1. #1
    Registriert seit
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    Zwischen hier und da

    Die Taue haben wir gelöst,
    sie liegen unsortiert an Deck.
    Den Halt den wir einander geben
    den nehmen wir einander weg.

    Es ist noch festes Land in Sicht,
    das Segel noch nicht ganz gesetzt.
    Ich hoffe, dass der Mast es hält
    und seine Kraft ihn nicht verlässt.

    Du fühlst das Holz und hörst das Knarren,
    hörst es nur und sprichst doch nicht.
    Mir ist, als ob wir darauf warten,
    dass etwas Größeres zerbricht.


    [Geändert durch Julius am 24-04-2005 um 14:13]

  2. #2
    Registriert seit
    Feb 2005
    Beiträge
    576

    Hy, Hy!

    Hey Julius!
    Ich finde dein Gedicht echt schön, gefällt mir richtig gut. Vor allen weil man sich ziehmlich gut hinein versetzen kann. Mach weiter so!
    Gruß Hope

  3. #3
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    Mar 2004
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    Hallo Kabelstrang, hallo Hope88

    Ich freue mich, dass Euch meine Zeilen gefallen haben.

    An Kabelstrang:

    Ich gebe Dir recht, der Titel ist nicht besonders originell, aber wie ich finde sehr passend
    Den Titel habe ich deshalb gewählt, weil er in ganz komprimierter Form das Gedicht zusammenfasst:
    Auf der ersten Interpretationsebene wird eine Segelreise beschrieben, die gerade erst begonnen hat. Das lyrische Ich ist sich nicht sicher, ob es die Reise fortsetzen soll, oder nicht. Es befindet sich zwischen dem Ausgangs- und dem Zielort.

    Auf der zweiten Interpretationsebene ist eine beginnende Beziehung beschrieben. In der letzten Zeile wird dies sehr deutlich, wenn das lyrische Ich von seiner Angst davor schreibt, dass etwas Größeres zerbrechen könnte. Damit ist natürlich die Beziehung der beiden gemeint. In dieser Weise sind auch die Taue, das Segel und der Mast deutbar.
    Sind unsere Gemeinsamkeiten / Gefühle wirlich stark genug, um eine gemeinsame Beziehung zu führen?

    Somit taucht auch innerhalb einer Beziehung ein Zustand auf, der zwischen dem Sich-nicht-kennen und dem Zusammensein liegt.

    Dieser in beiden Ebenen angesiedelte Zustand auf einen gemeinsamen Nenner gebracht heißt: Zwischen hier und da.

    Der Titel Treibgut könnte diese Zustandsbeschreibung nicht leisten, da Treibholz unkonntrollierbar ist. Es treibt dahin, wohin das Wasser es trägt. Ich möchte nicht sagen, dass es diesen Zustand in einer Beziehung nicht auch gäbe, aber hier ist ein anderer Zustand gemeint. Noch haben es die Beteiligten in der Hand, ob sie die Reise, oder die Beziehung wirklich fortsetzen wollen, oder eben nicht.

    Viele Grüße,
    Julius

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