunten im Keller doch zog er es vor, sich im ungemütlichen Dachboden niederzulassen um seine Sicht der Dinge auf Papier zu bringen. Schon jetzt kann ich sagen, dass Papier für ihn das gewesen ist, was für die meisten Menschen der nächste und liebste Ansprechpartner bedeutet. Es schien so als würde er immer dort und mit seinen Gedanken woanders sein. Niemand kannte ihn richtig weil es weder für ihn noch für Andere einen Grund dafür gegeben hat.
    Doch dies ist kein Grund warum man nicht über ihn reden könnte. Man redete sogar sehr viel über ihn und bildete mit allem Hochgenuss Vorurteile wie man sie sich oft und gerne bildet.
    Wenn viele über das Selbe reden, dann selten über etwas Gutes und so war es auch hier. Die Menschen seiner Umwelt hatten bereits ein klares Bild von ihm gerahmt ohne jemals einen Pinsel gesehen zu haben. Dies ist sicherlich einer der vielen Gründe für all das, was folgte und für alles was nie in die Tat umgesetzt wurde.
    Der junge Mann von dem wir sprechen war und ich betone das Wort war, so normal wie die Gesellschaft - er war verrückt -.
    Wenn wir hier von Normalität und Gesellschaft sprechen, dann bedeutet das keinesfalls, dass wir von etwas gutem sprechen denn was normal ist wird immer von einem Anderen, von einer außenstehenden Person als solches beurteilt.
    Den Namen den er trug war so unwichtig wie alles was er selbst von dieser Welt gehalten hat.
    Die wenigen Leute die ihn riefen ließen meist ein leises Fredderik von den Lippen.
    Sich selbst gab er den Namen Lybrikos: warum auch immer?
    Er verdiente sein Geld, wohnte in Miete, kaufte ein, schlief, aß und trank wie jeder andere auch. Doch was ihn zu dem machte was er wirklich gewesen ist spielte sich ausschließlich in seinem Kopf und auf dem Papier ab. Er selbst hielt alles was er dachte und schrieb, für enorm wichtig. Er war der Meinung es hätte einen existenziellen Wert für die noch lebende und für die folgende Gesellschaft, für seine Gesellschaft.
    Was lehnte Fredderik ab? Oberflächlichkeit, Unwahrheit, Vorurteile, Sinnlosigkeit, Schwäche und am allermeisten Dummheit. Seine Ablehnung, ich möchte sagen, sein Hass gegen die eben genannten Eigenschaften war Grundstein für alles was er dachte, äußerte und schrieb.

    Sein Vordenker doch niemals sein Vorbild war Friedrich Willhelm Nietzsche.
    Fredderik verschlang alles, von der Geburt der Tragödie über die fröhliche Wissenschaft bis zu dem ausdrücklichsten Werk Also sprach Zarathustra. So fand er einen Mitdenker der sich trotz seines Ablebens glücklich schätzen durfte, dass Fredderik sich manchmal mit ihm unterhielt. Aus dem für Fred`s Alter reichhaltigem Wissen schufen sich ganz eigene Wahrheiten die ihm das Leben sehr viel verständlicher machten als es im eigentlichen Sinne ist. Fred war nie ein guter Redner, das wusste er und stand es sich auch ein, was er doch recht selten machte. Wenn man Fred als - normaler - Mensch beschreiben will, würde man sagen, dass er ein Philosoph, Aphoristiker, Freidenker und vor allem Größenwahnsinniger Mensch gewesen ist. Die Werte welche er sich zum Leitsatz seines Handelns machte ließen ihn eine Welt erschaffen die in seinen Augen der einzig richtige Weg ist das Überleben der lebenswerten Menschen für die Zukunft zu sichern. Er sah klar voraus, dass die Menschheit mit ihrer Ausbeutung der Erde und ihrer ständig zunehmenden Vermehrung keine besonders
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    hohe Lebenserwartung mehr besaß. Er sah voraus, dass kommende Kriege und Umwelt -katastrophen diesen einzigen Planeten den wir haben in kürzester Zeit zerstören würden. Er hasste die verweichlichte Politik unserer Gesellschaft, welche sich an Werte klammert die nichts weiter als Hindernisse für eine lebensfähige Zukunft darstellen.
    Mit den einfachstem Wort welches uns hier zugrunde liegt kann man sagen: er hatte Angst.
    Er hatte Angst vor all den Dingen, die für die Gesellschaft eher von beiläufiger Bedeutung sind. Für ihn war deutlich, dass die Menschen denen es auf der Welt gut geht nur einen kleinen Anteil der gesamten Weltbevölkerung ausmachen. Er selbst zählte sich zu den Leuten denen es außerordentlich gut geht und er wollte auch selbstverständlich nicht darauf verzichten.
    Nur wie könnte es ihm weiterhin gut gehen, wenn es der Welt zunehmend schlechter ging?
    Diese Rechnung ging nicht auf und so schuf er sich was das Ende unserer Gesellschaft bedeuten würde.
    Er schrieb so vieles nieder was schlussendlich in seiner persönlichen Krönung die Zukunft der lebenswerten Menschen bedeutet hätte.
    Gehen wir einige Zeit zurück und betrachten was Fred denn so bewegte und was sein kranker und genialer Geist so fabrizierte.
    Wie schon gesagt hielt er alles was er dachte für wichtig und schrieb somit auch vieles auf was uns heute zu Grunde liegt.
    Seinem Größenwahn gingen die Gefühle der Minderwertigkeit und des Selbstmitleids voraus.
    Psychologisch gesehen ist das die perfekte Karriere eines eben größenwahnsinnigen und selbstüberschätzenden Psychopaten daher darf es uns hier nicht wundern, dass die früheren Tagebucheinträge und Gedichte von Minderwertigkeitsgefühlen durchgraben sind.


