Thema: Totes Tier

  1. #1
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    Question

    Totes Tier

    Wie das banale ticken einer Uhr,
    es bahnbrechend in Gedanken fuhr.
    Mein Herz zu dickem Eis gefroren,
    geheime Worte zur Tat auserkoren.

    Bedauern kann ich lang nicht mehr,
    Qualen durchlöcherten mich zu sehr.
    Der Lebenssaft er rinnt aus mir,
    als wäre ich ein erschossenes Tier.

    Die Zeit pulsiert in meinen Fingern,
    wartet darauf das Leid zu verringern.
    Wann stoppt der tickende Gedanke?
    Endlich hol ich aus meine Pranke!

    Ich schlag mir mitten ins Gesicht,
    nackt und geschunden steh ich vor dir.
    Der Dolch noch tiefer in mich sticht,
    wusst ich’s doch, deine Liebe gilt ihr.

  2. #2
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    ich würde sagen, soweit so gut.
    aber die Silbenzahl haut öfter nicht hin,
    das stört einw enig den Lesefluß.

    ich würde vllt. noch eine Strophe ahnängen,
    in der "sie" beschrieben wird oder was er an ihr findet.
    Auf das die Tauben leuchten - weiß und hell, wie der volle Mond!

    (Liebe und Romantik) - Willst du? / Der (formulierte) erste Schritt?!(7) - Geschöpfe(6)
    Danke daß es dich gibt.(5) - Der erste Schritt?!(2) - Trümmerfeld(1)
    Liebe ist Schmerz(3) - Vom Gedicht zum Dialog in gereimter Fortsetzung
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  3. #3
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    Hallo Schattenspieler!

    Also mit der Silbelänge hast du sicherlich recht! Ist soweit der erste Entwurf, der von der Metrik her schwer überarbeitet werden muss.

    Allerdings habe ich absichtlich keine Strophe mehr angefügt, da ich die Wende von anfänglichen Mordgedanken, Vorhaben oder was immer man in den ersten zwei zeilen hinein interpretieren mag nicht "breit treten" wollte, in dem ich erkläre was so gut an "ihr" ist!

    Es sollte eigentlich nicht um "sie" gehen, sondern um das "mich" - das eine fast schon patogene Verhaltensstöhrung wiederspiegelt...

    hmm vielleicht ist mir das ja missglückt? was meinst du? kommt dieser gedanke gar nicht herraus?

    danke für deine antwort,
    lg orange

  4. #4
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    Doch doch, jetzt wo du es sagst, geht es mir auf:
    eine Strophe über sie würde den Fokus auf das "ich" zerstören.
    Obwohl ich diese beschreibung auch eher zynisch-sarkastisch verzerrt angelegt hätte. Aber seis drum :)

    Mordgedanken würde ich -wenn- nur in der vierten Zeile erkennen.

    Wenn du das Pathogene auf der psychischen Ebene siehst, hast du wohl recht - hier schlägt der Schmerz zuerst zu und frisst Löcher in den eh schon von der Liebe trägen Verstand.
    Auf der physischen Ebene kann das aber auch leicht zu selbstzerstörerischem/-verletzendem Handeln führen.
    Was ja "Ich schlag mir mitten ins Gesicht" und "geheime Worte zur Tat auserkoren" trefflich aufzeigen.
    Das kann eben durchaus auch den Selbstmord (Freitod klingt in diesem Zusammenhang [und anderen] einfach zu zynisch) als finalen Akt und absoluten Höhepunkt der Selbstzerstörung auf den Plan rufen. Eigentlich schreit es fast dannach. Nur hören viele Leute (zum Glück??) in solchen Situationen manchmal sehr schlecht.

    Ich hoffe, der Blick hinter den Vorhang ging in die richtige Richtung und ein "Bitte" *knicks* vom Nebeneffekt des Lichspiels der großen Bühne des Lebens. ^_^
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  5. #5
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    Ursprünglich eingetragen von orange

    Also mit der Silbelänge hast du sicherlich recht! Ist soweit der erste Entwurf, der von der Metrik her schwer überarbeitet werden muss.
    dann seidoch so gut, und poste ausgearbeitete gedichte. denn "definitive entwürfe" hat es hier reichlich genug.
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  6. #6
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    @schattenspieler

    vielen dank für deine schöne interpretation! Hast du schon ganz richtig erkannt, dass es um die psychische ebene geht!
    vielleicht finde ich ja noch einen weg dies besser verdeutlichen zu können!

    immer schön von dir zu hören, lieben gruss orange

    @leperello...
    man man man seid ihr hier aber streng! - wenn du schonmal einen blick auf mein gedicht geworfen hast, müsste dir auffallen, dass es so "roh" gar nicht mehr ist!... doch anregungen von usern helfen doch meist noch etwas zu verbessern oder darauf aufmerksam zu werden! oder stellst du deine werke nur ein um gelesen zu werden!?
    gruss orange

  7. #7
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    @orange: entschuldige, dass ich mich weier nicht zum gedicht geäussert habe. inhaltlich hat es mir gefallen, besonders der schlussdreh. wäre allerdings auch nicht auf ein doppel-ich gekommen, sondern habe es (da ja auch hier gepostet) als liebestragödie verstanden.
    wollte nur sagen, dass man meiner meinung nach ein gedicht posten soll, wenn es für einem fertig gearbeitet ist. das schliesst ja nachträgliche tipps der user nicht aus, aber man erkennt dann den autoren besser. und ja: ich meine, meine gedichte wären soweit ausgearbeitet, dass sie so stehen und gelesen werden können. negative kritik schliesst das nicht aus, aber nachträglich geändert habe ich nur selten etwas.
    mit (arroganten?!) grüssen
    lepi
    .
    .
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  8. #8
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    Hallo Lepi,

    mit arroganz denke ich hat das weniger zu tun, ich würde nur meinen, du weißt eben was du kannst und selbst wenn andere dein werk kritischer beäugen, bleibst du bei deiner fassung! das finde ich gut!

    Ich bin was gedichte angeht hier noch nicht sehr versiert und "totes tier" war für mich eigentlich stimmig! Leider wird mir oft gesagt, dass man durch meinen Lesefluss holpert und nachdem ich scheinbar nicht erkennen mag (vielleicht liegt das an der betonung wie ich es vorlese) hol ich mir hier tips...
    du hast recht: vielleicht hätte ich nicht schreiben sollen:
    "schwer zu überarbeiten" sondern eher, ich finds gut, für ideen bin ich offen

    Danke für den verbalen Arschtritt (verzeih die wortwahl)
    hoch erhobenen hauptes grüsse ich dich zurück,
    orange

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