Thema: Nichtigkeit

  1. #1
    Registriert seit
    May 2005
    Beiträge
    118
    Am schwarzen Stein in schaler Röte
    lächelt sämig Rot in Rot
    kaltes Grau erstarrter Nöte
    grinst der Fratze Todesnot

    Grausamer Marter verformte Glieder
    weiß entblößte Samtigkeit
    lila beschattet von duftendem Flieder
    kündend dem Morgen vom nächtlichen Leid

    Späh´n das Opfer falbe Strahlen
    kalt und höhnisch der entraubten Wärme
    Vergänglichkeit in Stein zu malen
    Ungebrochen Glockenlärme

    Einsam schließt die Sonn´die Seen
    trocknet still des Lebens letzten Blick
    Wäscheleinen wehen
    Dem Tod devote Welt

    [Geändert durch kathi am 15-05-2005 um 16:58]

  2. #2
    Registriert seit
    May 2005
    Beiträge
    118
    Halli hallo,

    Wäre wirklich froh um ein wenig Kritik und möge sie eine Zeile lang sein!!!

    Einen schönen Abend noch,
    Kathi

  3. #3
    Registriert seit
    Jul 2004
    Ort
    Bielefeld
    Beiträge
    371
    Also der ersten Strophe ist wunderbar. Ich liebe diese Sprache und nun zum Vermass *g*

    Also erstmal bin ich mir nicht ganz sicher, ob das erste Wort "AmW, unbetont ist, auf jeden Fall hättest Du dann unbetont betont oder betont betont, während Du in den folgenden Zeilen unbetont betont, also einen Trochäus hast.

    Auch "lila beschattet von duftendem Flieder" fällt aus dem Rahmen: XxxXxxXxxXx
    setzt sich aber in der nächste Zeile fort.Sonst hast Du XxXxXx usw. Du scheinst da etwas Abwechslung zu mögen. Ich finds OK.

    In der dritten Strophe fängst du dreimal betont und einmal unbetont an (Vergänglichkeit).

    Die letzten beiden Zeilen der letzten Strophe sind mir zu weit hergeholt. Aber insgesamt ein sehr schönes Gedicht, ich hab es gern gelesen. man darf bei allem Formalismus ja nicht vergessen das der Inhalt und die Metaphern wesentlich sind.

    Lieben Gruß

    demon17

    [Geändert durch demon17 am 15-05-2005 um 22:09]
    O ein Gott ist der Mensch, wenn er träumt, ein Bettler, wenn er nachdenkt, und wenn die Begeisterung hin ist, steht er da wie ein missratener Sohn, den der Vater aus dem Hause stieß, und betrachtet die ärmlichen Pfennige, die ihm das Mitleid auf den Weg gab.
    Friedrich Hölderlin

    Dead Poems
    Höllenlyrik

  4. #4
    Registriert seit
    May 2005
    Beiträge
    118
    halli hallo demon,

    Erstmal herzlichen dank für deine Antwort!!!
    Jaja, ich liebe die Abwechslung... das aber auch eher, weil ichs dann doch nicht ganz so drauf habe mit dem Schema!
    Mal zu den letzten beiden Zeilen...
    hm, ich dachte, die Wäscheleinen drücken das Leben aus, das Wachsen (Kleidungsstücke) und das älter werden, durch das "wehen" sollte nochmal die Bewegung verdeutlicht werden, die das Leben ausmacht...
    und dann eben am Schluß der Tod, dem alles untertan ist, niemand kann ihm entrinnen, die ganze Welt muss sich ihm beugen... aber vielleicht hast du recht und es ist irgendwie zu krass, bzw, vielleicht sollte ich doch einen Reim setzen, aber eigentlich wollte ich das nicht, wo es doch am Ende sowieso auf den Tod und die sinnlosigkeit des Lebens und somit auch der Ordnung zugeht...
    bin für Vorschläge offen*gg*

    Also tausend Dank,
    liebe Grüße,
    kathi

  5. #5
    Registriert seit
    Jul 2004
    Ort
    Bielefeld
    Beiträge
    371
    Tj also bei Wäscheleinen, hab ich ander Assoziationen, an Frische, Sauberkeit, weißer Riese und so. Lass lieber etwas anderes wehen, z.B. Fetzen alter Segel

    dark dreams

    demon17
    O ein Gott ist der Mensch, wenn er träumt, ein Bettler, wenn er nachdenkt, und wenn die Begeisterung hin ist, steht er da wie ein missratener Sohn, den der Vater aus dem Hause stieß, und betrachtet die ärmlichen Pfennige, die ihm das Mitleid auf den Weg gab.
    Friedrich Hölderlin

    Dead Poems
    Höllenlyrik

  6. #6
    Registriert seit
    May 2005
    Beiträge
    118
    Halli hallo,

    Gut gut, hast mich überzeugt, ich lass mir was einfallen!

    Liebe Grüße,
    Kathi

  7. #7
    Registriert seit
    Mar 2005
    Beiträge
    194
    Hallo Kathi,

    mir gefällt dein Text sehr gut.
    Nur eine Sache würde ich persönlich ändern. In der letzten Strophe die Artikel "die Sonn' und die Seen" weglassen und es irgendwie umformulieren.
    Die Artikel sind in diesem Fall nur Füllwörter, ohne eigene Ausdruckskraft.

    Die Wäscheleine würde ich lassen. Denn gerade der Gegesatz, von strahlender Sauberkeit und düsterem Tode, klingt interessant.

    Liebe Grüße
    FTT
    Bewege die Schranken,
    die dich beschränken;
    und du wirst beweglicher
    denn je.

  8. #8
    Registriert seit
    May 2005
    Beiträge
    118
    hallo nochmal,

    auch ein interessanter Gesichtspunkt...
    Es stimmt, die stören irgendwie die Füllwörter
    und mit den Wäscheleinen muss ich nochmal überlegen... eigentlich war ich sehr zufrieden damit, weil sie auch irgendwie so gar nicht zu meinen sonstigen Metaphern passen und deswegen rausfallen... mal schauen
    Dank dir jedenfalls ganz lieb!

    Liebe Grüße,
    Kathi

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Die so wichtige Nichtigkeit
    Von shooter-alex im Forum Liebe und Romantik
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 30.12.2005, 12:51
  2. Die Nichtigkeit
    Von placebo im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 03.03.2005, 22:00

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden