Ich komme aus dem Wohnzimmer, wo ich gerade festgestellt habe, dass mir sehr viel Zärtlichkeit fehlt. Zärtlichkeit, an die ich mich gewöhnt habe. Zärtlichkeit, die Sie mir gab.
Es ist fast ein Jahr her, dass sie nun weg ist, aber im Moment ist sie da. Ich könnte es ihr sagen. Ich könnte sagen:“ Du, mir fehlt Zärtlichkeit.“, doch würde sie darauf eingehen? Sie würde sagen, dass ich das nur glaube, dass das nicht die Realität ist, dass ich in meinen Wunschvorstellungen lebe. Aber ist das wirklich so? Lebe ich in meinen Wunschvorstellungen? NEIN – das wüsste ich. Ich stelle mir nur Sachen vor, bei denen ich weiß, dass sie mal Realität sein könnten. Aber dann sind es ja Wunschvorstellungen. Hat sie Recht? Lebe ich in einer Traumwelt? Mir kommen Tränen, Tränen, wie ich sie schon ziemlich lange in meinen Augen mit mir trage. Ich könnte ihnen Namen geben und wenn sie alle so heißen würden wie ihre Quelle, der Ort ihrer Geburt, dann müsste ich sie wohl nach ihr benennen. Diese Tränen sind nicht da, wenn sie bei mir ist. Sie rennen weg vor ihr. Ich konnte sie ihr niemals vorstellen. Sie sind schüchtern und kommen nur, wenn ich alleine bin. Mir Vertrauen sie. Wenn sie rauskommen und sich zeigen, spätestens dann weiß ich, dass ich alleine bin, das mir etwas fehlt, etwas Zärtlichkeit.
Rauch, Rauch der sie vertreibt ist das einzige, was mich aufmuntert. Er kommt und sie gehen, als sei der Rauch eine Person, die mir Zärtlichkeit gibt. Sie lockert meine Nerven, diese Person. Ist es eine Seele, die ich verrauche? Gibt Sie mir innere Zärtlichkeit?

Das kann nicht sein und so bin ich doch allein.
Was ich schreibe ist uninteressant für Außenstehende, doch kommt es aus meinem Innern.
22.06.04 01:32