    Und so schrieb er nieder:

    Sommer 1996

    Was geht in mir vor???
    Alles scheint mich zu erdrücken, fühl mich beobachtet, wie auf einer Bühne.
    Fühle mich wie neben dem Gleis, versuche mitzukommen doch der Zug ist schneller.
    Ich bin allein.
    Alles schaut auf mich herab, meine Hände zittern, seit Tagen nichts gegessen.
    Was soll’s. Egal.
    Gehe an meine Grenzen um andere Probleme zu verdrängen. Was mach ich nur???
    Ich will und kann nicht mehr. Alle haben Ihren Platz im Leben doch ich bin vom Stuhl gefallen und betrachte mir nun die Sohlen der Gesellschaft, die wahren Gesichter von denen ich getreten werde. Bin wie ein Spielball, der imaginären Kritik der Titanen ausgesetzt. Bin hier und doch nicht anwesend, gehöre nicht dazu. Zwei Gesichter, zwei Welten. Draußen grün, drinnen schwarz. Grün ist die Hoffnung doch traue ich mich nicht raus. Zuviel Angst, ohne mich wäre nichts anders in diesem Schauspiel Welt. Alles ist ein großer Film und ich bin ein kleiner Statist...ein Satz, ein Schuss der Statist ist tot. Kurzer Auftritt von niemand wirklich registriert – sinnlos einfach sinnlos.

    Diese Zeit war noch fern von dem was aus Fred wurde aber sie baute schon auf den in viel früheren Jahren gelegten Grundstein. Doch so weit möchten wir hier nicht zurückgreifen da sich vieles in seinen Texten und Tagebucheinträgen widerspiegelt.
    Durch seinen nicht geringen aber auch nicht herausragenden Intellekt war Fred in der Lage schon im frühen Alter mit Worten zu spielen und funktionstüchtige sinngeladene Gedichte zu schreiben. Eines davon ist das folgende welches er im Alter von neun Jahren also im Jahr 1989 schrieb.
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    Und so schrieb er nieder:


    Ich weine allein


    Ihr mögt es wenn ich lache,
    wenn meine Stunden glücklich sind.
    Dann lachen wir alle zusammen,
    noch in jedem, steckt ein Kind.

    Ihr mögt es wenn ich esse,
    ich esse alles was mir schmeckt.
    Dann essen wir alle zusammen,
    in jedem doch der Hunger steckt.

    Ihr mögt es wenn ich spiele,
    wenn meine Zeit so fröhlich ist.
    Dann spielen wir alle zusammen,
    dass jeder seine Zeit vergisst.

    Doch was ist wenn ich anders bin?
    Wenn mein Lachen mal verhallt?
    Hört Ihr dann alle auf zu lachen,
    obwohl Euch doch die Sonne strahlt?

    Doch was ist wenn ich einmal faste?
    Hört ihr dann alle auf zu essen?
    Könnt ihr den Hunger auch ertragen?
    Oder wollt ihr ihn vergessen?

    Und was ist wenn ich traurig bin?
    Habe keine Lust zu spielen.
    Vergeht euch dann, der frohe Sinn?
    Werdet Ihr dann auch verlieren?

    Willkommen bin ich wenn ich lache,
    wenn meine Augen glücklich strahlen.
    Wenn ich Freude, Glanz und Mut entfache,
    wenn wir bunte Bilder malen.

    Doch wenn ich mal nicht lachen kann,
    wenn meine Augen Tränen bluten.
    Lasst ihr mich nicht an euch heran,
    so lässt sich daraus eins vermuten.

    Der Mensch mag nur in Freude sein,
    er sieht nur was er sehen will.
    Und so weint man oft allein,
    doch nicht laut - ganz, ganz still.






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    Man fragt sich hier: was bewegt einen neunjährigen etwas so konstruktives und für dieses Alter so gut entwickeltes zu schreiben?
    In diesem Fall lohnt es sich wieder unseren Psychologen aus der Tasche zu ziehen und ihn reden zu lassen. Schon früh legte Fred ein leicht auditives Verhalten an den Tag. Er beschäftigte sich mehr mit den Dingen in seinem Kopf als sich darum zu bemühen durch Integration Anerkennung in seiner Umwelt zu finden. Rückschläge jeglicher Art, sei es beim Sport oder anderen gesellschaftsgemeinen Aktivitäten bohrten tiefe Wunden in den kleinen Jungen welche nie aufgehört haben zu bluten.
    Wir machen einen Zeitsprung in das Jahr 1993 Fred ist nun dreizehn Jahre alt und schreibt schon in einer Form die man keinem dreizehnjährigen zugestehen würde. Das folgende Gedicht ist rein logisch aufgebaut und bei genauerer Betrachtung fällt einem so manches ins Auge.

    Und so schrieb er nieder:



    Angst

    Lybrikos

    Angst bestimmt mein Leben, mein Leiden und mein Tun.
    Not lässt mich nicht atmen, nicht rasten und nicht ruhn.
    Geisteskrank so nannten sie mich die Menschen hier auf Erden.
    Suizid hieß mein Problem und die Lösung sollte ich werden.
    Tod ist nun was übrig bleibt, was ewig ist und nie vergeht,

    so wünsche ich den Lebenden, dass nur das Gute fortbesteht.


    Die rot markierten Wörter ergeben der Reihe nach einen selbständigen Sinn welcher immer noch von Selbstmitleid und Minderwertigkeit rührt doch finden wir hier schon einen bedeutenden Unterschied. Fred hat angefangen sich selbst zu analysieren und geht nun der Sache auf den Grund. Zudem hat er hier erstmals sein noch Pseudonym und später seine Identität aufgeführt. Lybrikos ward geboren und Fred`s Welt fing an zu sterben.
    Wieder machen wir einen Zeitsprung nun in das Jahr 1996. Fred ist sechzehn Jahre alt, er hat zwischenzeitlich viel geschrieben und nichts verändert. Das Internet bot sich als geeignete Plattform um identitätslos Gedanken preiszugeben und Zuhörer bzw. Zuleser zu finden.
    Fred trieb sich in vielen Chatrooms und Homepages rum welche sich überwiegend mit den Themen Poesie und Suizid beschäftigten.
    Von einen Email Empfänger Fred`s wissen wir, wie er im Alter von sechzehn seine derzeitige Gefühlslage beschrieb.



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    Und so schrieb er nieder:


    Depressionen:

    Ich nenne es eher Folter. Schwierig zu beschreiben Depressionen sind genau das Gegenteil vom Glücksgefühl. Alles, einfach Alles was einem normalerweise Spaß macht ist urplötzlich nichts mehr und erscheint total sinnlos.
    Wenn man sich gern mit Freunden trifft, TV schaut od. Musik hört, liest od. was auch immer dann verspürt man schlagartig keine Lust mehr auf jenes. Wirklich auf gar nichts man sitzt nur da und die Depression frisst einen regelrecht auf. Man isst nichts mehr, kann nicht schlafen, der Körper ist träge und alles was sich rührt sind Tränen. Es ist wie ein langsam kommender Tod und dies dauert oft Tagelang bis es einem mal kurz...sehr kurz wieder besser geht. Wie ein tiefes schwarzes Loch ist diese Gefühlslage. Es ist grausam.
    Hoffentlich ereilen mich nie wieder Depressionen.


    Wieder mal holen wir unseren Psychologen aus der Tasche und fragen zu unserem Verständnis: was eigentlich sind Depressionen?


    Kennzeichnend ist, dass sie alles Interesse an ihren gewohnten Aktivitäten verlieren. Symptome sind u. a. Schlafstörungen (Durchschlafstörungen), Appetitverlust oder Heißhunger, Konzentrationsunfähigkeit, Entscheidungsunfähigkeit, verlangsamtes Denken, Energieverlust, Gefühle der Wertlosigkeit, Schuldgefühle und Gefühle der Hoffnungs- und Hilflosigkeit, verringertes sexuelles Interesse sowie Suizidgedanken.




    In der folgenden Zeit kommt es hart auf hart und ohne langes Ausgeschweife gehen wir wieder in die Poesie über.
    Nachfolgend einige Werke die Ausdruck über Fred`s Todessehnsucht darstellen.













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    Und so schrieb er nieder:







    Endgedanken

    Lybrikos


    Endgedanken füllen die Tage,
    ein notorischer Blick auf das scheiternde Ziel.
    Ich entwickelte mich, zur tödlichen Plage,
    und erkrankte daran bis stürzend ich viel.

    Das Blut in mir, fließt nicht mehr lange,
    in wenigen Tagen werd ich verleben.
    Sage mir selbst, hab keine Bange,
    sollte nach Sinn und Wahrheit bloß streben.

    Ein jedes Leben, ist am Ende doch tödlich,
    manche Wahrheit, scheint kalt und tut weh.
    Die Welt war selten doch so befremdlich.
    Die Pfütze des Seins ertrinkt träglich im See.

    Sagt mir ihr Narren was soll noch geschehen?
    Sagt mir ihr Toren was soll ich noch tun?
    Kann außer Blindheit schon lang nichts mehr sehen.
    Kann selbst im Traume längst nicht mehr ruhn.
















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    Denn es ist manch ein Geist,
    nicht fähig zu leben.

    Lybrikos


    Ich rufe den Tod, schon seit vielen Jahren,
    so schallt es hinaus in die Fernen der Welt.
    Es gab manche Tage, in der Freunde wir waren,
    Du gabst mir Wunden, die man heute noch zählt.

    Alt bin ich nicht und wollt`s auch nie werden,
    die Last die ich trage überwiegt meine Kraft.
    Überspring deinen Schatten und lasse mich sterben,
    hast`s heut doch schon, tausend Male geschafft.

    Wir saßen so oft und sprachen zusammen,
    über das Leben und dich und den Unsinn der Tage.
    Du bist nicht gnädig doch ist dein Verlangen,
    so notwendig wie tragisch nun hör was ich sage.

    Du folgst dem Gesetz des ewigen Scheidens,
    bist frei deiner Wahl und Herr aller Seelen.
    Sei hart mit dir selbst und erlös mich des Leidens,
    denn es ist manch ein Geist, nicht fähig zu leben.












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    Des Geiers Augen

    Lybrikos

    Des Geiers Augen über mir,
    zieht seine Kreise ruhig besonnen.
    Des Fleisches Lust, prägt dieses Tier,
    mein Todesschauspiel hat begonnen.

