1. #1
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    Er streift so umher, auf der Suche. Sieht in Gesichter, erntet nur ablehnende Blicke, nur Verachtung. Er ist unbekannt und deswegen weder beliebt, noch unbeliebt, sondern fremd. Und Fremdheit ist das Schlimmste, denn sie entspricht Nichts. Jeder sucht Geborgenheit und nicht Fremdheit. Er hat schon begonnen seinen Kopf gesenkt zu halten, damit die Anderen ihn nicht bemerken und wenn doch, dass sie seine Trauer erkennen. Aber das nützt ihm nichts, der Mensch ist ein Egotier. Keiner bemerkt ihn, keiner will ihn bemerken. Er setzt sich in eine Ecke, die wenig beachtet wird und verfällt wieder und wieder in dieses depressive Gefühl der Hoffnungslosigkeit, dem Bewusstsein, dass sich nichts verbessern kann. Als er so dasitzt und kaum Blicke an seine Umgebung verliert, schallt unverhofft ein freundliches „Hi“ um ihn. Er hebt seinen Kopf, voller Angst wieder verspottet zu werden und blickt in diese Augen. Sein Weltbild gerät ins wanken, was sieht er da. „Hallo“ antwortet er zögernd im Inbegriff den Kopf wieder zu senken. Aber ein weiterer Dialogversuch stoppt Dies. „Bist du neu hier? Ich kenne dich gar nicht? Kommst du aus der Gegend? Ich heiße Sofie.“ Erschüttert, mit offenem Mund sitzt er da und stottert nur ein Nein.“ Wie nein? Du musst schon in Sätzen sprechen, sonst versteh ich ja gar nix“ sagt sie mit einer freundlichen, ehrlichen Art. Nun fasst er Mut, Mut einen Menschen zu treffen. „Ich bin nicht neu. Ich wohne hier schon länger“ Ein leichtes Erstaunen huscht über sein Gesicht. „Ich heiße Georg, freut mich dich kennen zu lernen.“ Im Nachhinein schämt er sich zwar für das Etwas idiotische „freut mich dich kennen zu lernen“, aber ihn durchströmt eine neue Kraft. „Du sitzt hier so alleine und da hab ich mich gewundert“ sagt sie und lächelt dabei. „Ach, ich hab gerne mal meine Ruhe. Ist ja auch schön hier draußen.“ „Ach so, ich wollte dich nicht stören.“ Er hält kurz inne, blickt gen Himmel und dann tief in ihre Augen. „Du hast mich nicht gestört, ganz sicher hast du Alles, aber nicht mich gestört. Du hast mich getötet und wiederbelebt, mich gehasst und geliebt, du hast...“ „Wie bitte?“ entgegnet sie verwirrt. „Ach nichts. Danke. Find ich lieb von dir.“ Und da kullert eine unscheinbare Träne an ihm herunter, die wieder Hoffen kann.
    Erkennen selber braucht einen Augenblick, die Erkenntnis auszudrücken ein Leben.

  2. #2
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    hallo willo!

    Ich habe schon viele deiner Gedichte gelesen und alle haben einen starken Hintergrund und, wie ich denke, viel Aussagekraft. Darum habe ich deine Geschichte gelesen und finde sie wirklich treffend. Deine Gedanken und deine Kritiken an der Gesellschaft die du hier in diesem Forum einbringst, regen mich immer zum nachdenken und weiterdenken an und das kann ja nicht schaden!

    danke...

    liebe Grüsse
    written
    Bleiben wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche.

    Che Guevara

  3. #3
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    ja danke schön mehr sag ich da nicht
    Erkennen selber braucht einen Augenblick, die Erkenntnis auszudrücken ein Leben.

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