1. #1
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    Reagenzgläser gereiht und sortiert
    Weißmänner spielen Gott und Damon
    „Keine Zeit, Produziert!“
    Schreit der Eine schon.

    Kreuze gehängt und gestellt
    Schwarzmänner spielen Herr und Zeit
    „Heilig sei die Welt!“
    Fleht der Andere so weit.

    Kästen verblitzt und verstahlt
    Buntmänner spielen Alles und Kein
    „Lass es sein.“
    Schweigt er so hinein.

    Doch da kommt einer
    Unsortiert, stellend und voller Licht.
    Aber so Einer redet nicht.

    So Einer will aufgeben
    Und ihn reißt doch die Pflicht.

    Verfluchte Weltensicht!
    Erkennen selber braucht einen Augenblick, die Erkenntnis auszudrücken ein Leben.

  2. #2
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    hey willo!
    Ein interessantes Gedicht! Wobei mich bei deinem Werk die dahintersteckende Meinung und Auffassung sehr interessiert! Ich habe mir meine Interpretation beim lesen erstellt, doch was willst du damit sagen?

    lg written
    Bleiben wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche.

    Che Guevara

  3. #3
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    Das Gedicht ist eine Kritik an der profitorientierten Industrie (Stichwort: Kapitalismus?) ( Strophe 1 ), die sich keiner moralischen verpflichtungen bewusst ist, genau wie die kirchlichen Institutionen (Strophe 2), die genau so kritisiert werden. Die Kirche mßt sich auch an Gott zu spielen, indem sie von Gottes Wort etc spricht und damit Druck ausübt. Bedie gruppen industrie und Kirche sind von Geld und Macht regiert. Die dritte Strophe charakterisiert die Durchschnittsmenschen einer solchen Gesellschaft, der Alles in sich pumpt durch Fernseher, Bild-Zeitungen Etc, aber dabei keinerlei kritische Haltung einnimmt sondern eben alles sein lässt und dahin vegetiert, wohl bemerkt oftmals auch unglücklich. Die vierte und fünfte Strophe handelt von den Menschen, die noch nicht angepasst, selber schaffend und voller Veränderungskraft sind. Diese Menschen
    fühlen sich so bedrückt von dieser Scheinordnung und wollen aufgeben (das heißt dann wohl so etwas wie: im Strom mitschwimmen oder den Selbstmord zu wählen) Aber eine Art Instinkt der Intelligenz ( und das heißt nicht nur mit Zahlen umgehen zu können, sondern Menschsein!)drängt sie zum Schreien, zum Ändern, zum Kämpfen. Das abschließende "Verflcuhte Weltensicht" ist sozusagen der Ausschrei eines denkenden, fühlenden, schaffenden Menschen, der sein Weitsichtigkeit, seine Klugheit verflucht, sie hasst, da ihm diese "Weltsicht" (die weit objektiver als die normale ist) leiden und kämpfen lässt.

    Das ist soweit die Interpretation, jedoch gibt es Freiräume und diese habe ich ausgefühlt, aber das Gedicht an sich lässt mehr frei.

    MFG Willo und danke, dass es dir gefällt
    Erkennen selber braucht einen Augenblick, die Erkenntnis auszudrücken ein Leben.

  4. #4
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    Auch deine Gedanken zum Gedicht finde ich sehr interessant! Ich hätte es anders interpretiert.

    Ich sah in deinem Gedicht den 2.Weltkrieg, Ideologie und Rassismus thematisiert.

    Ich dachte es ging in der ersten Strophe um die weisse "Herrenrasse", in der zweiten Strophe um die früher schwer unterdrückten Schwarzen welche als einzige Stütze Gott hatten. In der dritten Strophe war ich auch der Meinung, dass es um die Einfluss von aussen ging und um den (zu geringen) Widerstand. Wie in deiner Interpretation war die Aussage "Verfluchte Weltansich" von jemanden kommt, der die Probleme und Gefahren in der Gegenwart genau sieht und das für ihn zum Problem wird.

    Bleiben wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche.

    Che Guevara

  5. #5
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    Ich habe ja gesagt das es Interpretationsfreiraum gibt. Danke dir

    MFG Willo
    Erkennen selber braucht einen Augenblick, die Erkenntnis auszudrücken ein Leben.

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