    Die Kraft in meinen Beinen schwindet,
    ich falle auf den heißen Sand.
    Der Sonne Zorn sich um mich bindet.
    Bestrafung meiner Sünd und Schand.

    Des Geiers Augen über mir,
    lässt sie mich spüren, ohne Gnade.
    Wird mir zeigen, seine Gier,
    und wachen, über meinem Grabe.

    Nun dreht er seine schnellste Runde,
    engt die Flügel an sein Leib.
    Jetzt schlägt mir meine letzte Stunde,
    doch bin zu sterben nicht bereit.

    Des Geiers Augen über mir,
    wie aus Glas, so kalt und rein.
    Meinen Mut, ich fast verlier,
    werde nie ein Engel sein.

    Er kommt, er naht, mein Herz steht still,
    muss ihm in die Augen sehen.
    Werde geben, was er will,
    und den letzten Weg nun gehen.

    Er stößt hinaus, ein lautes Schreien,
    breitet seine Flügel weit.
    Niemand kann mich mehr befreien!
    Gerechter Lohn für all das Leid?










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    Wir reisen mit unserer Zeitmaschine in das Jahr 1997. Fred ist mittlerweile 17 Jahre alt und hat bereits ein Medikament gegen seine zeitweilig aufkommenden Anfälle von Vernunft gefunden denn er nahm jetzt Drogen. Nicht wie es üblich wäre, sich langsam hochzurauchen um dann später mal die erste line Speed, die erste Pille, das erste mal LSD und dann den ersten Schuss zu setzen. Fred fing gleich mit LSD an und hörte auch gleichzeitig auf sich mit seiner Vernunft zu beschäftigen. In Internet und im Rausch gefangen verlebte er so, viele Monate mit vielen Kontakten zu Menschen die er nie sehen würde. Die Tastatur wurde einziges Mittel der Sprache was ihn nicht wirklich näher an die Menschen die um ihn lebten heranbrachte. Elektrisches Licht war das einzige das seine Augen sehen durften was symbolisch einen klaren Abschottungsprozess zur echten Welt hinter den Jalousien dargestellt hat. Alkohol und eine ganze Reihe von Drogen war das einzige was sein Körper zum leben bekam. Man kann ihn sich nun als blasses Gerippe vorstellen dessen Augen so leer wie sein Verlangen nach Gesellschaft war. Die Unfähigkeit seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen brachte ein neues Verhalten hervor welches psychologisch gesehen ganz typisch für Menschen in dieser Lage ist. Da sich Gefühle nicht einfach wegsperren lassen, suchen sie sich einen anderen Weg um ihren Ausdruck zu finden. Fred begann sich einer Rasierklinge zu bemächtigen und damit zu ritzen. Hier ist es wieder Zeit für unseren Hosentaschenpsychologen.





    Für Menschen die unfähig sind sich verbal über ihre Gefühle (vor allem Gefühle von Schwäche) auszulassen, benutzen ein anderes Mittel um diesen entstehenden Druck abzubauen. Sich zu ritzen bedeutet in erster Linie Schmerz welcher als Bestrafung gesehen werden kann. Bestrafung für alle Taten und Untaten die sich im Kopf der Person abspielen. Jedoch der wesentliche Faktor der Ritzerei ist der visuelle. Das eigene Blut zu sehen welches durch die eigene Bestrafung sichtbar gemacht wurde bedeutet nichts anderes als das eigene Leid also die ganzen verborgenen Schwächegefühle zu sehen. In diesem Prozess baut der Ritzer oder auch cutter genannt den ganzen überschüssigen Gefühlsdruck ab. Im Prinzip kann man sagen, dass durch das Ritzen ein Überdruckventil geöffnet wird. Die Unterarme sind hierbei die beliebtesten Körperteile. Aus seinem Tagebuch entnehmen wir wieder seine ganz eigene Sicht der Dinge zum diesem Thema. Übrigens, auch das Schreiben stellte für Fred eine Art Ventil dar.













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    Und so schrieb er nieder:



    Die Rasierklinge

    Lybrikos

    Da liegt sie, ganz unscheinbar glänzt sie im Schimmerlicht der Kerze.
    Kein Tropfen Blut befleckt ihren Schneid. Sie ist sauber und doch so schmutzig.
    Hoffnungsträger eines Wunsches. Leicht gekrümmt ist die Rasierklinge schon und auch nicht mehr so scharf. Keine Klinge könnte nach so häufigem Gebrauch noch richtig scharf sein aber das macht mir nichts aus, ich meine es wäre kein Aufwand eine neue zu besorgen aber ich nehme die Alte. Ich liebe den Schmerz und so habe ich mich auch in die Klinge verliebt.
    Verunstaltet hat sie meinen linken Arm und auch einen Teil von meinen Rechten aber böse kann ich ihr einfach nicht sein. ist ja schließlich meine Hand die die Klinge führt. Meistens schneide bzw. ritze ich von oben nach unten. Keine Ahnung warum das so ist. Na ja vielleicht tut es so mehr weh. Ich mag meine Klinge und ich hasse die Narben ich hasse es wenn man sie sieht aber es ist Sommer und da trägt man nun mal T-Shirts. Muss eben damit leben und werde damit wohl auch sterben. Ja sterben wäre schön so ganz im Blut sterben. Zu fühlen wie die warme Soße den Arm herunter läuft und den Boden sowie die Klinge beschmutzt. Um den Boden wäre es nicht schade aber die Klinge würde ich noch reinigen bevor ich sterbe. Schließlich wäre es das letzte Mal, dass ich sie benutze also die letzte Arbeit der Klinge und da soll sie auch schön aussehen das hat sie verdient. Einen kleinen Knick hat sie im Schneid.
    Das ist meine Schuld weil ich Schwierigkeiten hatte sie aus dem Rasierer auszubauen. Ein Schönheitsfehler von etwas perfektem macht eine Sache doch erst richtig wertvoll oder? Ja wertvoll macht der Knick die Rasierklinge und mit etwas wertvollem kann man bekanntlich auch Dinge bezahlen. Ich bezahle damit den Preis den der Tod eben verlangt. Ich denke, dass dieser Preis angemessen ist schließlich liebe ich sie und das ist doch unbezahlbar. Wenn der Tod sie nicht annehmen will dann sehe ich das als Beleidigung und ich bin nicht gerade von Beleidigungen angetan.




