Thema: Regentropfen

  1. #1
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    Tropfen zerplatzen
    auf Pflastergestein
    zerbrechen zart
    in millionen Stücke.

    Tropfen fallen
    in ein Massengrab ihrer
    und ziehen dort
    gigantische Kreise.

    Andere Tropfen
    fallen tief in die Schlucht
    wo Frlüchtlinge sie
    reißend verschleppen.

    Doch am Ende der Reise
    vom Himmel zur Erde
    findet jeder Tropfen
    sein tödliches Ziel.
    Erfahrung ist, wenn der letzte Keim der Hoffnung erstickt ist.

  2. #2
    barfly Guest
    hallo Needing Love

    grundsätzlich gefällt es mir. allerdings tauchen bei mir ein paar fragen auf. das "ihrer" in S2 Z2 müsste m.E. weg.
    oder wie ist das zu deuten?

    auch kann ich die Flüchtlinge nicht in einen sinnvollen Kontext bringen. es sei denn du meinst damit einen reißenden Fluss, der durch die schlucht fließt. wenn die tropfen eben in den fluss fallen, werden sie von den fluten verschleppt.

    der schlusssatz gefällt mir. er hat etwas finales, endgültiges.

    gruß
    barfly

  3. #3
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    Mir ist nicht klar, warum du es "tödliches Ziel" nennst. Kannst du mir deine Hintergedanken dazu sagen?

    Gruß! G.T.

  4. #4
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    Erstmal zu Barfly:
    Das "ihrer" hat schon seinen richtigen Platz an der Stelle.

    Ich find's aber schön, dass das Gedicht doch angeregt hat, zu antworten, auch wenn meine bisherigen "Erfolge" eher trostlos auf weiter Flur herumstanden...
    Vielleicht steige ich ja auch zu nem Star auf! =)

    Gaaaaanz liebe Grüße an dich!


    Dann zu G. T.
    Der Hintergrundgedanke war, das Leben des Menschen darzustellen, als den Flug von Regentropfen (Es regnete und da hat mich das quasi dazu verleitet), die auf Pflaster zerplatzen, wo ihr Leben vielleicht gewaltsam beendet wurde.
    In einem See (das Massengrab ihrer), wo ein besonders tragischer Tod stattfindet, da sie auf dem stillen Gewässer ja Kreise ziehen
    und
    in einem Bach, wo die sterbenden Tropfen von den Toten mitgerissen werden.
    Ich hielt den Vergleich Leben/Regen eigentlich für gelungen, vielleicht habe ich ja auch geirrt.
    Erfahrung ist, wenn der letzte Keim der Hoffnung erstickt ist.

  5. #5
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    hallo

    Ich finde dein Gedicht gelungen. Dein Vergleich finde ich sehr gut!

    Hier meine Gedanken zu deinem Werk.

    Mit Massengrab meinst du vielleicht, dass viele Menschen heutzutage ihr Leben nicht mehr leben, sondern sie fristen ihr Dasein bis das Ende kommt.

    und ziehen dort gigantische Kreise

    Wir alle bewirken viel, oft ohne es zu bemerken.

    3.Strophe

    Manche haben die Chance, von Anfang an ein gutes Leben zu führen, andere aber werden in eine Welt voller Gewalt,Kummer und Leid herein geboren. Vielen fällt es aber schwer auf zu stehen und aus der "Schlucht" zu fliehen.

    Jedes Leben findet sein Ende schliesslich im Tod.

    Bleiben wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche.

    Che Guevara

  6. #6
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    Das ist gar kein schlechter Gedanke.
    Was mir aber persönlich dazu einfällt:
    Mit dem Aufprall auf dem Boden verschwindet nur einzelne Tropfen aus unserem Blickfeld. Eigentlich "lebt" er aber doch weiter, ob in einer Pfütze oder in der Regenrinne.
    Diesen Gedanken, der ja auch mit Tod zusammenhängt, könnte man vielleicht noch mit einbeziehen, oder?

    Gruß! G.T.

  7. #7
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    Hallo!

    Interessante Idee! Gratuliere.
    Zwei Einschränkungen, wenn Du gestattest:

    Ein Tropfen zerspringt in Millionen Stücke auf jede erdenkliche Weise, aber nicht "zart".

    Und das Miß- oder besser Unverständnis, dass sich aus der letzten Zeile ergibt, und dem auch ich ohne Deine Erläuterung hilflos gegenübergestanden wäre, ergibt sich aus einem grammatischen Fehler: "sein tödliches Ziel" ist einfach niemals das Ziel, dass "ihn selbst" tötet. - Glaub ich zumindest
    Wie wäre es denn mit einem weniger dramatischen, aber korrekten "sein letztes Ziel"

    Schönen Gruß,

    beteigeuze400

  8. #8
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    Die Idee von dem letzten Ziel mag zwar gut sein, aber ich finde, das Gedicht ist, so wie es ist, also in seiner Grundverfassung, ganz gut gelungen, wie ich und auch ander finden, die dieses Gedicht gelesen haben und auch schon versiert auf dem Gebiet der Lyrik sind.

    Ich halte zwar die Anregungen für sehr gut und bin dafür auch dankbar, aber ich lasse es dennoch so.
    Trotzdem danke, für jede konstruktive Kritik

    LG,
    Needing Love
    Erfahrung ist, wenn der letzte Keim der Hoffnung erstickt ist.

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