1. #1
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    Dunkle Lieder hallen,
    klar durch schwarze Nacht;
    tote Körper fallen,
    in der Hölle Schacht.

    Weine Junge weine,
    Tag ist lange nicht;
    bleiben nur Gebeine,
    in der Sonne Licht.

    Leide Junge leide,
    unter deinem Wahn;
    hörst des Todes Geige,
    setzt zum spielen an.

    Heut wirst du krepieren,
    hier in dieser Nacht;
    kalte Augen stieren,
    selber umgebracht!

  2. #2
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    Ja was sol man sagen der inhalt ist einer seitz schön aber sehr grausam und düster

    MFG Erni

  3. #3
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    ich finde es total gut.
    Träume niemals die Träume der Erwachsenen den wirklich wahre Träume haben ganz allein die Kinder.

    Jeder Dachte mal er/sie sei alleine wieso? Man ist doch NIE alleine. Wieso denkt ihr sowas?!

  4. #4
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    Mir gefällt es auch sehr gut.
    Ich finde dein Gedicht : beschreibt, klagt an und mahnt...
    "schön" finde ich den Inhalt jetzt nicht unbedingt er ist vor allem sehr traurig , hart und bewegend.

    Von der Form her,auch wenn ich davon nicht allzuviel Ahnung habe, finde ich es auch sehr "sauber". und gut gelungen.

    Den letzten Vers verstehe ich aber noch nicht ganz, also mir wird nicht klar was (oder auch wie) genau du mit "selber umgebracht!" meinst.
    Würde mich freuen wenn du Ihn mir erklären könntest:

    und noch was :
    Beim ersten Lesen habe ich das
    "in der Hölle Schacht"
    irgendwie erst als "Schlacht" gelesen.. (würde ja auch passen aber ich nehme nach mehrmaligem lesen doch an dass es wohl Schacht heissen soll)



    [Geändert durch question am 01-06-2005 um 14:25]

  5. #5
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    schönes gedicht - sehr .. bewegend

    ein esache die mich beim lesen irgendwie irritiert hat:
    in der 2. n d3. zeile gibt es ja jeweils dieses"...junge..." dass in den andern beiden zeilen jedoch überhaupt nicht aufgegriffen wird...

  6. #6
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    Hallo,

    freut mich, dass mein Gedicht solch guten Anklang findet und bitte gleichzeitig um etwaige kritische Stimmen.

    @question
    Deine Frage werde ich gerne beantworten. In dem Gedicht geht es um eine Person, die sich in einer schweren Depression befindet, wobei das lyrische Ich die Szene kommentiert. Nun ist es so, dass besagte, mit "Junge" angesprochene Person, die schrecklichsten Dinge in seiner Wahnvorstellung sieht. Letztendlich ist es aber die eigene Hand, die den Todesstreich vollführt, nicht die tieffinstere Umgebung.
    Ein wenig als Parodie auf typische "die anderen sind Schuld" Gedichte gedacht, daher auch die sarkastische Überschrift. Dabei ist es natürlich schon diese höllische Umgebung, die den Protagonisten zu seinem Tun treibt, eine Szenerie, die jedoch rein in seiner Phantasie entsteht und gegen die anzukämpfen er nicht stark genug ist.

    Das "in der Hölle Schacht" durch "in der Hölle Schlacht" oder "in der Höllenschlacht" auszutauschen ist übrigens eine sehr gute Anregung. Ich möchte mich dafür bedanken und erwäge eine Änderung dahingehend.

    @lost.in.42
    Deine Antwort ist gerade dazugekommen, während ich noch am schreiben war, daher hier noch der Zusatz
    Der "Junge" wird in der letzten Strophe direkt mit "du" angesprochen, um die härte der Ansprache noch zu steigern. Die erste Stophe ist als Beschreibung der Gedankenwelt zu sehen, in der sich der "Junge" befindet und leitet somit in die Szenerie des Gedichtes ein.
    Ok, das ist die Kurzfassung, sollte dich der Aufbau noch weiter interessieren, freue ich mich über gezielte Nachfragen.
    PS: meintest du mit "Zeilen" Strophen, oder hab ich dich jetzt falsch verstanden?

    gruss, .....

    [Geändert durch ..... am 01-06-2005 um 15:44]

  7. #7
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    @....
    ja jetzt ist es sehr einleuchtend und lässt mir dein Gedicht noch besser gefallen und vielleicht auch erst richtig verstehen, gefällt mir gut als Gegensatz zu "alle sind an meinem Leid Schuld und in Prinzip sind es Eure Hände die mich umbringen"

    Ich habs anscheinend in ne ganz andere, falsche Richtung interpretiert vielleicht auch weil ich zu erst Schlacht anstatt Schacht gelesen hab. so ist bei mir direkt eine Assoziation zum Krieg also zu einer Schlacht gekommen und ich fand dass auch die weiteren Strophen dazu passten denn auch im Krieg ist man wahrscheinlich in einem ähnlichen Wahn..
    deswegen hatte mich der letzte Satz denke ich auch irritiert..

  8. #8
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    @question
    Ich muss sagen, der "Krieg" Interpretationsansatz ist aber auch überdenkenswert. In den Krieg ziehen, scheinbar in eine grausame Situation gezwungenen werden, die das Leben kostet. Sieht man es aber von Seiten der Sinnlosigkeit solcher "Schlachten" und dem nicht Widersetzten der Krieger gegen die Befehle der Obrigen, ist es doch in gewissem Sinne auch ein "selbst umbringen" sich bewusst in eine solche Situation zu begeben.
    Danke für die Anregung zu einer neuen Sichtweise!

    gruss, .....

    [Geändert durch ..... am 01-06-2005 um 19:22]

  9. #9
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    @....
    freut mich dass du "Krieg" auch als möglichen Interpretationsansatz siehst. ich finde wie gesagt, dass es auch gut passt. und mit dem "selbst umbringen" auf einen Krieg bezogen stimmt auch wieder , denn meistens ist die Situation des "sich im Krieg befinden" ja dann selbst bestimmt.
    wie dem auch sei, super gedicht!
    es macht klare Ansagen ohne die Situation in der sich das lyrische Ich befindet runter zu spielen bzw zu verharmlosen


    Nachtrag:
    Man kann das ganze auch als Krieg gegen sich selbst sehen..
    trifft es doch oder?

    [Geändert durch question am 04-06-2005 um 20:51]

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