1. #1
    Registriert seit
    Mar 2005
    Beiträge
    297
    Dieses Gedicht bezieht sich auf die
    Szene 35 / 4. Buch aus Apuleius: Amor und Psyche


    Tränen flossen zart ihre Wange entlang,
    Ängstlich zitternd schaute sie gen Himmel
    stand an der eisigen Klippe starr.

    Der weiche Westwind umwehte sie sacht,
    er wogte ihr Gewand leicht schwingend,
    umschwebte sie wie blauer Blütenzauber.

    Süßlich streifte sie der Duft der Liebe
    Sanft schwebend glitt sie dahin
    und versank in einem Sommernachtstraum.

    Hingebettet, in schimmerndes Gras,
    wurde sie vom wohlwollenden Wind,
    schlummernd im grünen Paradies.

    [Geändert durch Soulseeker am 03-05-2005 um 19:59]
    Unterschätze niemals die Kraft der Verdrängnis!
    Lache nie über jemanden, der einen Schritt zurückweicht; er könnte Anlauf nehmen!

    Meine neusten Werke:

    Amor und Psyche

    Verschwommen
    Winternachtstraum



  2. #2
    Registriert seit
    Feb 2005
    Ort
    Wien
    Beiträge
    552
    das parfum von pelissièr aus süskind's "parfum" heißt auch amor und psyche.
    dein gedicht gefällt mir, obwohl ich mir beim lesen des titels etwas anderes darunter vorstelle. wurde sie schlummernd??
    considerate la vostra semenza:
    fatti non foste a viver come bruti,
    ma per seguir virtute e conoscenza.
    (Dante Alighieri)

    Mein Sammelsurium

  3. #3
    Registriert seit
    Mar 2005
    Beiträge
    297
    Hey Goosie,

    *rofl* nein, sie wurde vom Wind hingebettet, deswegen ist auch kein Komma zwischen dem ersten und zweiten Vers in der letzten Strophe. Das schlummernd bezieht sich auf den zuvor erwähnten Sommernachtstraum

    Merci pour ton rapport
    Unterschätze niemals die Kraft der Verdrängnis!
    Lache nie über jemanden, der einen Schritt zurückweicht; er könnte Anlauf nehmen!

    Meine neusten Werke:

    Amor und Psyche

    Verschwommen
    Winternachtstraum



  4. #4
    Registriert seit
    May 2005
    Beiträge
    90
    Wunderschön!
    Das klingt einfach auf den Lippen, in den Wörtern ist Musik und Sinn...

    Wer lehrt mich so zu schreiben?
    ""Du gehst zu Frauen? Vergiß die Peitsche nicht!""

    Aus "Also sprach Zarathrustra" von Friedrich Nietzsche

  5. #5
    Registriert seit
    Mar 2005
    Beiträge
    297
    Herzlichen Dank für deinen Kommentar, Heiress.
    Es freut mich, dass dir das Gedicht so sehr gefällt
    Deine letzte Frage habe ich allerdings nicht verstanden...
    Unterschätze niemals die Kraft der Verdrängnis!
    Lache nie über jemanden, der einen Schritt zurückweicht; er könnte Anlauf nehmen!

    Meine neusten Werke:

    Amor und Psyche

    Verschwommen
    Winternachtstraum



  6. #6
    Registriert seit
    Apr 2004
    Beiträge
    366
    Ich kenne Szene 35/4. Buch aus Apuleius nicht, Dein melodisches Gedicht könnte mich aber glatt verleiten den Esel zu lesen... War mir ein voluptas...

    Ich habe immer Asterix auf Latein gelesen...
    *kluger Spruch*
    *keine Auflistung meiner Gedichte*

  7. #7
    Registriert seit
    Mar 2005
    Beiträge
    297
    War mir ebenfalls ein voluptas deinen Kommentar zu meinem Gedicht zu lesen
    Unterschätze niemals die Kraft der Verdrängnis!
    Lache nie über jemanden, der einen Schritt zurückweicht; er könnte Anlauf nehmen!

    Meine neusten Werke:

    Amor und Psyche

    Verschwommen
    Winternachtstraum



  8. #8
    Registriert seit
    May 2005
    Beiträge
    20
    nichts böses ahnend saß ich hier
    und plötzlich offenbarst du mir
    dies gedicht, von dir verfasst
    du hast es hierhin reingebracht.

    eine kleine feststellung am rande

    Für mich wirkt dieses Gedicht sehr positiv, man bekommt wahrlich den Anschein, du seist im Moment verliebt...

