1. #1
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    Ich fühle mich einsam, einsam in einer Welt der Industrie, der Geschäfte, des Trubels, der Autos, der lauten Umwelt, der Abgase, der Emotionen die durchzogen sind von Hass, der Politik, und jenen Menschen die mit verschlossenen Augen durch diese Welt laufen und meinen sie könnten sich aufführen wie die Götter persönlich.
    Ich möchte hier weg, hier raus aus dem Tod persönlich, der mich dahinraffen lässt, langsam, ganz langsam, aber sein Ziel erreicht er schließlich doch.
    Ich fühle mich wie eingesperrt in einem Raum, der meine Persönlichkeit auffrisst, mir meinen Verstand raubt, mich anwidert wie so manche Menschen, in dessen Augen die gleiche erbahmungslose und veruntreute Seele ruht!
    Die Wände werden immer enger, und für Liebe ist kein Platz mehr. Sie wurde erdrückt, zerquetsch, zermahlen zu feinstem staub welcher dahinwehte, in das Nichts und doch die Ewigkeit.
    Was mache ich nun, in dem Elend, der Verzweifelung welche sich nicht mit Tränen löschen lässt. Ich habe ihn gegossen, den einst verdorrenen Boden, die Erosionen zogen sich Kilometerweit, und ich, ich lag mitten in ihm, dem Staub und Dreck. Wo einst meine Träne auf ihm verglühte wie als wärt sie nie vergossen, erstreckt sich längst eine grüne Aue, entstanden aus meinen Tränen.
    Grün, ja grünes Gras, die Farbe der Hoffnung, entstanden aus meinem Elend. Gibt es doch noch einen Weg, etwas schönes, was mir Frieden schenkt welchen ich mir einst so sehr erhoffte. Die völlige Erfüllung ruht nur in dem Himmel, oder war es doch die Hölle, dem ewigen Meer aus Flammen?
    Etwas ist in mir, es treibt mich an, so wie man mit einem Schüreisen durch die kirschrote Glut eines Kaminfeuers streift.
    Mein einziger Frieden ruht in der Natur, der Gegenwart und Vergangenheit, welche in unserer Gesellschaft schon längst in Vergessenheit geraten ist.
    Wo sich unsereiner durchdringen lässt von Alkohol und dem wummern der Bässe, schenkte die Natur unseren Vorfahren völlige stille, unterlegt von dem Wind, dem Rascheln der Blätter auf dem Waldboden, dem zwitschern der Vögel und fiepen der Tiere. Das füllt sie aus, die Seele, gibt ihr völlige Kraft in einer Dimension welche den meisten Menschen nicht mehr zugänglich ist.
    Eine Angewohnheit kann man nicht aus dem Fenster werfen, man muss sie die Treppe hinunterprügeln, Stufe für Stufe.

  2. #2
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    Iceshower, deine Geschichte ist eine außergewöhnlich schöne Umsetzung von Gedanken über Menschen, die ich hoch schätze. Ich habe deine 'Verse' sehr gerne gelesen.


    *gl*


    N.



  3. #3
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    -in die Prosaecke verschoben-

    olaja - Moderatorin
    Ich kam am 3. Juni nach Hause mit dem Geruch, / den er nicht ertragen konnte, / er nahm das Fleischermesser und ich schrie, / ging zurück bis zur letzten Wand, / irgendwo in der Nachbarschaft hörte ich das Stöhnen, / von zwei, die sich liebten. Vera Piller

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