Thema: Sinnlos

  1. #1
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    Sinnlos

    Wozu brauch ich
    Augen,
    die nur die Dunkelheit vernehmen,
    sich nach deinem Antliz sehnen

    Wozu Lippen,
    die nicht deine küssen,
    die nicht
    vom Glas der Liebe nippen

    Wozu Ohren,
    die in Stille leben,
    nur stumme Klänge
    dir entnehmen

    Hände,
    die ins Leere greifen,
    den Sinn der Lebens
    nicht begreifen

    Dein Duft,
    bleibt mir noch heute fremd
    nicht alles
    hat ein "Happy End"

    [Geändert durch cYos am 31-05-2005 um 00:26]
    [Geändert durch cYos am 13-07-2005 um 21:22]

  2. #2
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    Hallo cYos,

    dein Gedicht gefällt mir recht gut. Die Thematik ist gut umgesetzt und du hast einen schönen Lesefluss geschaffen.
    Das einzige, das mich stört, ist S4. Hier scheint mir die Strophe zu sehr auf den Reim ausgelegt zu sein "Reim dich oder ich fress dich". Inhaltlich macht dies für mich wenig Sinn. Oder mir bleibt dies im Moment verschlossen und du kannst mich vielleicht aufklären?
    Leere schreibt man groß

    LG
    chilly
    Ein neues Leben kann man nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag.

    Das Lied meiner Gunst
    Befreite Dämonen
    Der Beginn
    Zukunftsbooterbauer

  3. #3
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    Hi chilly!
    Erstmal danke für die Korrektur.
    Die 4S kannst du entweder so auffassen, dass
    es auf das ganze Gedicht bezogen ist, dass es doch besser ist wenn man Sinn"los" ist. (Also keine Sinne hat) oder das die letze S keinen Sinn machen muss, das die Überschrit "Sinnlos" ist

    Gruß

  4. #4
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    Hi cYos!

    Dein Gedicht gefällt mir recht gut!
    Der Inhalt ist ansprechend und deine Wortwahl
    gefällt mir ebenfalls.

    Hab trotzdem ein wenig an deinem Werk
    "herumexperimentiert":
    (du verzeihst mir hoffentlich! )

    Ich habe es anders gegliedert
    und die letzte Strophe verändert.
    (vielleicht gefällt's dir ja auch!)

    Ursprünglich eingetragen von cYos

    Sinnlos

    Wozu Augen,
    wenn sie nicht
    in deine schauen,
    wenn Blicke
    nur auf Lügen bauen

    Wozu Lippen,
    die nicht
    deine küssen,
    die nicht vom Glas
    der Liebe nippen

    Wozu Ohren,
    die in Stille leben,
    nur stumme Klänge
    dir entnehmen

    Hände,
    die nicht
    deine fassen,
    ins leere greifen
    vor erblassen

    Wozu Gefühle,
    wenn sinnvoll bleibt,
    was sinnlos ist.
    Wirklich zufrieden bin ich nicht damit,
    aber mir gefällt dein Ende nicht besonders,
    wollte es aber nicht zu sehr ändern
    und das ist dabei rausgekommen...

    Liebe Grüße, Sabe
    Wirklich reich ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann. (Hans Kruppa)

  5. #5
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    Hi Sabe!

    Danke für die Mühe. Mir selber gefällt das Ende auch nicht, aber zum Glück gibt es ja so nette leute wie euch die mir helfen!

    Werde gucken was sich machen lässt!

    ganz lieben gruß!

    PS: Wollte schon, dass im Gedicht die fünf Sinne enthalten sind. Falls es dir nicht aufgefallen ist ...
    S1 = Sehen
    S2 = Schmecken (auch wenn man dies eigentlich mit der Zunge tut)
    S3 = Höhren
    S4 = Fühlen
    S5 = Riechen (das find ich nicht so toll .. mir fällt kein gutes Wort dafür ein. "Nase" hört sich so unpoetisch an. Vielleicht fällt euch was ein!)

    nochmals gruß

    [Geändert durch cYos am 30-05-2005 um 21:20]

  6. #6
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    Hallo cYos,

    die Tendenz deines Textes wird durchaus deutlich. Die Sinne werden der Reihenfolge nach "abgearbeitet", was dem ganzen eine sinnvolle Struktur verleiht. Die Synästhesie (so nennt man es, wenn mehrere Sinneswahrnehmungen zusammentreffen) spiegelt sich antithetisch im Titel des Textes wieder. Der Text spielt mit der Doppeldeutigkeit des Wortes "Sinn", zum einen in seiner ästhetischen Rolle (Wahrnehmung), zum anderen in seiner kogntivien Rolle (Verstand) und stellt diese einander gegenüber.

    Die Schlußstrophe gefällt mir ebenfalls nicht, da sie neben dem letzten Sinn zusammenfaßt, was durch Titel und Strophen bereits hinlänglich deutlich geworden ist. Die Conclusio tischt förmlich kalten Kaffee auf und langweilt dadurch. Des weiteren würde ich das Wort "Gefühle" in einem Gedicht vermeiden. Die Umsetzung von Sabe, ist jedoch noch inakzeptabler, da sie die oben beschriebenen Empfindungen nur noch verschärft.

    Sinnlos erscheint mir in diesem Zusammenhang der Reim "ins Leere greifen vor Erblassen". Wie bitte soll man sich das denn vorstellen!? Da erblaßt jemand und greift deswegen nicht die Hände seiner/s Geliebten? Da wird mir die Ursächlichkeit dieses Zusammenhangs irgendwie nicht ganz klar. Ist da der Inhalt zugunsten des Reims abhanden gekommen?

    Übrigens gibt es einige Worte, die ich zur Beschreibung des letzten Sinnes ob ihres schöneren Klangs präferieren würde: Duft, duften, Odeur, Wohlgeruch. Hübsch finde ich es auch, anstatt Nase Nüstern zu sagen, z.B. "Ihren süßen Duft durch samt'ne Nüstern saugen." Viele verbinden damit aber auch irgendwie Pferdeschnauzen, was dann natürlich nicht passend wäre.
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  7. #7
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    WOW. Nicht böse gemeint, aber war erstmal ein bisschen geschockt von deinem Eintrag ... Super ausführlich und danke für die Aufklärung mancher Worte!
    Das mit "ins Leere vor erblassen" fand ich auch richtig doof, aber mir ist nichts anderes eingefallen was sich gut anhört, aber danke für dein Vorrat an neuen Wörtern, Werde es überarbeiten.

    DANKE!

    gruß

  8. #8
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    Das mit "ins Leere vor erblassen" fand ich auch richtig doof, aber mir ist nichts anderes eingefallen
    Siehst du cYos, darin unterscheiden wir uns beide. Ich hätte nie etwas veröffentlicht, von dem ich nicht absolut überzeugt wäre. Ich gehe in dieser Hinsicht ungerne Kompromisse ein. Denn wenn mir etwas nicht zusagt in einem meiner Texte, dann arbeite ich solange daran, bis es mir zusagt. Ist natürlich stressiger, befriedigt aber auch mehr.
    Viel Erfolg bei der Überarbeitung.
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  9. #9
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    "Nase" ist echt unpoetisch...

    ich glaube für "riechen" kann man sehr gut "atmen" verwenden ("ich atme deinen duft" oder ähnliches)
    was mich auf den gedanken bringt "Atem" oder "Odem" vor zu schlagen...
    nur so ein tipp, muss ja nicht sein (wenns dir nicht passt... ist ja dein gedicht)
    Der Sinn des Lebens ist deinem Leben einen Sinn zu geben.

  10. #10
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    Hi Leute, danke für die Kritik!

    Wie ihr sehen könnt hab ich das Gedicht überarbeitet.
    Würd mal gern eure Meinung zur neuen Version höhren.
    Was stört euch? Was passst nicht?

    Danke!

    Gruß

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