    Genug gesagt ist zum Thema Ritzen. Fred ist ein sehr kranker junger Mann und es ist Zeit ihm Hilfe zu leisten doch wie soll man das, wenn sich niemand um ihn kümmert, sich niemand um ihn sorgt? Seine Eltern sind blind und gefühlsarm, sie sind frei von Schuldgefühlen obwohl sie alle Zeichen erkennen aber nicht wahrhaben wollen. Sie sind wie alle Eltern, sie sind ganz normal und Fred bleibt seinen übermäßigen Ängsten die für zehn ausreichen würden allein. In dieser Einsamkeit gefangen träumt er seinen Traum weiter und schreibt.









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    Und so schrieb er nieder:

    Einzelschicksal

    Lybrikos

    Sechzehn Jahre ist er alt,
    groß gewachsen schlauer Geist.
    Viele sehen ihn schon bald
    Als jemand der nicht niemand heißt.

    Seine Eltern stolz und leise,
    leben neben ihm und mit,
    seiner eignen Art und Weise,
    gehen seitwärts Schritt für Schritt.

    Viele Pfade kann man gehen,
    ob allein oder zusammen.
    In mancher Irre wird man stehen,
    manchen Weg auch mal verdammen.

    Siebzehn Jahre ist er alt,
    des Eltern`s Arme ohne Macht.
    Schon manche Warnung ist verhallt,
    zu oft hat er sie ausgelacht.

    Er schleicht sich zwischen Trug und Schein,
    entdeckt allein manch andre Welt.
    Will selten noch der Junge sein,
    der sich nur zusammen hält.

    Wichtig ist nicht vieles mehr,
    der Blick fixiert sich auf den Rausch.
    Das Leben gibt nicht vieles her
    doch was es gibt das reicht zum Tausch.

    Achtzehn Jahre ist er alt,
    schläft hier und dort mal dann und wann.
    Warme Gesten werden kalt,
    denken tut er, wenn er kann.

    Der feste Halt in seinem Leben
    ist ferner als der letzte Traum.
    Er wollte viel doch selten geben,
    vermissen wird man Junkies kaum.

    Neunzehn Jahre ist er fast,
    der Körper eines alten Jungen.
    Vier Jahre fielen ohne Rast,
    Hilfeschreie längst verstummen.

    Seine Eltern lieben ihn,
    sie sind sich dessen nun bewusst.
    Beide heute niederknien,
    vor seinem Grab mit schmerzend Brust.
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    Eigentlich braucht man hier nichts weiter zu sagen. Für jeden denkenden Mensch sollte klar sein, dass Fred sich selbst erkannt und seine Zukunft vorausgesehen hat. Was soll aus einem Menschen werden, der in so kurzer Zeit alles Schlechte absorbiert und bis ans Ende seines Lebens konserviert? Sein Leben war schon lange nichts mehr wert, es hatte keinen Nutzen mehr, egal was er auch tat. Das einzige von dem man noch ziehen konnte, war die immer kleiner und enger werdende Schrift welche die letzten Tage seines kümmerlichen Daseins vermerkten. Niemand hatte ihn je wirklich entdeckt oder gar gefördert. Ein kleines Genie, das sich selbst zu Grunde wirtschaftete und das auch noch mit Pauken und Trompeten.
    Fred war nie gläubig doch hatte der Glauben etwas das ihn interessierte und so, kann man auch in einigen Gedichten einen Anflug von Religion finden. Einmal schrieb er nieder, dass es für ihn selbst die Rettung wäre an diesen einen oder an irgendeinen anderen Gott zu glauben. Er hatte begriffen, dass Glauben unglaubliches in einem Menschen bewirken kann. Umso mehr verstieß es ihn in ein tiefes Loch, dass er nicht einmal zu glauben vermochte. Was denkt und macht ein Mensch der an nichts als die reine, harte und kalte Realität glaubt? Na was wohl: er stirbt.
    Ein Tod auf Raten ist, was ihm das Leben verordnet hat. Das grausame an der Sache ist, dass er das wusste. Ein solcher Mensch kann sich entweder bis zu seinem Ende mit Illusionen und Schönmalerei oder mit der Wahrheit abgeben. Die Wahrheit war nichts anderes, als dass sein Leben, mit seinen Wahrheiten in seiner verkorksten Welt nun schon zu Ende ging.


    Und so schrieb er nieder:


    Das Letzte das noch in mir spricht ist ein Gefühl das Herzen bricht.
    Das einzig was ich machen kann tritt näher als ich will heran.
    Zu wissen, dass der letzte Weg jener ist auf dem man geht
    ist schlimmer noch als das Verlangen sich den Teufel einzufangen.


    Immer noch 17 Jahre alt brachte er seinen Größenwahnsinn den er sich selbst als Offenbarung zugestand auf Papier. Fred wollte nichts anderes als eine komplett neue Weltordnung erschaffen. Er bastelte sich seine Umwelt so zurecht, dass jedes Detail seiner neuen Weltordnung eine Verbesserung bedeuten würde. Er erhob sich dadurch über die Menschen und schaffte sich selbst in kürzester Zeit ein vollständig aufgewertetes neues Selbstbewusstsein. Er fühlte sich wie noch nie verantwortlich für alles um ihn herum.
    Bloß wie verkündet man etwas das alles verändern soll?
    Wer hört auf einen 17 jährigen den kaum einer kennt? Niemand natürlich und genau das war sein größtes Problem. Fred schrieb bastelte an seinem Regelwerk für die Menschheit um es ihr zu offenbaren. Hundertfach druckte er nun seine Sicht der Dinge aus und machte sich auf seinen ganz persönlichen Kreuzzug auf. Kein Briefkasten, keine Zeitungsredaktion und sei sie noch so unbedeutend blieb von seinen Schriften verschont. Nachts machte er sich auf den Weg um Schulen und Ämter mit seinen Schriften zu versorgen indem er sie an allen Ecken und Enden aufklebte. Niemals hatte Fred sich so groß gefühlt. Er war der Retter der Menschheit der Messias der Zukunft, der Prophet der letzten Ordnung denn genau so nannte er sein Kurzgefasstes Regelwerk welches dem Leser nun nicht länger vorenthalten sein soll.





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    Und so schrieb er nieder:




    Die letzte Ordnung

    Lybrikos



    Stirbt mein eigener Vater oder der Vater eines mir Unbekannten, bleibt der Sachverhalt gleich. Es ändert sich lediglich die Gefühlssituation also das Volumen der Trauer oder der Begeisterung für den betroffenen Personenkreis welcher in Verbindung mit dem Verstorbenen stand.

    Für eine hiervon unbeteiligte Person bedeutet all dies nichts.
    Anmerkung: Stirbt ein Hund, bedeutet das eine Veränderung gleicherseits.

    Ist man kontaktfrei also ohne Gefühlsbindung an die Umwelt und keine Gefühlsbindung der Umwelt an einen selbst, bewegt bzw. verändert sich nichts wesentlich.

    Auf was es wirklich ankommt ist die eigene Situation ohne Bindung an Andere.
    Nur wer sich frei von jenen Umwelteinflüssen macht, kann glücklich und zufrieden sein

    - dieser Zustand ist erstrebenswert -

    Der Mensch kann sich also nur durch die Verbesserung der eigenen Situation über den Wert anderer Menschen erheben. Machtkampf widerspricht diesem Leitsatz weil er gegen die Philosophie der Sache verstößt.

    Die Thesen der letzten Ordnung sind auf der Basis der reinen Logik und Vernunft erschaffen worden. Widersprüche gegen die letzte Ordnung kann es im logischen Sinne nicht geben, da sich bei genauer Betrachtung der Thesen alle Widersprüche ausschließen.

    Die Schwierigkeit der Philosophie der letzten Ordnung besteht darin, dass der der sie liest eine grundlegend neue Haltung und Denkweise erlernen muss.







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    Thesen


    Die Unantastbarkeit der letzten Ordnung ist oberste Maxime!

    Der Wert eines Lebewesens ist der von der Natur gegebene. Dieser misst sich für die Art Mensch, ausschließlich an der für die Art entsprechenden Entwicklungsstufe. Nicht alle Menschen und Tiere sind gleich gut entwickelt.

    Die letzte Ordnung ist immer als Ziel eines existenziellen Sozialverhaltens anzusehen.
    Dies gilt für alle Lebensformen nicht vegetativer Art.

    Das für die letzte Ordnung hinderliche Leben muss selbstverständlich beseitigt werden um die nötige Reinheit zu schaffen. Hierbei kommt es keinesfalls auf die Rasse einer Art, sondern lediglich auf die Entwicklungsstufe des Einzelnen an.

    Die Beseitigung kann aus Gründen der Philosophie nicht verwerflich sein und nur wer dies anerkennt, versteht sie auch.

    In der letzten Ordnung gibt es kein soziologisches Abhängigkeitspotential. Nur so ist weitere Existenz für den Einzelnen unter zufriedenen Umweltbedingungen (Nahrung, Unterhaltung) möglich.

    Ziel des Lebens kann nur sein sich weiterzuentwickeln.

    Das Glück der Masse liegt im Glück des Einzelnen. Jedes Einzelnen ohne Ausnahme.

    Glücklich kann nur sein, wer die letzte Ordnung lebt.








    Bevor ich irgendwas dazu äußere gebe ich den Tagebucheintrag von Fred zum Besten welchen er kurz vor der Veröffentlichung der letzten Ordnung niederschrieb.










