1. #1
    Registriert seit
    May 2005
    Beiträge
    37
    Ich hör dir nicht zu.
    Schon lange nicht mehr
    Auch der Wind gibt Ruh,
    weil ich ihn nicht hör.

    Ich bin vor Lügen so taub
    Ich hör nicht mal die Stille,
    nicht mal das raschelnde Laub.
    Nicht mal das Zirpen der Grille.

    Hilf mir doch jemand,
    dass ich die Wahrheit wieder seh!
    Taub bin ich, wie eine Wand,
    weil ich nichts versteh.

    Ich will deine Lügen nicht hören,
    will auch dein Gesicht nicht seh´n.
    Will deine Haut nicht spüren,
    kannst du nicht einfach geh´n?

    Nimm deinen Weg mit dem Wind,
    er wird dich weit von mir tragen.
    Er weht dich dorhtin geschwind,
    wo andere DICH mit Lügen plagen.
    Erfahrung ist, wenn der letzte Keim der Hoffnung erstickt ist.

  2. #2
    Registriert seit
    Dec 2004
    Ort
    München
    Beiträge
    716
    hallo Needing Love,

    Um auf deine "Technik" in diesem Gedicht einzugehen habe ich leider nicht genug Kompetenz aber ich will dir trotzdem schreiben wie dein Gedicht was mir sehr gut gefällt auf mich gewirkt hat.

    beim ersten lesen deines Gedichts viel mir direkt auf, dass die ersten drei Strophen meine volle Aufmerksamkeit hatten und ich sie auch direkt noch mal gelesen habe um sie noch mals auf mich wirken zu lassen.
    Ich finde du beschreibst die Taubheit sehr gut. Vor allem weil es Platz für mehrere Interpretationen lässt.
    Man kann es so interpretieren dass das lyrische Ich hier bewusst "auf taub macht" , bzw so weit getrieben wurde dass es taub wurde, aber man kann es auch so deuten, dass diese taubheit auch zu einer gewissen Blindheit und Ignoranz führt.
    Also einerseits eine Anschuldigung an "den der lügt" aber andererseits auch eine Selbstkritik. das gefällt mir sehr gut.

    Bei den letzten beiden Strophen hab ich gemerkt wie beim Lesen das Interesse verschwunden ist , ich finde vor allem die letzte Strophe nicht so toll es wirkt zu abgehackt und lenkt meiner Meinung nach vom Inhalt des Gedichtes ab.

    Aber es kann auch sein dass du gerade in der letzten Strophe die eigentliche Aussage des Gedichts zur Geltung bringen wolltest und ich dein Gedicht sicht so verstanden habe wie du es rüberbringen wolltest.

    Vielleicht "stört" mich auch nur dass die letzten beiden Strophen sich zu sehr mit dem Gedanken beschäftigen diese andere Person wegzuschieben, auch wenn das vielleicht dein Grundgedanke war.


  3. #3
    Registriert seit
    May 2005
    Beiträge
    37
    Mein Gedanke bei den letzten beiden Strophen war, dass ich einen absoluten Kreativitätseinbruch hatte...

    Ich konnte das Gedicht allerdings nicht mit nur drei Strophen stehen lassen, weil sonst der Grundgedanke, nämlich diese eine Person aus dem Leben des lyrischen Ichs zu verbannen, in Vergessenheit geraten wäre.
    Ich weiß, dass das Gedicht sich am Ende zu sehr auf die eine Person lenkt, aber ich wollte es auch nicht zu lang gestalten, obwohl eine sechste Strophe so als Überleitung bestimmt gut gepasst hätte...
    Ich werde auf jeden Fall für Ihre Kritik!

    LG

    Needing love
    Erfahrung ist, wenn der letzte Keim der Hoffnung erstickt ist.

  4. #4
    Registriert seit
    Dec 2004
    Ort
    München
    Beiträge
    716
    dann ist es dir doch trotzdem gelungen weil es ja dein grundgedanke war.
    vielleicht habe ich mich einfach nur zu sehr auf die Taubheit fixiert und deswegen hat mir das ende dann nicht so gefallen.

  5. #5
    Registriert seit
    May 2005
    Beiträge
    3

    Thumbs up Taube Ohren

    Hi Needing Love,
    TAub vor lügen ist schon mal ein guter Titel. Da ich noch nciht wirklich eine Ahnung habe, was formell erwartet wird, werde ich wohl mehr auf dein Thema eingehen müssen.
    DAs lyrische Ich redet direkt mit dem Lügner, es klingt fast schon verzweifelt und hilflos, vor allem in der letzten Strophe mit dem Wind. Eine flehende Bitte, ganz passiv. Ich hätte mir mehr Aktivität gewünscht, einen eigenen Versuch etwas zu unternehmen.
    Aber anders als question finde ich, passen genau die letzten beiden strophen genau in dein Gedicht. Sie sind erst der Clou, die wirkliche Aufforderung.
    Vielleicht hättest du die Taubheit noch ein wenig mehr ausschmücken können, ein paar Bilder mehr hineinbringen können. Ich habe extra meine Musik ausgeschaltet, aber von deiner beschriebenen Taubheit ncihts gemerkt... Schade, denn deine Idee ist sehr gut!
    Und über spüren... hören... bin ich richtig gestolpert, aber gut .
    Liebe Grüße
    O göttliche worte,
    wenn ihr doch nicht selber fliegt!?
    Verborgen am unbekannten Orte
    meine Feder verstecket liegt.

  6. #6
    Registriert seit
    May 2005
    Beiträge
    37
    Ich freue mich, dass dieses Gedicht nicht perfekt ist.
    Sonst könnte ich aus den Kritiken nichts Positives oder Lehrreiches für meine nächsten Gedichte ziehen.

    Ich danke euch sehr,für die positiven, wie negativen Eindrücke und ich werde mir das alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen.

    LG

    Needing love
    Erfahrung ist, wenn der letzte Keim der Hoffnung erstickt ist.

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Lügen über Lügen
    Von wirbel im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 14.06.2011, 06:14
  2. Lügen über Lügen
    Von wirbel im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 09.08.2010, 19:23
  3. Taub !
    Von Nightinbird im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 23.05.2007, 19:34
  4. taub
    Von Vampireheart im Forum Trauer und Düsteres
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 29.03.2007, 18:09
  5. Taub
    Von satchmo im Forum Experimentelle Lyrik
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 30.09.2006, 11:53

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden