Thema: Hoffnung

  1. #1
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    Regennasses Land!
    Seit Tagen stürmten graue Wolkenberge über Wälder und Wiesen,
    ergossen sich in überfluteten Bächen und hinterließen feuchte Spuren auf den Gesichtern der Menschen.
    Apathische Gesichter, Masken gleich, mit verunstalteten Mündern und entleerten Augen..
    Sprachlos, blicklos irrten sie auf versinkenden Straßen ihrer Ungewissheit entgegen.
    Ich stand reglos am Wegesrand, als diese Konkons gesponnener Seelen, sich ins Vergessen stürzten.
    Eine schier unendliche Karawane der Trostlosigkeit, die sich schleppenden Schrittes unaufhaltsam auf den Abgrund zu bewegte.
    Und dann entdeckte ich mitten unter ihnen, in all dieser Unmenschlichkeit, ein Kind.
    Es bewegte sich ebenso marionettenhaft wie die anderen, aber sein Gang war nicht bebückt, wie unter einer schweren Bürde, es ging aufrecht, mit erhobenem Haupte, den Blick der dunklen Augen starr in den überfluteten Himmel gerichtet.
    Der Regen tropfte unaufhörlich in seine weitgeöffneten Pupillen und als es sich mir näherte, vernahm ich eine fortlaufende Folge von Tönen, kleinen, getrommelten Rhythmen gleich.
    Ich war mir sicher, ich kannte diese Melodie, und suchte verzweifelt, wie unter Zwang, in meiner Erinnerung nach den dazugehörenden Worten.
    Plötzlich vernahm ich den klagenden Schrei eines Bussards.
    Sein Flug war taumelnd, sein regentrunkenes Gefieder lastete schwer auf ihm, und während er seiner Bestimmung entgegenstürzte, berührte mich sein ersterbender Flügelschlag.
    Ein gewaltiges Zittern erschütterte meinen Körper, öffnete lang vergessene Pforten und plötzlich formten meine Lippen, erst zaghaft, dann kraftvoll die Worte jener zauberhaften Melodie.
    Das Kind hielt inne. Es wandte den Kopf, sein verlorener Blick bemühte sich um Haltepunkte.
    Ich eilte erwartungsvoll zu ihm, schloss es voller Wehmut in die Arme und während ich mich in stillem Einverständnis um den Gleichklang unserer Herzen bemühte,
    sah ich hinter grauen Nebelschleiern einen Regenbogen.

  2. #2
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    Hallo Expulsor,
    bin verstrickt in existentiellen Problemen, da klappt das Schreiben nicht. Mußt auf das nächste Gedicht noch etwas warten.
    Lieben Gruß
    Herbstzeitlose

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