Du zeigst Gefallen an der dunklen Nacht, nicht wahr?

Dir fährt sie kühl und schwer direkt ins Herz hinein

Ihr schwarzes Licht, ihr Leichentuch, beruhigen dich

Ihr Grabgesicht wirft Küsse dir und Tränen zu



Und schon am Tage träumst du jene Träume

Du träumst sie und verträumst damit den Tag

Ein dunkler Schleier weht durch die Gedanken

Selbst Schönstes nimmst du nur durch ihn noch wahr



Was dir der Tag verspricht hält dich nicht auf

Dein Sonnenschein ist schwarz, nicht grell und scharf

Und Sommerwind und Frühlingsblüh: „Dahin!

Welkt ein im Sturm der Schatten! Bleicht und ruht!“



Und irgendwann beginnt das Dämmern

Du spürst wie es dich kalt berührt

Ein Grauen zuckt durch deinen Körper

Grad als die Sonne sich verliert



Du zeigst gefallen an der Nacht

Wie sie nun aufbricht, fällt und schwärt

Und erste Sterne brechen mit

Und auch der Mond verhüllt sich nicht



Doch Sehnsucht bricht in Böen

Aus Fetzen, Wind so kalt

Als würd er dich verletzen

Entsetzt er deine Haut



Du schreist kurz spitz, doch leis

Und ahnst, dass in ihr Weh

– Vielmehr als Trost und Näh –

Selbst Tod und Schmerz mitschwingt