Thema: aus

  1. #1
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    Beschreibe mich mit Deiner Seele
    Der ich nicht mehr verbunden bin
    Dann richte mich, dann schlag und quäle
    Kann ich erkennen so Dein Sinn?

    Ich seh die Qual in Deinen Augen
    Ich fühl was Deine Augen sehn
    Du kannst an meinem Leiden saugen
    Du wirst mich dennoch nie verstehn

    Dein Blut, es fliest aus meinen Wunden
    Mein Schmerz ist Deiner Seele Qual
    Nie waren wir so sehr verbunden
    Nie warn wir so in Unterzahl



  2. #2
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    Hi,

    ich bin schlecht im Interpretieren und stoße bei deinem Gedicht mal wieder an meine Grenzen
    Es handelt über zwei Menschen, ein Paar?, die sich einerseits sehr verbunden sind, andererseits aber auch nicht (mehr)? Und was bedeuted dann die letzte Zeile?
    Ansonsten gefällt mri deine Wortwahl sehr gut.

    Mfg Josie
    Keep the faith

  3. #3
    Registriert seit
    Feb 2005
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    13
    Dass du bei meinem Gedicht an die Grenzen deiner Interpretationsfähigkeit stößt, liegt eher am Gedicht, als an deinen Fähigkeiten.

    Also:

    Zwei Menschen, ein Paar. Der eine fühlt sich unverstanden findet irgendwann mal den Mut es seinem Partner zu gestehen. Er provoziert und erntet Gewalt. Das ist für beide fremd, aber nicht mal in dieser neuen Situation erkennt der Geschlagene das wirkliche Wesen des Anderen, und gibt auch nichts über sich Preis. Schmerz bei beiden; den es trifft und der austeilt. Die Beziehung ist zerbrochen, das einzige, was sie noch verbindet, ist eben diese Gewalt.

    Die letzte Zeile ist der Höhepunkt der Unverständlichkeit:

    Unterzahl – eine Menge, die sich als kleiner erkennt gegenüber anderen Mengen. Die kleinste Menge ist 2, eben ein Paar. Es sind zwei schöne Menschen, von anderen bewundert aber auch beneidet. Im Scheitern der Beziehung erkennen beide ihre Verletzbarkeit und Einsamkeit. Nachdem die Liebe zerlebt, und die Gewohnheit zu drückend geworden ist, verlieren sie das letzte, was sie als Paar noch hatten: den gegenseitigen Schutz vor feindlichen Mengen.

    Ein Versuch die Beziehungstrennungsambivalenz darzustellen.

    Gruß, hP

  4. #4
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    Hallo holy Pig,

    Zuerst möchte ich sagen, dass mir deine Texte gefallen. Ich lese aus ihnen einen stark reflektierenden Menschen heraus. Warum auch immer vermute ich, dass dich der Widerspruch zwischen Geist und Gefühl stark bewegt.

    Leider kenne ich nun in diesem Falle Dein Sicht als Autor. Ich bin geprimt. Für mich ragt aus dem Text heraus: "du wirst mich ... nie verstehn." Und ich frage mich, warum erklärt es dann das LI nicht? Wozu erschwerend all die abstrakten Bilder, die das Unverständnis des lyrischen Dus geradezu verständlich erscheinen lassen?

    Zitat Zitat von Holly Pig
    nie warn wir so in Unterzahl
    Ein Blickfänger! - Aber es gibt eine Steigerung: nie war ICH so in Unterzahl. Leider sagt der Autor über das LI kaum mehr als : Beschreibe mich mit deinen Augen, die mich nicht sehen. Da kann jemand gut mit Worten umgehen und benutzt sie, um das eventuell Wichtigste in Nebel zu tauchen.

    Hätte ich nicht aus deinen anderen Gedichten ein gewisses Unwohlsein gegenüber Verkopftem heraus gelesen, hätte ich nicht so hart geurteilt. Als Außenstehender fällt mir ein: "Er redet und redet, um gut zu verstecken, was er verschweigt."

    Bringt dir das was?

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