1. #1
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    Ich stand am Ufer und der Wind blies den Geruch der See
    und den Ruf der Möwen zu mir hinunter zu den hellen Dünen
    auf dem Wasser lag sichtbar eine Schicht so weiß wie Schnee
    trieb Strandgut hin aufs Land, hier auf der Insel nahe Fünen

    Ein letzes Mal für lange Zeit darf die Ruhe sich hier zu Hause wähnen
    eh der Touristensturm die Letzte Bastion der Stille niederreißt
    Es verbreitet sich ein Stimmengewirr von Deutschen und von Dänen,
    wenn jeder mitgebrachte Köter krumm gebuckelt auf die Erde scheißt

    Die Sonne ist hier angenehm. Ein Wind kühlt die warmen Strahlen
    auf der Haut, daß man nicht gleich den nächsten Schatten sucht.
    Die Landschaft ist schön übersichtlich geschaffen, wie zum malen
    für den, der solche Reise explizit als Kulturtrip hat gebucht

    Eine Bekanntschaft, sie kam für ein paar Tage aus Berlin las dort
    Kunstgeschichte war ein hübsches Mädchen frei und unkompliziert
    benahm sich so als ob wir uns auf Sylt befänden trieb Sport
    auch nackt. Es hatte sie nicht gestört, wenn Männerblicke nach ihr gegiert

    Nun blicke ich bei der Heimfahrt auf schaukelnder Barkasse
    hin zum nahen Festland nochmals zurück hin zu meinem Strand
    der immer enger werdend sich meinen Blick entzieht und lasse
    meine Gedanken noch mal durchlebten die Erlebnisse dort im Sand


    Das ganze ist nun viele Jahre her die Erinnerung kam unbewußt , ungewollt zurück
    ich weiß nicht was der Anstoß dazu war vielleicht die Autofahrt nach Bremen Lilienthal
    auf der gleichen Autobahn. Damals war sie nicht so voll wie jetzt, und ein kleines Stück
    Reminiszens lange verschüttet in meinem Unterbewußtsein, kam hervor mit einem Mal

  2. #2
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    Hallo talentlos,
    eine hübsche Erinnerung, die es verdient, aus der Versenkung hervorgeholt zu werden.
    Meiner Meinung nach hast Du keinen lyrischen Text geschrieben. Du erzählst im Prosastil, da bietet es sich an, die Strophen wegzulassen und Deine Zeilen wie in einer Kurzgeschichte niederzuschreiben.

    Lieben Gruß
    Herbstzeitlose
    Dem Anschein nach bin ich zugleich in meiner Seele und außerhalb meiner Seele, weit ab von der Glasscheibe und dicht davor, gestorbener Steinbrech. Meine Begierde ist unendlich. Ich bin nur vom Leben besessen.

    Rene Char

  3. #3
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    Hallo Herbstzeitlose

    Schönen Dank für dein Interesse an der „Geschichte“


    Da ist doch tatsächlich die ausblühende galoppierende Phantasie mit mir durchgegangen
    im Fahrwasser von Karl May. und teilweise des Barons M.
    Pssst! Und bitte nicht weitersagen, Ich war niemals auf Fünen
    aber weil es sich so passend auf Dünen reimte wurde diese Insel auserkoren. Borkum, da war ich einmal.
    Sehr schön hat mir gefallen (da erging es mir wie dem Charlie Brown mit seinem rothaarigen Mädchen. Dort selbst ein Mädel gesehen mit der Frage im Herzen „bleibt jetzt die Welt stehen“?)
    Aber kann man einer Düne das Attribut krumm zuschreiben auf daß man es auf Borkum reimen könnte ?!
    Und auf Bremen Vegesack hätte ich irgendwie das ganze thematisch vergewaltigend einen Lumpenpack unterbringen müssen.
    Daß das ganze ein Anflug von Prosa abbekommen hat liegt daran, daß ich mich hart
    dem Vorwurf zu plagieren aussetzend, einem Gedicht von Rimbaud, ,das trunkene Schiff, zumindest
    seiner Machart, weniger dem Inhalt nach nachzueifern versuchte ohne jedoch nur im entferntesten dessen
    Ausdrucksstärke und Sprachwucht zu erreichen.
    Ein Gedicht kann viele Facetten in seinen Ausdrucksmöglichkeiten haben. Ich habe die Form des Enjambements gewählt was sich anbot. Mag sein , daß dies den Lesefluß stört.
    Auch diesmal wieder No Respect for the Metric !Einfach nur erzählen dem Spiel der verklärenden Gedanken
    folgen. Hirngespinste mit Anlehnung an ein ähnliches Erlebnis ins Forum stellen.

    Gelbe Karte wegen Irreführung?.


    Mit freundlichen Grüßen

    talentlos
    einer, der sich Sachen aus den Fingern saugt

  4. #4
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    Von mir gibt's keine gelbe Karte. Ich lasse mich zu gerne irreführen. Es war mir ein großes Vergnügen.

    Alles Liebe
    Herbstzeitlose
    Dem Anschein nach bin ich zugleich in meiner Seele und außerhalb meiner Seele, weit ab von der Glasscheibe und dicht davor, gestorbener Steinbrech. Meine Begierde ist unendlich. Ich bin nur vom Leben besessen.

    Rene Char

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