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    Und so schrieb er nieder:




    Ihr seht nur die Gesellschaft mit ihren starren Strukturen, ich aber sehe die Welt. Ich sehe sie wie sie ist, ich sehe welche Bedeutung diese Gesellschaft hat und noch viel schlimmer, ich sehe was für eine Bedeutung jeder einzelne Mensch hat. Nur weiß ich nicht, wie traurig es ist, dass ich der Einzige bin der all das sehen kann.
    Die Menschen sind glücklich mit ihrem Unwissen und ich muss trotz aller Vernunft zugeben, dass ich auch gern so glücklich wie sie sein könnte.
    Es kommt nicht von ungefähr, dass ich jedes dieser Wörter als wichtig und wertvoll erachte.
    Ich kenne die Bedeutung der Wahrheit und ihre Folgen. Ich kenne die Folgen die durch die Verbreitung meines Wissens entstehen könnten. Ich weiß, dass dies der wahre Untergang dessen wäre was wir kennen und leben. Doch muss genau das passieren.
    Aus jeder Vernichtung soll besseres hervorgehen wie man es von Revolutionen kennt auch wenn dies nicht immer so funktioniert hat wie man es sich ursprünglich vorgestellt hat. Beispielsweise Kuba.
    Dieser Gefahr bin ich mir bewusst, schließlich ist es der Auftrag der Geschichte, dass man aus ihr lernen soll. Zurück zum Thema: Ist die Gesellschaft erst mal in ihren Grundfesten erschüttert, wird es meine Aufgabe sein sie komplett zu zerschlagen.
    Ist dies vollbracht kann die letzte Ordnung auch für die Gesellschaft geboren werden um sie in die bestmögliche Zukunft zu führen. Das neue Wertesystem kann nur als Ziel dieser Evolution auf diesem Planeten gesehen werden alles Andere ist fern jeglicher Logik. Die Unantastbarkeit der letzten Ordnung ist erstes Gesetz und Verpflichtung für jedes weit genug entwickelte nicht vegetative Leben.



    Man kann sich wohl vorstellen, was passiert, wenn Gerichte, Polizeidienststellen und Anwaltskanzleien in Deutschland etwas Derartiges wie die letzte Ordnung zu lesen bekommen. Genau eine Woche nach Beginn der Veröffentlichung von Freds Weltanschauung saß er auch schon in U-Haft. Vor Gericht, in der Presse und im Fernsehen wurde die letzte Ordnung immer in Zusammenhang mit Neonazistischem Verhalten in Verbindung gebracht. Fred lehnte dies stets ab, da er seine letzte Ordnung als etwas noch nie da Gewesenes und wertvolles betrachtete.
    Das Gericht verurteilte ihn anfänglich zu einer zeitlich unbegrenzten Sicherheitsverwahrung mit psychologischer Betreuung welche allerdings nur kurz währte. Fred sah sich schon bald an seinem letzten Ruheplatz wieder welcher ihn die letzte Ordnung gänzlich vergessen ließ.
    Fred lebte nunmehr als, von Psychopharmaka voll gepumptes Gemüse in der geschlossenen Nervenheilanstalt. Von diesem Zeitpunkt wurd es mehr als nur schwierig noch Informationen von Fred zu ziehen. Das einzige das uns heute zu Grunde liegt ist eine kleine Niederschrift aus der Nervenheilanstalt bevor sich Fred mit einer Überdosis Pillen das Leben nahm. Anzumerken ist hier, dass er bei seinem Tod eine Papierkrone mit blutigen Zacken auf dem Kopf trug. Die folgende Schrift wurde mir nach Anfrage von Freds Eltern zugeschickt.







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    Und so schrieb er zum letzten Mal nieder:





    Ein bunter Cocktail an Psychopharmaka liegt in meiner linken Hand, in der rechten halte ich wie üblich das Glas mit dem kalten Leitungswasser. Früher habe ich bis zu drei Stück runterschlucken können ohne das Wasser in Anspruch zu nehmen aber heute sind es einfach zu viele von den bunten Pillen.
    Wie sie wirken kann ich ehrlich gesagt nicht beschreiben weil ich keinen Vergleich dazu habe, wie es ohne sie wäre. Die Abstände der Einnahme sind wohl einfach zu kurz.
    Manchmal vergesse ich so wichtige Dinge wie mein Alter oder den Grund warum ich eigentlich hier bin aber das ist nicht wirklich schlimm weil es hier viele Menschen gibt die fast immer da sind und die ich ja dann auch fragen kann. Es kommt vor, dass sich die Antworten der Kittelmenschen etwas unterscheiden aber die wesentlichen Informationen bleiben zum Glück immer gleich. Mein Alter scheint sich in letzter Zeit immer häufiger zu verändern und ich denke, dass das an den blauweißen Pillen liegt denn die bekomm ich noch nicht so lange glaub ich.
    Wer hier brav ist bekommt auch was dafür. Brav sein bedeutet, seine Pillen regelmäßig zu schlucken und sich ruhig zu verhalten. Ich halte mich so gut wie eben möglich daran und manchmal darf ich meine Pillen auch ohne Aufsicht schlucken.
    Was ich als Belohnung für mein Verhalten bekomme, ist die Möglichkeit jeden Tag ein bisschen zu schreiben denn die Kittelmenschen hier haben festgestellt, dass mich das schreiben glücklich macht und so ist es auch.
    Gefühle wie Glück sind hier selten und kostbar drum bemühe ich mich, sie so lange festzuhalten wie es geht. Ich würde gern mein Glück aufschreiben um immer, wenn ich nicht glücklich bin nachzulesen wie es ist. Es gibt ein paar Dinge die ich gern aufschreiben würde aber das hat man mir verboten. Das ist eine der vielen Regeln hier an die ich mich halten muss um glücklich zu sein. Die verbotenen Dinge stehen alle auf einer großen Liste, jeder hier hat eine eigene vorausgesetzt er kann sie lesen. Die böse Liste nennen wir sie: dort stehen all die Wörter und Themen drauf über die ich nicht schreiben und reden darf doch das ist wirklich schwierig weil genau das die Dinge sind über die ich so oft versuche nachzudenken.

  2. #2
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    Fred ist mir sehr, sehr sympathisch - wie der Freund von nebenan, der ab und zu neben mir in meiner Bodenkammer sitzt. Dann vergessen wir die Zeit.

    Es grüßt
    Pully


  3. #3
    Schattenblume ist offline Etwas mit den Scherenhänden
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    Uff !

    LEX, du lieferst hier eine derart präzise Personenbeschreibung, die den Eindruck bei mir hinterläßt, ich würde Fred kennen. zugegebener Maßen lösen diese bizarren Bilder in mir den Wunsch aus, die Augen vor ihnen zu verschliessen, wobei ja diese Verhaltensweise und seine Folgen hier auch beschrieben werden. Oft neigt man während des Lesens dazu, die Tendenz zu einer gewissen Haltung gegenüber der Personen zu verspüren. Ich frage mich immernoch in welche Richtung meine eigene wohl geht. eine Identifikation findet bei mir nicht statt. vielleicht mag das am nüchternen Schreibstil liegen; viell. aber auch daran, daß für mich hier sehr wenig persönlich Vertrautes beschrieben ist, oder daran, dass ich selbst in der klinischen Psychologie tätig war und sich dadurch eine distanzierte Haltung bzgl. solcher Thematik in mir entwickelt hat (?). ich habe Wort für Wort nicht gerne aber interressiert gelesen. musst mich teilweise durchquälen. das Ganze halte ich für zu langatmig und sehr einpolig. auch nehme ich keine Spannung war. der Verlauf und die Tendenz der Geschichte ist bereits nach dem zweiten Absatz unschwer erkennbar.
    nimm´s mir nicht krumm. Deine Erzählung hat tatsächlich fast schon den Charakter eines psychologischen Gutachtens (Absicht?), da sie sehr analytisch gehalten ist.


    Grüsse auch an Fred

    das Kraut

    [Geändert durch dieSchattenblume am 25-04-2005 um 16:01]
    Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einen nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

  4. #4
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    Wer Kritik nicht verträgt, gibt zu, dass sie angebracht ist sagt ein Zitat von wem auch immer.

    Ich bin mehr als nur bestürzt darüber, dass ich deine Kritik nicht vertrage und die logische Schlussfolgerung aus dem oben genannten Zitat somit näher an mich herantritt als ich es erdulden möchte.

  5. #5
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    Ich finde das ganze von der Idee sehr interesant.

    Sprachlich gefällt es mir nicht immer, vor allem die Gedichte von Fred sollten mehr Bilder benutzen. Wenn Fred als ein kleines Genie und ein kleiner Revolutinär gelten soll, muss er nicht nur dagegen, sondern auch geniehaftig dagegen sein. Die Gedichte sind nciht schlecht, aber ihnen fehlt es ein bisschen an Leben. Der Schlussteil mit der Pyschatrie ist sprachlich sehr gut gelungen.

    Ich würde die Person auch nicht Frederrik oder Fred nennen, da dieser Name sprachlcih extrem unpassend klingt, meine subjektive Meinung.

    Die Verknüpfung mit Nietzsche ist etwas weit hergeholt, genau wie das mit dem Genie. Die Gedanken die Fred preisgibt, sind nciht schlecht, aber entsprechen doch weitgehend einem Klischee. Es ist unagenehm so eine schöne Idee damit zu versauen, dass man an sie so hohe Anforderungen stellt (Genie, Nietszche)

    Ich kann mir vorstellen, dass der Autor einen persönlichen Bezug zum Suizid sowie einen zur Philosophie hat. Ich auch, daher hat es mich teilweise auch wirklich getroffen, es zu lesen.

    Aber bei allem Respekt, Fred ist Fred und du wirst es, es sei denn du bist ein Genie, nicht schaffen ihn zum Geniefred zu machen. Der Text" Ordnung der Dinge" z.B. ist dermaßen oberflächig und fast nichtsaussagend. Dafür wird man nicht in ne Klappse gesteckt.

    Alles in Allem ist es schön, aber du solltest es noch überarbeiten um das Potenzial der Idee auszunutezn

    MFG Willo
    Erkennen selber braucht einen Augenblick, die Erkenntnis auszudrücken ein Leben.

  6. #6
    Schattenblume ist offline Etwas mit den Scherenhänden
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    Ursprünglich eingetragen von LEX
    Ich bin mehr als nur bestürzt darüber, dass ich deine Kritik nicht vertrage und die logische Schlussfolgerung aus dem oben genannten Zitat somit näher an mich herantritt als ich es erdulden möchte.
    hallo LEX,

    Bestürzung, worüber ?
    wenn du meine Kritik für angebracht hältst, ist das für dich ein Grund, ´mehr als nur bestürzt´ zu sein ? das kann ich nicht nachvollziehen. oder bist du bestürzt darüber, daß du meine Kritik nicht verträgst ?

    ich bin mir nicht sicher, ob ich dich hier richtig verstanden habe, drum hake ich nun nicht weiter nach und warte auf ein paar ´hilfreiche´ Worte von dir...



    lG
    Kraut

    [Geändert durch dieSchattenblume am 25-04-2005 um 16:04]
    Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einen nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

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