1. #1
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    -9,-8,-7

    -6,-5,-4

    -3,-2,-1

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    1, 2, 3

    4, 5, 6

    7, 8, 9

    ...und jedes Wort - zu viel...
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  2. #2
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    Hi Ewiganfangender!

    Mir gefällt sehr gut, was du geschrieben hast.
    Allerdings fällt es mir schwer es zu interpretieren.

    Was genau ist die Aussage deines Gedichtes?

    Liebe Grüße, Sabe
    Wirklich reich ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann. (Hans Kruppa)

  3. #3
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    Mir scheint das eher der klägliche Versuch zu sein, irgendwie besonderst innovativ zu sein. Vllt. findet es ja unter "experimentelles" noch ein warmes Plätzchen.

  4. #4
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    An Sabe,

    das ist mein erster Versuch, das Werden aus dem Nichts, dem reinen Sein (nach Hegel und anderen) in mathematisch-poetischer Form auszudrücken. Wenn ich Worte benutzen würde, würde ich zu sehr der Gefahr unterliegen, dass der Leser mehr interpretiert als notwendig. Mathematische Symbole sind mit geometrischen Figuren die abstraktesten Ausdrucksmöglichkeiten, und beinahe rein geistig, aber leer. Genau diese Art von Sprache benötige ich, um den Werdevorgang, wie ich ihn mir vorstelle, genauer ausdrücken zu können. Schön, wenn es Dich angeregt hat.

    An Seraphin,

    Du beweist gleich Hochmut. Warum? Ist Dir mein 'kläglicher Versuch' so abspenstig. Ausserdem mangelt es mir nicht an gesundem Vertrauen, andere Symbolebenen der Sprache in die poetische Form zu bringen. Ich werde noch mehr experimentieren. Worte, Zahlen, Symbole, Figuren etc. vielleicht noch eine Prise Abenddämmerung und es dämmert auch bei Dir.
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  5. #5
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    Als Idee nicht schlecht, in Bezugnahme auf Hegel wirkt es Etwas weit hergeholt, aber deiner Argumentation nach doch irgendiwe schlüssig.

    Gefällt mir irgendwie.

    Jetzt würde mich nur Hegels Ontologie interessieren (kannst du was posten) da ich mich mit Hegel nie auseinadergesetzt habe.

    Ach noch eine Frage: Das Sein entsteht aus dem Nichts, ok angenommen. Aber wieso dann -4,-5 usw? Das Nichts ist ja kein Negatives, sondern eine undenkbare Leere. Fraglich?

    [Geändert durch Willo am 18-05-2005 um 17:40]
    Erkennen selber braucht einen Augenblick, die Erkenntnis auszudrücken ein Leben.

  6. #6
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    Hallo Willo,

    es tut mir leid, ich bin der 'neuen' Sprache manchmal nicht mächtig. Was meinst Du mit 'posten'? Post in Form einer E-mail direkt an Dich schicken oder dieses Forum dazu zu benutzen, Dir über Hegels Ansatz eine Einführung zu schicken? Das mache ich gern, sag nur wie genau. Material habe ich genug, auch in meinem Kopf. Ich kann Dich also gut darüber informieren, zumindest was Hegel und meine Ableitung angeht.
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  7. #7
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    Hallo willo,

    Ach noch eine Frage: Das Sein entsteht aus dem Nichts, ok angenommen. Aber wieso dann -4,-5 usw? Das Nichts ist ja kein Negatives, sondern eine undenkbare Leere. Fraglich?

    Dazu:''Das reine Seyn und das reine Nichts ist also dasselbe. Was die Wahrheit ist, ist weder das Seyn, noch das Nichts, sondern daß das Seyn in Nichts, und das Nichts in Seyn, - nicht übergeht, - sondern übergegangen ist. Aber eben so sehr ist die Wahrheit nicht ihre Ununterschiedenheit, sondern daß sie nicht dasselbe, daß sie absolut unterschieden, aber ebenso ungetrennt und untrennbar sind, und unmittelbar jedes in seinem Gegentheil verschwindet. Ihre Wahrheit ist also diese Bewegung des unmittelbaren Verschwindens des einen in dem andern; das Werden; eine Bewegung, worin beide unterschieden sind, aber durch einen Unterschied, der sich eben so unmittelbar aufgelöst hat.'' Aus Hegels Logik Band 1 Kapitel A Das Sein


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  8. #8
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    Hi,
    du brauchst der neuen Sprache nicht mächtig sein, du hast soeben" gepostet" und ich finde es wirklich süß wie du dich an das Wort rantasten wolltest, von wegen Post

    Ach das ist also diese berühmte Dialektik...
    Ich muss zugeben, dass dadurch dein Gedicht stimmig wird, obwohl ich mit der Ontologie Hegels wenig anfangen kann.
    Ich tendiere da mehr zu Sartre´s Ontologie.

    Mich würde auch interessieren woher Hegel diese vermeidliche Erkenntnis nimmt. Wenn du da wieder so einen schönen passenden Taxtauszug hast: Posten.

    Kennst ja...

    MFG Willo
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  9. #9
    barfly Guest
    @willo das prinzip der dialektik, der negation der these und das "aufheben" zur antithese ist in rudimentären elementen schon bei heraklit nachzulesen.

    @ewiganfangender: ich finde es weniger gelungen. wenn man von hegel die phänomenologie des geistes nimmt, so bleibt es bei dem werden ja nicht stehen. es ist ein abschnitt im zyklus, der sich hin zum absoluten geist bewegt. ich stelle mir das in einer aufgehenden nach nach oben gerichtete spirale vor. das kann ich hier nicht erkennen.
    es ist sicherlich als ausschnitt zu sehen. wenn man nun aber die 9 negiert. fängst du letztendlich wieder bei nichts an.

    ich habe auch schon oft überlegt. bei mir ist es eher das "werden" bei deleuze.

    gruß
    barfly

  10. #10
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    Hallo,

    ja, da hast Du Dir dann gleich den späteren Nachfolger der 'phänomenologischen' Philosophen herausgepickt. Denn Sartre folgt der Linie Hegels getreu, wie Du es auch seinem Werk 'L'être et la neante' entnehmen kannst. Ein Verweis auf Hegel taucht dort ja auf fast jeder Seite auf.

    Hier noch mal eine lange Post (Du musst nicht alles lesen, da es aus dem Zusammenhang gerissen ist):

    ''Daß der Anfang, Anfang der Philosophie ist, daraus kann eigentlich auch keine nähere Bestimmung oder ein positiver Inhalt für denselben genommen werden. Denn die Philosophie ist hier im Anfange, wo die Sache selbst noch nicht vorhanden ist, ein leeres Wort oder irgend eine angenommene ungerechtfertigte Vorstellung. Das reine Wissen giebt nur diese negative Bestimmung, daß er der abstrakte Anfang seyn soll. Insofern das reine Seyn als Inhalt des reinen Wissens genommen wird, so hat dieses von seinem Inhalte zurückzutreten, ihn für sich selbst gewähren zu lassen und nicht weiter zu bestimmen. - Oder indem das reine Seyn als die Einheit zu betrachten ist, in die das Wissen, auf seiner höchsten Spitze der Einigung mit dem Objekte, zusammengefallen, so ist das Wissen in diese Einheit verschwunden, und hat keinen Unterschied von ihr und somit keine Bestimmung für sich übrig gelassen. - Auch sonst ist nicht Etwas, oder irgend ein Inhalt vorhanden, der gebracht werden könnte, um damit den bestimmteren Anfang zu machen.

    Aber auch die bisher als Anfang angenommmene Bestimmung des Seyns könnte weggelassen werden, so daß nur gefordert würde, daß ein reiner Anfang gemacht werde. Dann ist nichts vorhanden, als der Anfang selbst, und es wäre zu sehen, was er ist. - Diese Stellung könnte zugleich als ein Vorschlag zur Güte an diejenigen gemacht werden, welche Theils damit, daß mit dem Seyn angefangen werde, aus welchen Reflexionen es sey, sich nicht beruhigen und noch weniger mit dem Erfolge, den das Seyn hat, in das Nichts überzugehn, - Theils überhaupt nicht anders wissen, als daß in einer Wissenschaft mit der Voraussetzung einer Vorstellung angefangen werde, - einer Vorstellung, welche hierauf analysirt werde, so daß nun das Ergebniß solcher Analyse den ersten bestimmten Begriff in der Wissenschaft abgebe. Indem wir auch dieß Verfahren beobachteten, so hätten wir keinen besondern Gegenstand, weil der Anfang als des Denkens, ganz abstrakt, ganz allgemein, ganz Form ohne allen Inhalt seyn soll; wir hätten somit gar nichts, als die Vorstellung von einem bloßen Anfang als solchem. Es ist also nur zu sehen, was wir in dieser Vorstellung haben.

    Es ist noch Nichts, und es soll Etwas werden. Der Anfang ist nicht das reine Nichts, sondern ein Nichts, von dem Etwas ausgehen soll; das Seyn ist also auch schon im Anfang enthalten. Der Anfang enthält also Beides, Seyn und Nichts; ist die Einheit von Seyn und Nichts; - oder ist Nichtseyn, das zugleich Seyn, und Seyn, das zugleich Nichtseyn ist.

    Ferner Seyn und Nichts sind im Anfang als unterschieden vorhanden; denn er weißt auf etwas Anderes hin; - er ist ein Nichtseyn, das auf das Seyn als auf ein Anderes bezogen ist; das Anfangende ist noch nicht; es geht erst dem Seyn zu. Der Anfang enthält also das Seyn als ein solches, das sich von dem Nichtseyn entfernt oder es aufhebt, als ein ihm Entgegengesetztes.

    Ferner aber ist das, was anfängt, schon, eben so sehr aber ist es auch noch nicht. Die Entgegengesetzten, Seyn und Nichtseyn sind also in ihm in unmittelbarer Vereinigung; oder er ist ihre ununterschiedene Einheit.

    Die Analyse des Anfangs gäbe somit den Begriff der Einheit des Seyns und des Nichtseyns, - oder in reflektirterer Form, der Einheit des Unterschieden- und des Nichtunterschiedenseyns, - oder der Identität der Identität und Nichtidentität. Dieser Begriff könnte als die erste, reinste d.i. abstrakteste, Definition des Absoluten angesehen werden; - wie er dieß in der That seyn würde, wenn es überhaupt um die Form von Definitionen und um den Namen des Absoluten zu thun wäre. In diesem Sinne würden, wie jener abstrakte Begriff die erste, so alle weitern Bestimmungen und Entwickelungen nur bestimmtere und reichere Definitionen dieses Absoluten seyn. Aber die, welche mit dem Seyn als Anfang darum nicht zufrieden sind, weil es in Nichts übergeht, und daraus die Einheit des Seyns und Nichts entsteht, mögen zusehen, ob sie mit diesem Anfange, der mit der Vorstellung des Anfangs anfängt, und mit deren Analyse, die wohl richtig seyn wird, aber gleichfalls auf die Einheit des Seyns und Nichts führt, zufriedener seyn mögen, als damit, daß das Seyn zum Anfange gemacht wird.'' Aus Hegel Logik wie oben (ebenda)

    Der Kern seiner Ontologie ist eine logische Schlussfolgerung, wie aus Nichts etwas werden kann und wie das Nichts beschaffen sein muss, um Sein zu gebären.

    Ohne Axiom geht nichts. So ist auch dieser ontologische Versuch gestützt auf eine bestimmte Logik und bestimmte Grundannahmen. Die erste wäre, dass Hegel überhaupt annimmt, dass etwas da ist (kein Solipsismus). Irgendwann führt das auch unweigerlich zu einer Gottesannahme. Gott im abstraktesten Sinne als das Erste, reine Sein, das Nichts, welches wir je sind und niemals aufhören zu sein.

    "Tölpel suchen Gold im Dunkeln, noch sind sie liebenswert."

  11. #11
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    Hallo barfly,

    Dein Bild der Spirale, als Methapher für eine kreisende Entwicklung hin zum Absoluten taucht doch auch bei Marx auf, wenn ich mich nicht irre. Das ist dann aber schon eine genaue, bewertete Tendenz der Daseinsevolution, welche ich nicht behaupten möchte. Es ging mir in meinem Beitrag lediglich um die Zurschaustellung des absrakten Symbols der Null als des reinen Seins, des Nichts aus dem alle existentialen Dinge hervorgehen, inklusýve aller Werttendenzen (Materie,Antimaterie). Wenn alles wieder zu Nichts führt, ist doch der Kreis geschlossen, den ich veranschaulichen wollte. Alles ist Nichts, unabhängig von der Wesensstufe auf der ontologischen Spirale.

    Da liege ich dann doch näher bei Heraklit.
    "Tölpel suchen Gold im Dunkeln, noch sind sie liebenswert."

  12. #12
    barfly Guest
    nun ja, da marx im dialektischem sinne ebenfalls sehr nah an hegel geblieben ist und es einfach nur, wie man so schön sagt, vom kopf auf die füße gestellt hat, ist die spirale sicherlich auch bei hegel so zu denken.
    bei marx wiederholen sich ja nur die klassenkämpfe. er hat aber ein klares ziel angegeben.
    hegel bleibt mit seinem weltgeist im absolut spekulativen.
    deshalb denke ich nicht, dass es wertend ist. es wird noch nichts über die art und weise ausgesagt. das an und für sich sein hat demnach keine tendenz.

    ich muss aber auch gestehen, dass ich von mathematik keine ahnung habe.

  13. #13
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    Mein Hochmut, wenn man es so nennen will, resultiert aus meiner (vllt. veralteten) Vortellung, ein Gedicht sollte aus Worten bestehen.

    Ist Dir mein 'kläglicher Versuch' so abspenstig.
    abspenstig ist nicht das richtige Wort; ich mag es nicht.

    vielleicht noch eine Prise Abenddämmerung und es dämmert auch bei Dir.
    Wir werden sehen.

  14. #14
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    Sartre verweist zwar auf Hegel hat aber eine andre Ontologie als er. Für ihn gibt es nur das Sein, was volle Posivität ist und das Nichts kommen nur durch den Menschen in die Welt, da er negieren kann.

    MFG Willo
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