Thema: Augenblicke

  1. #1
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    Augenblicke


    Augen blicken Augenblicke
    wirbelnd wirre Wolkenfetzen
    reißende Gedankenstücke
    über blauen Himmel hetzen.

    Wind gedreht im Kopf die Bilder
    grell bescheint der Sonne Strahlen
    blutges Trommeln immer wilder
    letzte unendliche Qualen.

    Nacht geschwappt sich über Szene
    Ruhe nun das Werk gestaltet
    tonlos eine goldne Träne
    die im Augenbett erkaltet.

    [Geändert durch ..... am 13-05-2005 um 18:44]

  2. #2
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    Thumbs up

    Hey
    Dein Gedicht find ich äußerst klasse, besonders die alliterationen. Scheinst wirklich Talent zu haben, gefällt mir echt gut.
    Mfg Bee

  3. #3
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    Hallo ,


    ein sehr schönes und auch rhythmisches Stück. Die Stilmittel sind vielfältig und die kontrastierenden Bilder gefallen mir sehr, schön ist der Naturvergleich in den Strophen. Du bietest sehr viel Interpretationsfreiraum (gut gemacht, die Interpunktion auszulassen) und verlässt nach der fast brutalen Mitte Deinen Leser mit einem traurigen aber versöhnlichen Gefühl. Gefällt mir.

    Lach, Augenblicke, das Wortspiel macht einfach Spaß, weiß ich aus eigener Erfahrung . Meine sind dann aber eher positiv.
    Danke für den Lesegenuß,


    liebe Grüße
    therzi





  4. #4
    Schattenblume ist offline Etwas mit den Scherenhänden
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    halooo ....,

    schade, alle haben mir schon vorgegriffen
    bleibt mir noch, dir mein begeistertes Lob zuzusprechen.

    merkwürdig nur, dass sich niemand an deinen `Wolckenfetzen´ stört - hast du das ´c´ bewusst eingesetzt ?

    dann hat sich vor meinem Auge das ´Wind gedreht´ in ´windgedreht´ verwandelt - was hältst du davon ?
    ich meine, dass dies mehr Bewegung in sich trägt und auch sprachlich korrekter wirkt...

    LG
    van de schaduwenbloem

    Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einen nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

  5. #5
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    Blömsche,


    das "c" hatte ich vergessen (oder rede ich mich raus mit "hab ich Dir übergelassen"?). "Windgedreht" finde ich nicht so schön, denn es nähme die Möglichkeiten des Wortspiels hier deutlich zurück. So kann sich sowohl der Wind drehen, als auch der Wind aktiv die Bilder drehen und die Bilder können (Deine Lesart?) windverdreht sein. Das ist das, was ich auch mit der fehlenden Interpunktion meinte, sie würde hier auch die Möglichkeiten zu spielen eingrenzen. Und ich spiele doch so gern.


    LG T-herz

  6. #6
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    Hallo euch allen!

    Wow! Da verschlägts mir ja die Sprache, bei soviel positiver Resonanz. Aber erst mal einen ganz herzlichen Dank jedem einzelnen für seine Antwort!

    @damned_heart!!
    "gedreht" meinte ich im Sinne von sich vor dem inneren Auge aufkommenden, drehenden, herumwirbelnden Bildern; eine Art Schindelkeitsgefühl
    "verdreht" würde dagegen den Eindruck erwecken, als würde die Aussage der Bilder manipuliert
    danke trotzdem für die interessante Anregung und dein ins Detail blickendes Auge

    @DevilBee
    ... danke!

    @therzi
    Freut mich, dir eine Spielwiese geliefert zu haben.
    Du hast das auch richtig erkannt, dass ich bewusst die Interpunktion ausgelassen habe, bis auf die Punkte, die den Abschluss einer Strophe noch einmal unterstreichen und den Lesefluss kurz abbremsen sollen.

    @apple
    Ich weiß jetzt nicht genau weshalb sich für dich besagte Zeile stockend liest, da sie sich metrisch eigentlich soweit einfügt. Ich finde es aber interessant, dass dich genau diese Zeile stört, weil ich selbst der Meinung bin, dass die Phrase "letzte unendliche Qualen" doch schon recht abgegriffen ist und ich sie wohl noch einmal überdenken sollte. Daher die Frage: In welchem Sinne war das "stockend" gemeint?

    @dieSchattenblume
    Ja, da hat sich ein Rechtschreibfehler eingeschlichen, danke vielmals für den Hinweis!
    Das "Wind gedreht" möchte ich daher so stehen lassen, dass es vom Stil her zu "Sonne bescheint" und "Nacht geschwappt" passt. Weitere Begründung siehe therzi

    immernoch freudig nach Worten ringend bleibt mir nur ein
    gruss, .....

  7. #7
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    letzte niemals endend' Qualen
    letzte unverwandte
    enden niemals diese/jene/welche/meine/seine Qualen

    usw.

    Was an diesem Vers stocken lässt, ist übrigens, dass "unendliche" eigentlich xXxx betont wird. Dein Fluss, der metrisch vorliegt, macht daraus zwar ein XxXx, aber es fällt auf. Andererseits darf das in diesem Vers auch, es lässt ihn nachhallen und beschließt damit das grausige Bild recht gelungen. Ich finde es eigentlich nicht unbedingt auswechslungswürdig, denn "unendliche Qualen" muss nicht, wie man hier sieht, immer abgeschmackt klingen. Stereotyp ist nicht immer schlecht, wenn es durch ungewohnte Umgebung kontrastiert wird. Ich find's OK.


    LG Anke

  8. #8
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    Danke euch beiden für die Rückmeldung!

    Ich stimme deiner Analyse voll und ganz zu, therzi. Ein anfänglicher Schreibfehler im Wort "unendlich" hat mich jedoch seither verfolgt und ich frage mich, ob ich diesen vielleicht nun absichtlich einbauen soll. Hier der Vorschlag:
    "letzte undendliche Qualen."
    Ich will mal garnichts weiter dazu sagen, um eine Beurteilung nicht zu beeinflussen. Es würde diesem "Stereotyp" jedoch eine kleine Eigenheit geben.

    hoffe auf Reaktionen,
    gruss, .....

  9. #9
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    Hi,



    also das Wortspiel selbst halte ich für gelungen, ...

    ... nur gibt es den Qualen dann einen ganz anderen Geschmack. Es greift nämlich das "letzte" auf und verstärkt es in Richtung Tod. Damit fiele das Grauen des Schmerzes heraus und das Grauen des Todes stünde dort.

    Ich denke mal, ich überlasse es lieber dem Dichter zu entscheiden, welches Bild ihm lieber ist und noch mal der Bruch passt doch, warum nicht mal stolpern, wenn die Stelle so prägnant ist?


    Als die nicht so große Hilfe
    grüßt lieb,
    Anke

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