Thema: grenzenlos

  1. #1
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
    Registriert seit
    Oct 2004
    Ort
    Haus auf halbinsel,irgendwo
    Beiträge
    1.631
    Sonnentau in milder Abendluft,
    bedecktes Grün, verströmter Duft,
    von Feenfaun und Silberkraut.

    Stimmenklang, so wohl und warm,
    Trauerweide tanzt voll Charme,
    nach zuckersüßer Symphonie.

    Süffisant ein Fluss aus Tränen,
    wiegt das Lachen, Wünschen, Sehnen,
    Brücken nicht von nöten sind.

    Harfen stimmen Glück vor Trauer,
    durchtränkte Stille, warmer Schauer,
    über meine Schwingen strömt.

    Der Wind trägt fort, umgibt das Jetzt,
    liebkost die Nacht, am Tag gesetzt,
    weiße Wolken träumen leis.

    Nachtens der lunare Kreis,
    gibt strahlend seiner Schönheit preis,
    verschlägt uns laut die Sinne.

    Mein Wind, er führt mich ungestört,
    durch Abend, Land und Morgen,
    lässt mich hoffen, gleiten ungehört,
    mein Federkleid ist frei von Sorgen.

    Und bald schon ruft ein neues Jetzt.

    [Geändert durch pringles am 17-05-2005 um 22:38]

  2. #2
    Registriert seit
    Feb 2004
    Ort
    Berlin, PrenzlBerg
    Beiträge
    1.812
    Hi Pringles,

    die Terzinen-Struktur erinnert zunächst an die galanten Texte eines Verlaine, doch der Inhalt verschreibt sich ganz dem romantischen Ideal einer abendlichen Naturbeschreibung in synästhetischer Verknüpfung (Duft-Klang).

    Für meinen Geschmack verwendest du noch zu viele Klischees: Tränen, Trauer, Stille, Nacht. Dies wirkt einfallslos. Inversionen à la "Brücken nicht von nöten sind" und "Schauer über meine Schwingen strömt" wirken hingegen ungelenk. Unklar bleibt für mich auch, wie es einem die Sinne verschlagen kann. Einen Bruch im Sprachstil ruft das "süffisant" hervor, es paßt auch nicht recht in den Zusammenhang. Kann ein Tränenfluß süffisant sein?

    Generell ist mir der Text einfach zu lang oder sagen wir, bei dieser chaotischen Rhetorik (es gibt in deiner Aufzählung/Beschreibung kein System), wird er dem Empfinden zu lang. Man verliert den Überblick, weil es keine Linie gibt, an der man sich entlanghangeln könnte. Die Worte scheinen zufällig und willkürlich ausgesprochen - das erscheint ungünstig, vermutlich ungünstiger als jede Inversion und jedes poetische Klischee. Daran solltest du zuerst arbeiten - an einem System, das dem Text fernab von einer metrischen Struktur, zu inhaltlicher Organisation verhilft. Bedenke, was du sagen willst, wann du es sagen willst und wie du es sagen willst! Mache dir günstigerweise auch mal einen Plan! Ohne roten Faden zerfällt dir das Stück.
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  3. #3
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
    Registriert seit
    Oct 2004
    Ort
    Haus auf halbinsel,irgendwo
    Beiträge
    1.631
    hallo
    ich hab auch schon bemerkt und gesagt bekommen das bei meinen werken jede zeile auch genau so gut für sich alleine stehen kann und ein eigenes kleines gedicht bilden,da der zusammenhang zu den ersteren strophen in der nächsten zumeißt fehlt und somit fragen aufkommen lassen.
    meine eigenen werke klingen für mich selber je öfter ich sie lese einfach nur wirr und zusammenhangslos...
    mir wurde auch schon mal gesagt das ich viel zu viele bilder verwende die einen zusätzlich auch noch verwirren

    jetzt muß ich es nur noch schaffen alles gebündelt zu einer geschichte zu verknüpfen und dann wäre es schon um ein
    "ach gottchen" besser für den leser
    mfg pringles

    ps: ich krieg es einfach nicht hin das herz-schmerz-schema aus mir raus zu kriegen,das ärgert mich...ich versuch es wirklich,aber was mich dann reitet weiß ich auch nicht genau.
    aber ich denke das sich das schon um einiges gebessert hat in meinen letzten werken ist es nicht mehr zu sehen,zumindest viel es mir nicht auf das ich zuviele persönliche einflüsse mit eingebracht hätte.
    und ich denke das ich es da auch nicht drin habe
    problem bei mir ist das ich einfach noch zu intuitiv schreibe und somit meine texte recht uninteressant sind.

    danke schön für deine worte,ich nehme es mir zu herzen

    ps: was tu ich euch bloß an? *g*
    aber sei versichert,ich leide am meißten darunter
    was ist denn ein verlaine?

    [Geändert durch pringles am 31-05-2005 um 15:16]

  4. #4
    Registriert seit
    Feb 2004
    Ort
    Berlin, PrenzlBerg
    Beiträge
    1.812
    Hi Pringles,

    also zunächst einmal, Verlaine war ein französischer Dichter, der zum Kreis der Symbolisten gezählt wird und der, wie beispielsweise auch Baudelaire, Mallarmé und Rimbaud einer der Wegbereiter der modernen Dichtung ist.

    Die Herz-Schmerz-Thematik als solche stellt eigentlich kein Problem für die Dichtung dar. Es ist mit ihr, wie mit jedem anderen lyrischen Thema, es wächst und fällt mit der Ausarbeitung.
    Nun ist dieser Text kein Herz-Schmerz-Gedicht. Du hast es auch wohlweißlich nicht in die Rubrik "Liebe und Romantik" eingestellt. Dennoch ist es fraglich, wie originell Klischees rüberkommen. Ein Klischee ist nicht daran gebunden herz-schmerzlich zu sein. Die Nacht, die Tränen, etc. das muß keines Liebesgedicht entspringen, dennoch sind es Klischees und du kommst ab und zu auf sie zurück. Dabei eignet sich die Szene, die du hier aufbaust, eigentlich dafür, sie zu verbannen.

    Wenn du mehr roten Faden in deinen Text bringen willst, empfehle ich dir ein Vorgehen, auf das ich mich selbst stütze. Gibt es eine Idee in meinem Kopf, sei es eine Verszeile, eine Thematik, ein Wort, eine Struktur, schreibe sie auf und baue dann meinen Text um sie herum, d.h. ich überlege mir wie sich diese Idee am besten sinnvoll einbetten läßt. Dann mache ich mir ein Prosakonzept, in dem ich Abläufe der Folgen und Inhalte, Metaphern, Bilder und ähnliches aneinanderreihe. Ich gehe davon aus, daß ein Leser nicht in meinen Kopf sehen kann. Will ich, daß er mich versteht, muß ich ihm Lösungswege an die Hand geben, d.h. meinen Text auf ursächlicher Ebene logisch nachvollziehbar machen.

    Daraus ergeben sich dann kohärente Text, also Texte mit rotem Faden. Tipp also: Nicht alles in einem Text unterbringen wollen, sondern sparsam das Passende zusammensetzen. Das wirkt dem rhetorischen Leerlauf entgegen.

    ______________
    ps.: Übrigens, wenn du einen Relativsatz schreibst, der durch die Konjunktion "daß" eingeleitet wird, dann solltest du ein Komma davor setzen und das "daß" mit "ß" oder doppel-s schreiben. Dies nur, weil mir dieser Fehler schon häufig bei dir aufgefallen ist und immer wieder aufstößt. Bsp.:
    ich hab auch schon bemerkt und gesagt bekommen, dass bei meinen werken jede zeile auch genau so gut für sich alleine stehen kann
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  5. #5
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
    Registriert seit
    Oct 2004
    Ort
    Haus auf halbinsel,irgendwo
    Beiträge
    1.631
    ich habe es vernommen und werde versuchen mich daran zu orientieren,danke schön
    ich danke dir wirklich vielmals für deine hilfsbereitschaft,das bedeutet mir sehr viel.
    mfg pringles

    ps:es ist für mich schwer zu erkennen was genau herz-schmerz ausdrückt,aber ich denke es kommt auf die bedeutung dieser worte an und wie man sie präziese einsetzt.

    zbsp. wenn ich schreibe:
    "ich trauere vor schmerzen durch deinen verlust"
    ist dies ein reiner herz-schmerz text.richtig?(negative aussagekraft)

    aber wenn ich schreibe:
    "hinter der brust,pulsierende faust durch dornen getrieben"
    sagt dies lediglich aus das der schmerz, durch die sinnbildlichen dornen, das leben voran treibt(positive aussagekraft)

    herz-schmerz verschlüsseln und negatives, positv umschreiben,dadurch entsteht die aussagekraft eines gedichtes,nebst einer systemathischen anordnung und einer fortschreitenden erzählung,welche auch mal ins unvorstellbare fließen darf,denn der phantasie sind keine grenzen gesetzt,nur dem verstand

    mfg pringles
    war mein ansatz korrekt? teilweise oder? ich glaube das beispiel war schlecht,weil ich nicht wußte wie ich es verdeutlichen sollte was ich jetzt damit aussagen möchte

  6. #6
    Registriert seit
    Feb 2004
    Ort
    Berlin, PrenzlBerg
    Beiträge
    1.812
    Ja, ich denke, du hast meinen Ansatz schon verstanden. Es geht darum, für einen Inhalt unverbrauchte Worte zu finden und nicht nur Stereotype zu wählen. Das hast du in deinem Beispiel schon ganz gut gemacht.

    Was man im Alltag vielleicht direkt sagen würde: "Ich liebe dich!", kann im Gedicht zu einer ganzen Strophe, ja einem ganzen Text ausgedehnt werden, in dem das Wort "Liebe" nicht einmal vorkommt.
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  7. #7
    Registriert seit
    Oct 2003
    Beiträge
    45
    ein klassiker meines erachtens.
    echte unverfälschte glücksgefühle die der sommer bringt.

    also aus mit meinem lyrischen background betrachtet, 1A!!

    mehr kann ich nicht sagen

    gruß
    Release Is Peace

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Grenzenlos
    Von charisma65 im Forum Experimentelle Lyrik
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 22.06.2016, 20:39
  2. Grenzenlos
    Von Cyparissos im Forum Liebe und Romantik
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 17.06.2014, 08:55
  3. Grenzenlos
    Von zuckerschnäuzchen im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 15.04.2008, 00:32
  4. Grenzenlos
    Von CrimeOfHeaven im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 05.09.2005, 03:16
  5. Grenzenlos
    Von Wimpelhimpel im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 18.07.2005, 02:50

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden