1. #1
    Registriert seit
    Mar 2005
    Beiträge
    297
    Weicher Wind im Winter,
    umschweift uns, leis' und sacht.
    Laue Luft im Walde
    umschwebt uns, leicht bedacht.

    Augen bedeckt mit Sternenstaub,
    Kristalle schimmernd bläulich ganz,
    Lippen benetzt mit Wasserschmuck,
    erleuchtest hell im Mondesglanz.

    Wiegend im süßlich warmen Traum,
    Geborgen du mich flüstern lässt:
    Glitzernde Seele meines Ichs,
    sie schützt und hält die Liebe fest.
    Unterschätze niemals die Kraft der Verdrängnis!
    Lache nie über jemanden, der einen Schritt zurückweicht; er könnte Anlauf nehmen!

    Meine neusten Werke:

    Amor und Psyche

    Verschwommen
    Winternachtstraum



  2. #2
    Registriert seit
    Feb 2005
    Beiträge
    20
    Hallo Soulseeker,

    dein metrisch ausgewogenes Gedicht zeugt von deinem guten Rhyghmusgefühl, einer gewissen Musikalität, die ich hier bei vielen anderen vermisse.Aber warum wechselst du den Rhythmus zwischen Str. 1 und 2? Mir scheint er in Str. 1 viel dynamischer, was nicht recht zu den stimmungsbeschreibenden meteorologischen Bildern passen will. Oder bist du allzu sehr der Versuchung der Alliteration erlegen? Die fällt allerdings, wie ich finde mit "Weicher Wind" und "Laue Luft" ziemlich lau aus und im ersten Vers setzt du mit Winter noch eins drauf. Ein bisschen viel des Guten.
    Ansonsten, wenn auch recht süßlich,
    gut gelungen.
    Ach und noch eines:

    Wiegend im süßlich warmen Traum,
    Geborgen du mich flüstern lässt:
    Glitzernde Seele meines Ichs,
    sie schützt und hält die Liebe fest

    Hab nicht ganz vestanden, was hier geflüstert wird und
    V2 müsste mit einem kleinen g beginnen ?


    Gruß

    T.


    Darf ich Ihnen vielleicht einen kleinen Tritt geben?

  3. #3
    Registriert seit
    Feb 2005
    Beiträge
    81
    Hallo Soulseeker,

    dein Gedicht finde ich sehr schön, deine Wortschatz scheint groß und du setzt ihn vortrefflich ein, die schönen Bilder die du entstehen lässt, lassen die bildliche Phantasie davon schweben und so wünsche ich allen einen schönen (Winternachts)Traum und wünsche gute Nacht

    Nächtliche Grüße sendet,
    Feidreiva
    "Phantasie ist wichtiger als Wissen" - A. Einstein

  4. #4
    Registriert seit
    May 2005
    Beiträge
    7
    Hey Soulseeker!!

    Mir gefällt dein Gedicht auch sehr gut! Die Metaphern sind schön und verbildlichen die Situation. Auch hast du viele Alliterationen hineingebracht, wie "Weicher, Wind, Winter" (V1). Allerdings versteh ich das mit dem flüstern, wie Thujon, auch nicht ganz. Wie war das?
    Aber insgesamt süß und zum Träumen.

    Liebe Grüße von
    auf der Suche

    Hab stets ein Ohr für die Vergangenheit, ein Auge für die Zukunft und ein Lächeln für den Augenblick.

  5. #5
    Registriert seit
    May 2005
    Beiträge
    90
    Auch mir gefällt das Gedicht sehr gut, doch ich muss Thujon recht geben, was die Dynamik der zweiten Strophe angeht. Strophe eins scheint mir einfach um einiges flüssiger. Ansonsten bedienst du dich schöner, ansprechender Worte und erzeugst leichte, sinnliche ein wenig verwischte Bilder... dein Gedicht kommt mir vor wie ein nebliger Traum, den ich aber noch nicht vollkommen zu interpretieren vermag.

    Einzige Kritik wäre noch die letzte Zeile der dritten Strophe. Ich finde diese Zeile klingt ein bisschen zu schwül, fast schon abgedroschen... aber auch das ist ja Geschmackssache.

    Anerkennende Grüße Die Erbin
    ""Du gehst zu Frauen? Vergiß die Peitsche nicht!""

    Aus "Also sprach Zarathrustra" von Friedrich Nietzsche

  6. #6
    Registriert seit
    Apr 2005
    Beiträge
    180
    Hallöchen,
    ich finde dein gedicht bestitzt eine unheimlich sanftheit!
    - ich hab mich kaum getraut es zu lesen, weil ich dachte es könnte vielleicht zerbrechen...

    "Wiegend im süßlich warmen Traum,
    Geborgen du mich flüstern lässt:
    Glitzernde Seele meines Ichs,
    sie schützt und hält die Liebe fest."

    Nachdem sich alle fragen, was da wohl geflüstert wird, versuch ich es nun einfach mal für mich zu interpretieren, um meine ganz persönliche meinung zum flüstern abzugeben.

    ich denke mit "flüstern" sind keine bestimmten worte gemeint. vielmehr beschreibt es für mich das empfinden, von sovielen gefühlen überwältigt zu sein, die so schön sind, dass sie fast einem traum gleichen, dass das lyrische ich gar nicht mehr vermag in lauten worten zu sprechen. Es kann nurmehr flüsternde worte über seine lippen bringen, weil es von der geborgenheit so umhüllt und behütet ist, dass es sich völlig benommen und gefangen fühlt...

    in diesem sinne und lg
    orange
    Interpretation ist der erste Schritt zur Wissenschaft...

    Ein Paar meiner Werke:

    GefangeneLiebe
    EsLebt UndPunkt. EinGanzNormalerTag GebtMirNamen
    TotesTier ErgebenesGeben SüssesGift Liebestrank







  7. #7
    Registriert seit
    Mar 2005
    Beiträge
    297
    Danke für eure Kritiken,

    Um alle Missverständnisse aus den Weg zu räumen:
    Schon die Überschrift verrät, dass es ein Traum ist.
    Wenn ein Traum beginnt, ist es unruhig. Man fällt nicht einfach so auf einmal in ein Bett voller Rosen.
    Folglich habe ich Alliterationen und generell eine andere Metrik in der ersten Strophe verwendet, weil es die Dynamik zu Anfang eines jeden Traums darstellen soll. Ob diese Alliterationen nun "lau" sind oder nicht, das sei dahin gestellt, letztendlich erfüllen sie ihren Zweck: ein schnelles Tempo, welches durch die zweite und dritte Strophe verlangsamt wird.
    Für die gesprochene Rede, also die letzten zwei Verse des Gedichts, gibt es keine einheitliche Interpretation. Natürlich nicht, das wäre ja trivial und uninteressant für den Leser. Außerdem ist es nebenbei die Aufgabe eines Gedichts die Phantasie des Leser zu animieren. Orange hat damit einen guten Anfang gemacht.
    Der letzte Vers soll abgedroschen sein? Verstehe ich ehrlich gesagt nicht, warum das so sein sollte. Wenn, dann solltest du deine Aussagen schon fundieren können, Heiress, und am besten machst du auch noch gleichzeitig einen Verbesserungsvorschlag. Alles andere wäre bzgl. einer Kritik irrelevant.
    Unterschätze niemals die Kraft der Verdrängnis!
    Lache nie über jemanden, der einen Schritt zurückweicht; er könnte Anlauf nehmen!

    Meine neusten Werke:

    Amor und Psyche

    Verschwommen
    Winternachtstraum



  8. #8
    Registriert seit
    May 2005
    Beiträge
    20
    Hi Soulseeker,

    ich, der oder zuweilen auch das Oberbett, muss gestehen, dass auch ich diesen dreistrophigen Text mit genuss gelesen habe.
    Wie ich ja schon des öfteren bewundern durfte, ist deine Fähigkeit, dich klug, gebildet und gewählt auszudrücken, einmal mehr in diesem Gedicht zu Tage gekommen.
    Auch der aufwendige und häufig wiederkehrende Gebrauch metaphorischer Diskriptionen lässt dieses, dein Gedicht in einem sprachlich ausgewogenen und gereiften Licht erscheinen.
    Dass du das Versmaß und Reimmaß nearly perfect arrangiert hast und das Gedicht flüssig zu lesen ist, macht das Ganze noch runder.

    Ob es nun süßlich, schmalzig oder sonst was ist, sei dahingestellt. Ich finde es nicht.

    Was ich allerdings auch nicht finde ist, dass es zum Träumen ist, es sei denn es sind Tagträume - denn wenn ich dieses Gedicht lese, errinnert es mich an einen guten Freund von mir, der so ein bissl verliebt scheint...
    Und ich denke, du sprichst ihm mit deinem Gedicht aus der Seele (du Soulseeker), zumal der Freund bestimmt aufderSuche fündig sein wird...

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. winternachtstraum
    Von rattentod im Forum Trauer und Düsteres
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 22.11.2006, 16:59

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden