Das Leben ist ein Traum und ich habe Angst zu erwachen, denn ich könnte anfangen Leben zu müssen. Und wenn mir das Leben zu einem Alptraum geworden ist, habe ich Angst einzuschlafen, denn ich könnte nie wieder aufwachen. Und genau das sind die beiden Seiten des Lebens, das Ja und das Nein. Und ich bin ein Träumer und Alpträumer, das heißt: Mensch. Mensch? Das heißt: Problem und Lösung. Nur die letzte Frage, die sich mir aufdrängt, mich zerfrisst, mich peinigt ist die, die Fragt, was das genau bedeutet, wenn ich sage, dass der Mensch das Problem und die Lösung ist. Ist der Mensch das Potenzial zu einem Sinn, um gleichzeitig das Bewusstsein seiner Sinnlosigkeit zu sein? Ist das nicht die wahre Erkenntnis: es gibt einen Sinn! Und er ist eine Lüge. Aber das macht nichts aus. Darin besteht die Möglichkeit, unsere, meine, die einzige Möglichkeit. Die Möglichkeit glücklich zu sein.
Aber vorrausgesetzt ich habe einen Sinn und verfolge Diesen Sinn. Kostet mich das nicht meine Freiheit? Ist nicht gerade meine Sinnlosigkeit die Freiheit aller möglichen Lebenssinne? Und ist nicht gerade die Wahl eines Sinnes der zerstörende Akt dieser Freiheit, dieser über Allem sogar Gott stehenden Freiheit? Und ich will mir diese Frage nicht beantworten, weil ich die Antwort insgeheim kenne. Stehen wir nicht vor der Wahl frei oder an einen Sinn gebunden, der Lüge sein muss, weil nur wir einen Sinn ins Sein legen wollen und vor allem als Einzigste können. Oder sind wir gar determiniert, unfrei, dazu bestimmt einen Weg zu gehen, der in ein Nichts führt. Haben wir keine Wahl? Sind wir dazu verdammt, verflucht, verschwiegen ein Dasein durchzuleben, was wir nicht beeinflussen können? Sind die Bilder des Dali vorherbestimmt gewesen? Und wenn Ja, wie widerspricht unser Weltbild und vor allem unser Weltgefühl der Wirklichkeit. Ein für Alle mal und kein Mal: ich will nicht Alles wissen und doch! Denn ich bin wieder ein Mensch, das heißt: zerrissen durch mein Dasein. Vielleicht sind die Antworten eine Enttäuschung. Mit dem Bewusstsein gehe ich ins Grab, das ist der Zeitpunkt an dem meine Fragen auf eine Antwort treffen könnten, wenn Gott ist. Ist Gott? Ach, das Leben muss ein Traum sein!

Die Namensverwandschaft zum Drama von Pedro Calderon de la Barca ist zwar nicht bewusst gewählt, aber vielleicht dadurch bedingt, dass ich und er beide Menschen sind und waren. Ich würde mich über Kritiken und Interpretationen sehr freuen.

MFG Willo