    Das ist die Kunst guter Dichter oder die Kunst von Verliebten...wie mans nimmt.

    Ein Lob an dich, das ist ein schönes Gedicht!

  9. #9
    Registriert seit
    Feb 2005
    Ort
    Starnberg
    Beiträge
    1.621
    Sehr schön!

    Ich finde nichts zu meckern, nur eins, empfehle Dir ein "Hingebettet, in schimmerndes Gras," , damit die Missverständlichkeit rausfällt .

    Hm, seltsam, das mein Sommerabend aus Versehen ähnliche Motive wählt. Ich kenn den ollen Schinken nämlich auch nicht...


    Liebgrüß
    Anke

  10. #10
    Registriert seit
    Mar 2005
    Beiträge
    297
    Hallo Oberbett und therzi,

    Ich danke euch herzlichst die Kommentare.

    @ Oberbett: Ich bin nicht verliebt, noch nicht

    @ therzi: Dein Vorschlag hat mir sehr gut gefallen...hätte ich auch selbst drauf kommen müssen
    werde es als Änderung vornehmen, danke!
    Unterschätze niemals die Kraft der Verdrängnis!
    Lache nie über jemanden, der einen Schritt zurückweicht; er könnte Anlauf nehmen!

    Meine neusten Werke:

    Amor und Psyche

    Verschwommen
    Winternachtstraum



  11. #11
    Registriert seit
    Apr 2005
    Beiträge
    54
    Also ich kenne dieses Buch nicht und daher ist mir auch die Szene unbekannt, aber das Gedicht haut einen echt um! So schön...
    Es liest sich wunderbar und die Gefühle lassen sich so gut ablesen...

    Anfangs ist der Schmerz einer Frau/ eines Mädchens beschrieben. Sie hat angst vor dem Leben, will vielleicht Selbstmord machen, weil sie ja an der Klippe steht. Doch dann weicht die Angst, das Mädchen beruhigt sich, vergisst die Sorgen. Sie verliebt sich, wird glücklich.. man kann das nicht so leicht beschreiben, nur verstehen, wenn man das Gedicht liest. Denn es selbst ist die beste und schönste Beschreibung!!!

    ..nochmal: Kompliment! Es ist wirklich makellos und wunderschön.

    tigereye

  12. #12
    Registriert seit
    May 2005
    Beiträge
    90
    Bitte, bitte dein Gedicht hat mich einfach berührt und eigene Bilder erzeugt...

    Ach die letzte Frage bezog sich auf die Tatsache, dass ich noch blutige Anfängerin bin und gerne so schreiben würde aber ich bin ja mittlerweile schon heftig am üben

    Liebe Grüße Heiress

    ""Du gehst zu Frauen? Vergiß die Peitsche nicht!""

    Aus "Also sprach Zarathrustra" von Friedrich Nietzsche

  13. #13
    Registriert seit
    Mar 2005
    Beiträge
    297
    Hallo tigereye und Heiress,

    Mit sovielen positiven Kommentaren habe ich überhaupt nicht gerechnet *schmunzel*.
    Vielen Dank für eure schmeichelnden Statements

    @ tigereye: Falls du dich (irgendwann) mit dem Buch beschäftigen solltest, wirst du feststellen müssen, dass
    deine Intention nur in geringem Maße dem Inhalt des Originals entspricht. Das ist jedoch nicht negativ, sondern vielmehr positiv zu betrachten, denn die Stärke dieses Gedichts liegt vor allem darin, dass sie dem Leser viel Freiraum für eigene Interpretation lässt.
    Schön, dass es dich so begeistert hat
    Unterschätze niemals die Kraft der Verdrängnis!
    Lache nie über jemanden, der einen Schritt zurückweicht; er könnte Anlauf nehmen!

    Meine neusten Werke:

    Amor und Psyche

    Verschwommen
    Winternachtstraum



Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Amor und Psyche
    Von Ano Nymos im Forum Dramatik
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 15.11.2009, 14:15
  2. Last der Psyche
    Von Hans Plonka im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 04.11.2009, 12:00
  3. Amor und Psyche(Kommentarfaden)
    Von Ano Nymos im Forum Dramatik
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 02.09.2009, 19:57
  4. Die Psyche
    Von Jerry im Forum Trauer und Düsteres
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 22.06.2006, 23:21
  5. AMOR UND PSYCHE
    Von Michael Drewes im Forum Humor, Satire und Rätselhaftes
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 16.01.2004, 17:08

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden