1. #1
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    Wink

    Mut kann man sich nicht kaufen,
    darum wird er jetzt noch ein paar bierchen saufen
    und schon ist er ein held
    welcher es allen zeigen wird auf dieser welt.

    Gerade hat er einen großen Schluck genommen,
    da sieht er ganz hinten, zwar schon etwas verschwommen
    seinen nachbarn an der theke stehen,
    da muß er sofort hinübergehen.

    "Hey nachbar, du alter klemmer,
    wie geht es deinem sohn, dem penner,
    und deine frau, das alte luder
    riecht verdächtig nach parfume und puder."

    Der nachbar sieht ihn befremdet an
    und denkt ganz offensichtlich schon daran
    aus dem lokal ehestens zu verschwinden,
    doch der held erwischt in eiskalt von hinten:

    "Ich hab ja gehört, von irgendwem,
    in deiner firma soll´s auch drunter und drüber geh´n,
    du wärst käuflich und korrupt,
    und hättest dich als kompletter versager entpuppt."

    Schade, jetzt ist der nachbar aus dem lokal verschwunden,
    ein weiteres bier, und der held hat sein nächstes opfer gefunden,
    sein chef, dem wollte er schon lange seine meinung sagen,
    dem wird er heute auch sicher sorge tragen.

    "Hallo boss, meinen gehalt müssen sie neu überdenken,
    schließlich hab ich ja soviel zu organisieren und zu lenken,
    bedenken sie, ohne mich würde die firma zugrunde gehen."
    Und dann gab er seinem chef noch zu verstehen,

    dass er so gewisse interne unregelmäßigkeiten auch belegen kann,
    ja, heute war er ein held, ein richtiger mann!
    Auch seinen chef hat er jetzt in die flucht geschlagen,
    doch er wird wiederum dafür sorge tragen,

    dass sein feldzug noch weitere früchte trägt,
    schwupps, hat er schon das nächst opfer erspäht.
    Den Ferdi, einen "Freund" aus vergangenen Tagen,
    dem wird er gleich als nächstem alles sagen.

    Doch vorher muß er noch mal kurz nachtanken,
    um dann zu seinem "Freund" zu wanken.
    "Hallo ferdi, lang nicht mehr gesehen,
    aber nichts desto trotz kann ich nicht verstehen,

    warum du dich mit meiner frau so oft unterhälst
    und mich dabei oft als versager darstellst,
    du brauchst dich nicht wundern, hab ja alles selbst gehört,
    auch das dich mein charakter stört.

    Aber eines sage ich dir ganz unverhohlen,
    die wahrheit hat mich als ihr sprachrohr auserkoren,
    der lumpige rest von dir wird nur mehr von lügen gestützt,
    und übrigens, du hast mich schon in der schule nur ausgenützt."

    Schade, der letzte Satz hat ferdi nicht mehr erreicht,
    weil sich der feigling unbemerkt aus dem gasthaus schleicht.
    Nun gut, dann geht der Held heute auch mal zur ruh,
    es ist ja nur mehr die kellnerin im lokal, die blöde kuh.

    Am nächsten morgen, des helden kopf ist noch schwer,
    ist das ehebett auf einer seite leer?
    Sie schreibt, sie sei nun zu einem "Freund" gezogen
    und fühle sich um ihre jugend von ihm betrogen.

    Auch der chef hat telefonisch mitgeteilt,
    daß die fristlose Kündigung den Held ereilt,
    und dann noch der einstimmige Mieterversammlunsbeschluss,
    dass bis ende des monates die wohnung geräumt sein muss.

    Das wird dem held dann doch zu viel,
    und er schnurstracks ins lokal gehen will,
    doch die tür bleibt für unseren helden für immer zu,
    denn gestern hatte die chefin dienst, und nicht die blöde Kuh!!!

  2. #2
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    Damit die traurigkeit nicht überwiegt!

    Das gedicht war nun schon auf seite drei,
    jetzt ist es wieder vorn dabei,
    will damit die ernsthaftigkeit ein wenig aufheitern,
    auf seite drei würde dieses vorhaben scheitern.


    Forest

  3. #3
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    !

    Alle Achtung,...

    ich weiß gar nicht was ich schreiben soll, ich finds einfach gut, grad dadurch, dass etwas übertrieben dargestellt ist,... aber es ist wahr,.. durch Alk meine viele,... jetzt sind sie mutig und sie können stolz auf sich sein (ist mir auch schon passiert, ehrlichgesagt,..) aber in Wirklichkeit ist er nur eine Maske und niemand kann auf irgendeine Maske stolz sein, mag sie auch noch so gut oder schön sein,...

    was zählt ist der Mensch selber,..

    deepsoul!

  4. #4
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    es wurde verstanden...

    mich freut, dass dieses gedicht verstanden wurde, ich hab mit vielen wie oben beschriebenen leuten zu tun bzw. zu tun gehabt, ich werde sie nie verstehen, auch werde ich die jenigen nicht verstehen, welche dieses verhalten tolerieren und dann sagen: " der ist heute nicht ernst zu nehmen, der hat halt ein glas zu viel erwischt".

    Die "Helden" sind am nächsten tag ganz still und schweigsam, nichts ist übrig geblieben von all dem Mut, all der Kraft und der bestimmtheit des vortages, nicht einmal mehr eine eigene Meinung....


    Ganz liebe grüße

    Forest

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