1. #1
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    Verflucht sei der Tag, das Licht ohne Schatten.
    Zerstört ist mein Traum in grellen Attacken.
    So grausam verlodert, in glühendem Hauch.
    Der Tod der Romantik, verbrannt ohne Rauch.

    Das Schwarz ist vernichtet im gleißenden Schein.
    Die Trauer verloren durch heiteres Sein.
    Verblendete Gier hat die Mystik entweiht,
    den Zauber zerrissen die Schwarzen entzweit.

    Hinfort zarte Musen der Dunkelheit.
    Ihr dientet dem Schmerz mit Entschlossenheit.
    Mit stillem Schrei´n aus Poesie, Tanz und Blut,
    nun kohlen die Herzen in lebloser Glut

    Ich träum von der Zeit als das Wunder geschah,
    blutrot die Sonne die Schwarzen gebar.
    Das Licht erlosch, es gab nur Dämonen
    Die Götter der Nacht, die im Finsteren wohnen.

    Die Zeit zog durchs Land, der Morgen brach an.
    Die Schatten entfloh´n der Heiterkeit Wahn.
    Im Zwielicht der Strahlen künstlicher Sonnen.
    Die Nacht war verloren, doch der Tag nicht gewonnen.

    Das schwarze Blut noch träge in der Mythen Adern rinnt.
    Die Dunklen Mysterien es mit sich nimmt;
    versickernd in Seelen der Kinder der Nacht,
    bis aufersteht, die finstere Macht.

    [Geändert durch demon17 am 15-05-2005 um 03:06]

  2. #2
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    Hallo demon 17,
    mir gefällt das Gedicht ganz gut,aber ich fürchte,ich verstehe nicht ganz,was du damit sagen willst.Klingt irgendwie wie das Ende einer Ära,die du betrauerst.Vielleicht meinst du damit den Niedergang der schwarzen Szene,der du ja wohl abgehörst.Wenn ja,gebe ich dir teilweise recht,da sie in letzter Zeit wirklich arg verkommerzialisiert worden ist.Aber jenseits der oberflächlichen Fassade lebt der alte Geist noch weiter,da bin ich mir sicher.Oder liege ich mit meiner Interpretation falsch?

    LG Nocturnal
    "Säufer des schweren Saftes, versiegelt im durchsichtigen Bernstein ihrer Träume." William S. Burroughs

  3. #3
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    Hallo Nocturnal,

    du hast das Gedicht ganz richtig interpretiert. Das mystische Element ist weitgehend verloren gegangen. Das liegt sicherlich auch an einem Abnutzungseffekt, man kennt die Lieder in und auswändig. Außerdem an der von Dir erwähnten Kommerzialisierung und drittens auch am Trend, der sich immer mehr zum Elektropop entwickelt.Auch Nihtwish kann ich nichtwirklich etwas abgewinnen. Mir fehlt einfach der Tiefgang, die Dramaturgie des Leidens usw.

    dark dreams

    demon17
    O ein Gott ist der Mensch, wenn er träumt, ein Bettler, wenn er nachdenkt, und wenn die Begeisterung hin ist, steht er da wie ein missratener Sohn, den der Vater aus dem Hause stieß, und betrachtet die ärmlichen Pfennige, die ihm das Mitleid auf den Weg gab.
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  4. #4
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    immer wieder les ich gerne was von dir
    aber weniger als gedicht auch wenn es gute sind
    mehr denn als geschihten die erzählen wie es war...
    immer wieder gerne mehr
    alexa
    Die neusten: Zerträumte Illusionen - Fremdes Selberfinden

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    Meine ersten Haiku-Gehversuche: Kirschblüten - Blühender Jasmin
    Die ersten vertonten Gedichte: Stillstand - Auf wiedersehn, Geliebter

  5. #5
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    Danke Alexa,

    inzwischen ist es leider nur noch Erinnerung. Alles ändert sich - darin liegt Trauer und Hoffnung zugleich.

    dark dreams

    demon17
    O ein Gott ist der Mensch, wenn er träumt, ein Bettler, wenn er nachdenkt, und wenn die Begeisterung hin ist, steht er da wie ein missratener Sohn, den der Vater aus dem Hause stieß, und betrachtet die ärmlichen Pfennige, die ihm das Mitleid auf den Weg gab.
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  6. #6
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    Nicht schlecht.
    Aber meiner Meinung nach etwas zu übertrieben in der Wortwahl.
    Ansonsten ist es wirklich gut und es entstehen interessante Bilder beim lesen!
    Mit freundlichen grüßen
    Mohnblüte
    Der Mensch ist erst dann schlau, wenn er weiß, dass er nichts weiß.

  7. #7
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    sei gegrüßt, daemon.

    du hast sicherlich recht, was den inhalt deines gedichts betrifft, aber trauern um die alte grufti ära?
    veränderung ist nicht unbedingt schlecht, sind doch motiv und gefühle gleich geblieben.
    Trotzdem ist es natürlich schwieriger geworden, tatsächlich gleichgesinnte, von den (nicht selten) hohlköpfigen nachahmern, klischeegruftis und orientierungslosen modepuppen zu unterscheiden.

    mdg naryx
    Odi et amo.
    Qare id faciam, fortasse requiris.
    Nescio, sed fieri sentio et excrucior.

    Catull

  8. #8
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    @Naryx,

    noch lebt das Alte, man muß nur aufs Land fahren. Auch die neuen Sachen ließen sich in vernünftigem Rahmen teilweise genießen. Wir hatten das jahrelang in der Woche. Ein riesen Club mit wenigen aber treuen Stammgästen. Doch all zu oft erkennt man die Kalkulation des Wirtes, möglichst viele Leute auf möglichst engem Raum unterzubringen. Da muß dann Musik gespielt werden, die möglichst keinem zu extrem ist, bis es keinem mehr gefällt. Viele von den neuen Sachen werden auch durch Technos produziert, die nichts mehr zu tun haben, weil sich Techno totgelaufen hat. Nun versuchen sie dasselbe mit der schwarzen Musik. Doch die hat viele Wurzeln....
    [Geändert durch demon17 am 16-07-2005 um 08:52]
    O ein Gott ist der Mensch, wenn er träumt, ein Bettler, wenn er nachdenkt, und wenn die Begeisterung hin ist, steht er da wie ein missratener Sohn, den der Vater aus dem Hause stieß, und betrachtet die ärmlichen Pfennige, die ihm das Mitleid auf den Weg gab.
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