Thema: Miss Heroin

  1. #1
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    So, mein Kleiner, das Gras wird dir langweilig
    -und auch LSD, Haschisch und Kokain.
    Ein angeblicher Freund, eine sogenannte Freundin
    sagen Dir: Darf ich vorstellen: Miss Heroin.
    Nun, mein Guter, bevor du bald bei mir bist,
    will ich dir noch sagen, wie es wirklich ist.
    Ich werd dich verführen und an mich binden.
    Schon Stärkere als dich liess ich verschwinden.
    Du kannst nicht fallen, meinst du?
    Ach, Darling, als Abhängiger fällst du immerzu.
    Du wirst mich probieren in einer Nacht
    und mich nehmen, Sweetheart,bis die Hölle lacht.
    Bin ich erst mal drin in deinen Venen,
    wirst du dich, krank, nach Miss Heroin sehnen.
    Nur für ein bisschen Eitsch wirst du Mutter belügen
    und dich ins Böse und Käufliche fügen.
    Für meinen sinnenbetäubenden Charme
    wirst du rauben, lügen, stehlen;
    und bin ich dann tief in deinem Arm,
    wird dir, entlich!, nichts mehr fehlen.
    Eines Tages wirst du dich deiner schämen
    und dir versprechen, mich nie mehr zu nehmen.
    Wenn du meinst, du hättest den richtigen Dreh,
    heb an und sag: Geh, Miss Heroin, geh!
    Du erbrichst, du krampfst, du kannst nicht mehr;
    deine Nerven schreien: Komm, Freundin, komm doch her!
    Schmerzen, Schüttelfrost, Qual und Schweiss
    nehmen dir nur meine Körnchen- winzig und weiss.
    Da ist kein anderer weg! Du brauchst nicht zu suchen.
    Denn du weisst im Innersten: Miss heroin kann verfluchen.
    Verzweifelt rennst du zum Pusher - und dann,
    Honey, hängst du erneut an mir dran.
    Yeah, wie ich versprach: Bist du erst zurück gekommen
    wird dir (a dein Körper und b) deine Seele genommen.
    Was du bist und hast, gibst du auf in deiner Not,
    und dann wirst du mir gehören - bis in den Tod!



  2. #2
    Registriert seit
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    106
    Hallo Delfin,
    du hast ein ernstes Thema gewählt.Drogenmißbrauch und Sucht wecken Emotionen und sind,wie ich finde,ein passendes Thema,um sich auch lyrisch damit auseinanderzusetzen.Leider ist dir das,wie ich finde,nicht gut gelungen.
    Das fängt schon rein formal an.Dein Gedicht ist eine ungegliederte Textwurst,die den Leser zunächst eher abschreckt.Strophen würden dem Gedicht sehr gut tun.Auch das Reimschema ist dir nicht besonders gelungen.Meistens benutzt du den Paarreim,der für ein ernstes Gedicht eher unangemessen ist,wechselst aber willkürlich in den Kreuzreim,was sehr uneinheitlich wirkt.
    Inhaltlich ist das Gedicht,wie ich finde,leider sehr klischeehaft.Das ganze wirkt eher wie eine aus der Bravo abgeschriebene Liste von Klischees.Das ist so abgedroschen,daß es niemanden mehr schockt.Genausowenig wirkt es authentisch.
    Übrigens: Heroin ist üblicherweise braun,nicht weiß.An solchen Kleinigkeiten erkennt man schon,daß du nicht gut genug "recherchiert" hast.
    Das soll jetzt aber kein Totalverriss sein.Die Idee ist gut,nur müßte es,wie ich finde,noch mal überarbeitet werden.

    Grüße,
    Nocturnal
    "Säufer des schweren Saftes, versiegelt im durchsichtigen Bernstein ihrer Träume." William S. Burroughs

  3. #3
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    Smile

    Hallo Noctural
    Danke für die Kritik,Dieses Gedicht schrieb ich vor einem Jahr für meinen Bruder, der so weit kam.
    Ich persöhnlich schaue beim schreiben nicht sonderlich auf die Gestaltung, mir kommt es viel mehr, auf das was ich damit sagen möchte an. Es ist doch viel Wichtiger die Gefühle, und die Gedanken nieder zu schreiben. Und viel weniger, auf das was andere denken wie die Worte, und Reime klingen! Lies doch mal die Türkin, in der gleichen Rubrick. da hab ich auch nicht gross auf die Gestaltung geachtet, sondern einfach meine Gedanken nieder geschrieben.

    PS: Ich bin schon viel zu alt für die Bravo und änhnliche Zeitschriften.

  4. #4
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    Delphin, die Szenerie, die du hier beschreibst, ist tatsächlich abstoßend. Ich habe mit der Drogenszene nie etwas zu tun gehabt. Aber ich denke, so, wie du dich ausgedrückt hast, kann die Warnung nicht umsonst sein.
    Aber gibt es, im übertragenen Sinn, nicht noch andere Rauschgifte, denen der Mensch ebenso verfallen kann - z. B. Angewohnheiten, Menschen etc ? Dann wären deine Verse ein lautes Halt bei jeder Art der Anhaftung.


    *gl*


    N.

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