1. #1
    Registriert seit
    Jun 2002
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    Liebe am Morgen

    Ein rötlich schimmernd Morgenlicht
    verschämt durch Jalousien bricht,
    gestreiftes Rotlicht auf dich fällt,
    und Schlaf dich fest in Armen hält.
    Ganz friedvoll liegst du unter Decken,
    so schlafend darf ich dich nicht wecken.

    Und doch, ich muss den Schleier lüften,
    und prachtvoll breiten sich die Hüften
    vor meinem Blick verlockend aus,
    als wundervoller Augenschmaus.
    Ganz sanft berühre ich die Rundung,
    empfinde Lust auf Hauterkundung.

    Ein Zucken fährt durch deine Glieder,
    aufspringen deine Augenlider,
    willst schnell nach deiner Decke greifen
    und sie rapide überstreifen,
    doch die ist längst hinabgeglitten
    und rettet nicht mehr gute Sitten.

    Ich nähere mich deinem Munde,
    er öffnet sich wie eine Wunde,
    und zuckend spielen unsre Zungen,
    und lässig leicht und ungezwungen
    gehorchen wir Naturgelüsten -
    wenn das die strengen Mütter wüssten!

  2. #2
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    Jan 2002
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    1.756
    Hallo Hans Werner,
    begeistert habe ich Zeile für Zeile Deinen Schilderungen gelauscht und konnte ihnen gedanklich, sinnlich folgen...
    bis Du die strengen Mütter in Dein Werk berufen hast. Das Auftreten dieser Damen hat mir jede weitere Lesefreude vermiest.
    Lieben Gruß
    Herbstzeitlose
    Dem Anschein nach bin ich zugleich in meiner Seele und außerhalb meiner Seele, weit ab von der Glasscheibe und dicht davor, gestorbener Steinbrech. Meine Begierde ist unendlich. Ich bin nur vom Leben besessen.

    Rene Char

  3. #3
    Registriert seit
    Feb 2005
    Beiträge
    81
    Schöne Zeilen, auf jedenfall, sehr klangvolle Umschreibung und doch muss ich Herbstzeitlose Recht geben, die Mütter zerstören nachhaltig die sonst sehr gute Stimmung, das scheint mir allerdings ehr ungewollt, sollte wohl ehr etwas trotzig wirken. Vielleicht solltest du dir ein anderes Ende überlegen, denn es zerstört die Wirkung deines sonst gut gelungenen Werkes.

    LG
    Feid
    "Phantasie ist wichtiger als Wissen" - A. Einstein

  4. #4
    Registriert seit
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    Beiträge
    1.621
    Hallo Hans Werner,


    im Gegensatz zu meinen Vorrednern wache ich ein klein wenig früher auf. Ich finde Dein Gedicht in seiner neckisch lächelnden Redart wirklich gelungen. Du steigerst Deine humorvollen Töne gleichzeitig mit der verspürten Leidenschaft, was ich hübsch finde, einfach liebevoll. Aber der Ausdruck "Wunde" und dann noch sich öffnend, aua, der hat mir wehgetan, er klingt hässlich im Schlafzimmer am Morgen. Mit den gestrengen Müttern kann ich wesentlich besser leben, hätte aber auch nichts dagegen, wenn Du für diese einen Ersatz finden könntest. Aber insgesamt wirklich gern gelesen .


    Liebe Grüße
    Anke

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