1. #1
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    Ich kann mich noch lebhaft an meine Jugend erinnern. Als Kind ausgegrenzt, von anderen geaergert, weil ich provozierte und nachfragte. Als Heranwachsende habe ich anfangs resigniert, aufgegeben, mich dann jedoch gefangen. Wie jeder Andere auch erlebte ich Gutes und Schlechtes, wie alle war ich von Zeit zu Zeit deprimiert. Ich ging zur Uni, studierte, was ich mir im Alter von 15 Jahren ausgedacht hatte und bestand mit Ach und Krach. Dass ich gern schrieb, hielt ich geheim. Nur meine beste Freundin wusste davon. Bald erging es mir, wie ich es mir nie haette traeumen lassen - ich, arbeitslose Patentingenieurin, die immer unabhaengig sein wollte, heiratet aus der Not heraus den gutverdienenden Autor. Früher haette ich meiner Freundin von meinen Geschichten, Gedichten und Undefinierbarem, aber Geschriebenem erzaehlt. Nun erzaehlte ich am Telefon von seinen und dass niemand so gut sein kann wie er. Nach langem Schweigen sagte sie: "Erinnere dich. Erinnere dich an Gestern. Gestern, als du geschrieben hast, gab es jemanden, der besser war als er. Dich." Ich erwiederte, dass ich niemals gut geschrieben haette, woraufhin sie mich eine Luegnerin schalt.
    Gestern. Schrieb ich gestern? Und dann holte ich all die vollgekritzelten Notizbuecher wieder hervor, jeden einzigen kleinen Zettel. Ich gab vor, nur meinen Mann abzuholen zu wollen, vom Verlag - "zufaellig" liess ich meine Schriftstuecke auf dem Tisch des Lektors zurück. Ohne Namen, nicht mutig genug, zu mir selbst zu stehen.
    Wie gestern.

    Nur wer ein Warum erfährt, erträgt fast jedes Wie.

  2. #2
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    wo du bei mir geantwortest hast, will ich mich mal revanchieren...

    Ich finde deinen Text vom Inhalt und den Gedanken her gut, allerdings stört mich beim Schreibstil, dass er so - hmm, ich will jetzt nichts Falsches sagen - "dahingeschrieben" klingt. Es kommt mir so vor, als hättest du den Text mal so eben kurz geschrieben, zumindest den Anfang - aber ich glaube, sowas ist auch einfach Geschmackssache

    Was mich interessieren würde: Hast du das einfach nur so geschrieben, oder hat das einen Realitätsbezug?

  3. #3
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    Hallo Nina!

    In einem muß ich mondmalerin zustimmen: Dein Text wirkt etwas dahingeklatscht, er wäre ausbaufähig und würde durch etwas mehr tiefgreifendere Gedankengänge sehr gewinnen.
    Was ich jedoch beibehalten würde, ist das eindringliche "Gestern." Oft wirken Wortwiederholungen auf dauer plump, doch nicht hier. Es hinterläßt eher die ungläubige Verzweiflung der ich-Erzählerin, ob ihres Verhaltens.

    Gern gelesen,
    gott

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