1. #1
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    Es wandelte
    in tiefer Nacht
    ein Jüngling,
    des Hinterhaltes
    nicht bedacht,
    lustentfacht
    daher.


    Getragen von
    der Stimme Klang
    lief er
    ungewollt,
    in eisernem Bann,
    angetan,
    zum Meer.


    Sehnsüchtig kam
    er nun ans Ziel,
    erwartet von
    der Wasserfee
    und ihm gefiel
    das feucht-fröhliche Liebesspiel
    im blauen Meer.
    Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel. Konfuzius

  2. #2
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    Ich finde dein Gedicht gar nicht mal so schlecht, obwohl es es in dieser Kategorie wohl etwas fehl am Platz ist, ich würde es zu Experimentelles verschieben.

    Eklatant ist das, sich durch das gesamte Gedicht ziehende Enjambement, welches dem Gedicht eine gewisse Hast zuspricht, die meiner Meinung nach aber nur Teilweise zum Inhalt passt...
    Verwirrt hat mich deine Reimform, die kein Schema zu besitzen scheint und sich schier wahllos durch die Zeilen schlängelt.

    Ich denke, dass es in jedem Falle noch ausbaufähig ist, wenn du mehr mit Metaphern, Umschreibungen und Verrätselungen arbeitest.


    Freundliche Grüße Die Erbin
    ""Du gehst zu Frauen? Vergiß die Peitsche nicht!""

    Aus "Also sprach Zarathrustra" von Friedrich Nietzsche

  3. #3
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    Hallo Ihr beiden,


    ich denke nicht dass es experimentelle Lyrik ist. Denn die Kriterien für solche sind doch anders .

    Ich habe aus Interesse mal die Form auseinandergenommen, da ich mich wunderte, warum etwas scheinbar schräges doch vertraut wirkt. Das Ergebnis zeigt sehr viele (teils unreine) Reime, die doch immer wieder in nahezu jeder Zeile ein Bekanntheitsgefühl erzeugen, was dem Werk schon etwas besonderes gibt. Nach dem zweiten Lesen (Ergebnis in den letzten Klammern) fängt man an, meist automatisch jambisch zu lesen (Xx) und nur die offensichtlichen Verse im Trochäus zu beginnen.

    Aber inwieweit ich mich damit anfreunden kann? Gereimtes mag ich strenger .

    Aber interessant war es schon.


    Liebe Grüße
    Anke

    Es wandelte
    in tiefer Nacht
    ein Jüngling,
    des Hinterhaltes
    nicht bedacht,
    lustentfacht
    daher.
    xXxx 4 - (xXxX... mit viel vorheriger Jambusprägung beim zweiten Lesen )
    xXxX 4 a
    xXx 3 -
    xXxXx 5 -
    XxX 3 a
    XxX 3 a
    xX 2 b
    24

    Getragen von
    der Stimme Klang
    lief er
    ungewollt,
    in eisernem Bann,
    angetan,
    zum Meer.
    xXxX 4 c
    xXxX 4 d-unrein
    Xx 2 b-Gleichklang
    XxX 3 -
    xXxxX 5 d (das bleibt auch beim zweiten Lesen ein Daktylus)
    xXx 3 d
    Xx 2 b
    23

    Sehnsüchtig kam
    er nun ans Ziel,
    erwartet von
    der Wasserfee
    und ihm gefiel
    das feucht-fröhliche Liebesspiel
    im blauen Meer.
    XxxX 4 d-unrein(bleibt Daktylus)
    xXxX 4 e
    xXxX 4 c-Gleichklang
    xXxX 4 b-unrein
    xXxX 4 e
    xXXxxXxX 8 e (mit viel Liebe xXxXxXxX)
    xXxX 4 c
    32

  4. #4
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    Mh aber ich finde, dass es hier auch nicht so recht hinpasst. Weil ich die Romantik doch nicht so recht finden kann...

    Naja ich muss zugeben, dass ich das Gedicht nicht auseinandergenommen habe sondern einfach nur gelesen habe und es wirken ließ. Und ich stellte fest, dass es sich trotz seltsameren Aufbaus interessant und auch irgendwie flüssig liest...

    However ich will nicht lange um den heißen Brei herumreden. Da hab ich mich wohl "verkritisiert" (was für ein geniales Wort ).

    Liebe Grüße Heiress
    ""Du gehst zu Frauen? Vergiß die Peitsche nicht!""

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  5. #5
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    (Kritik ist doch subjektiv , Heiress. Und mit der Rubrik, stimmt, ich habe nicht so hingeschaut.)

    Blake,

    ich sehe schon das Thema Liebe in dem Gedicht, aber Du hältst es tatsächlich eher augenblinzelnd. Ein Heissblütiger, der sein Mütchen im Meer kühlt (hoffentlich nicht mit lethalen Folgen?). Wenn schon nicht Humor, so ist doch bestimmt kein reinrassiges Liebesgedicht?


    LG Anke

  6. #6
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    Hallo
    erst mal ein dickes DANKE dafür, dass ihr so viel geschrieben habt.
    Ich war mir echt nicht sicher in welche Rubrik ich es stellen sollte,
    aber zur Liebe gehört wohl auch verführt zu werden
    und in dem Gedicht ist es nicht anders.
    ich wusste, dass bei der genaueren Zerlegung ein Chaos entsteht und hoffe darauf, dass vielleicht irgendwer hier Ordnung darein bringen kann.
    Ich schaff es irgendwie nicht.
    *brett vorm kopf hab*

    nochmal danke
    LG
    Blake
    Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel. Konfuzius

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