Thema: Weltende

  1. #1
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    Weltende

    Wüstes Land in eisig' See,
    Harter Wind und dichter Schnee.
    Bleiches Licht durch Nebeldunst,
    Matter Glanz und ohne Gunst.

    Kurz der Tag und lang die Nacht,
    Stille Zeit der frommen Wacht.

    Dunkle Welt im letzten Krieg,
    Größtes Leid und teurer Sieg.
    Kalte Hand auf steinern’ Herz,
    Tote Seel’ und trostlos’ Schmerz.

  2. #2
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    Hallo Isvind ,


    darf ich noch "Willkommen" sagen, ich sehe, das ist nicht Dein erster Post, aber ich habe noch kein Gedicht vor diesem gesehen?

    Auf den ersten Blick gefällt mir Dein Weltende gut.

    Zum Glück hast Du Deinen Titel in Bezug auf Deine Conclusio gewählt, sonst wäre ich ein wenig herumgerudert. Denn der Beginn Deines Gedichtes lässt mich sehr an eine arktische Landschaft denken, auch S2, und ich bin in Helligkeit gehüllt.

    Dass Du zwei komplette Strophen als Bild für die letzte sprechen lässt, ist für mich ungewohnt. Ich musste mehrfach lesen, um die Andeutungen aufzunehmen, aber jetzt schmecken sie mir.

    Aber mit dem Hell/Dunkel Kontrast bin ich immer noch etwas unglücklich. Für mich beginnt alles im hellen, wenn auch harten, Eis und ich tue mich schwer, auf das Dunkel umzuschalten.

    Handwerklich ist es gelungen, trochäisch-stringent. Bis auf den einen schmerzlichen Reim am Ende - und die Elisionen, die ich aber hier ganz gut ertragen kann, so, wie den Paarreim. (Das ist ein richtig gutes Beispiel dafür, dass er nicht nur ein humoreskes Werkzeug ist.)

    Ich habe zwar meine Schwierigkeiten (hauptsächlich visuell) mit Deinem Werk, aber es gefällt mir .

    (Ist es Dein erstes Gedicht? Dann Hut ab!)


    Liebe Grüße an Dich,
    Anke

  3. #3
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    Ja es ist mein erstes Gedicht Danke für deine ermutigende Kritik!

    Ich für meinen Teil finde gut, dass es nicht direkt ein lyrisches Ich gibt, aber ich schätze, dass das Ansichtssache ist.
    Mir ging es vor allem darum mit gewissen Bildern bestimmte Gefühle zu verdetlichen bzw. hervorzurufen.
    Was die erste Strope betrifft: Ich wollte das "Ende" nicht nur auf den Menschen und sein herrisches Walten beziehen, sondern auch au die Natur, die Umgeung, ja sogar auf das Licht der Sonne.
    Die kleine Mittelstrophe gefällt mir, doch kann ich sie nicht so recht in den Kontekt einordnen...
    Die letzte Strope soll nicht nur die wahrnehmbare Zerstörung offenbaren, sondern letzten Endes auch die Seelische, was mir am wichtigsten ist.
    Optimisten gehen hier leider leer aus.

    Was meinst du mit Conclasio, humoreskes Werkzeug und Elision? - Mir sind die Begriffe noch nicht geläufig.
    Wo genau ist der Reimfehler?

  4. #4
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    Hallo Isvind,


    die Interpretaion ist dankend angenommen, so hab ich es auch gelesen.

    Ich hab wohl vorausgesetzt, dass es nicht Dein erstes Gedicht ist, denn hier sehen die meisten Erstlinge etwas anders aus.

    Conclusio, das wäre Dein Rückschluss, Deine Auflösung, hier also die Strophe 3. Humoresk, naja, lustig eben. Der Paarreim (zwei aufeinander folgende Zeilen reimen sich) wird sehr gerne in lustig-fröhlichen gedichten benutzt. Und eine Eilsion ist das Weglassen von Silben (Apostroph) um dem Versmaß zu genügen ("in eisig' See").

    Ach ja: "Hut ab"!


    Liebe Grüße
    Anke

  5. #5
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    *schreibt sich die Definitionen auf und steckt sich den Zettel in de Kopf*
    Mein aller, aller, aller erstes Gedicht ist es nicht, doch sind die anderen uralt und typische "Einsteiger-Gedichte,"ohne einen Rythmus oder tiefergehende Gedanken.
    Die Betonung lautet ja "bububub"
    Du nanntest es "trochäisch-stringent."
    Was bedeutet das genau?
    Hmm meine Praxis ist irgenwie weiter als meine Theorie..

  6. #6
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    Es gibt hier einen prima Leitfaden über Metrik, also den Fluss der Betonung, im Sprechzimmer. Schau kurz in satchmos Signatur. Das mit dem "bububub" würde ich bei Dir XxXxXxX nennen: Xx --> eine betonte Silbe X, dann eine unbetonte x, ist ein "Trochäus"(Xx) und den hast Du extrem konsistent durchgehalten. Alles andere kanns Du im Sprechzimmer kurz nachlesen. Es scheint Dir aber zu liegen . Schöne Praxis!

    LG Anke

  7. #7
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    Nagut ich werd mein Metrik-Wissen noch um einiges vertiefen müssen
    In diesem Fall hab ich das genannte Reimschema gewählt, weil es "mächtig" klang

    Danke für die Verbesserungen und Ermutigungen!

    LG Isvind

  8. #8
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    Das macht der Trochäus, so klingt er und dafür, dass Du das nicht erst gelesen und dann verwendet hast, sondern wohl intuitiv so schriebst, einen kleinen Hutladen.


    Gute Nacht,
    Anke

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