Thema: Vermiss Dich

  1. #1
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    All die Nächte wach ich auf,
    merks erst gar nicht, komm dann drauf
    mir geht was ab, es fehlt mir wer
    und weil ich munter werd, wohl sehr
    Wer das wohl ist, dass frag ich mich?
    Ach, ohne Zweifel mein ich Dich!

    Ich denke nach, wie schön es war,
    als wir noch hier warn als ein Paar.
    Doch leider ist seitdem viel Zeit vergangen
    und abzuschließen hab ich angefangen.
    Ob das wohl geht, das frag ich mich?
    Es ist so schwer, ganz ohne Dich!

    All die Wunden heilt die Zeit,
    doch ist diese nicht bereit.
    Statt dieser Wunde, hätt ich ne Wahl,
    säß ich lieber nackt auf einem Pfahl
    Wie das wohl ist, das frag ich mich?
    Besser, bestimmt, als ohne Dich!

    Wieder wach ich auf und denk mir
    wie schön es wär, wärst Du jetzt hier.
    Ich blick mich um, kann Dich nirgends finden,
    an dich denk ich, bis die Nächte schwinden.
    Welches Gefühl das ist, das frag ich mich?
    Oh mein Gott, wie sehr vermisse ich Dich!

    [Geändert durch ThaGü am 04-06-2005 um 12:13]

  2. #2
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    Halli hallo,

    also sehr humorvoll hast Du das geschrieben, doch, das gefällt mir, mit richtig viel selbstironie...
    - oder interpretier ich da jetzt was falsches rein?
    Also, wenn es ein ernsthaftes, trauriges Werk sein sollte, dann isses wohl in die Hose gegangen, ansonsten mal was anderes in diesem Herz-Schmerz-auf-die-Tränendrüse-drück-Haufen
    Der Lesefluß allerdings gleicht eher einem Leseflußbett, das ausgetrocknet ist...

    Liebe Grüße,
    Kathi

  3. #3
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    Erstmal danke für deine Kritik, du hast ein wenig recht mit deiner `Selbstironie`-Interpretation...

    LG

    [Geändert durch ThaGü am 03-06-2005 um 01:45]

  4. #4
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    Wink romantik pur

    Hallo Gü!

    Wie du ja schon weißt, find ich dein gedicht wirklich romantisch!Du bist ja ein echter Dichter geworden Ich bin echt stolz auf dich!!!!!!

    Lg

  5. #5
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    Dichter, Dichterin?

    Wen interessiert's!? Der Lesefluss ist tatsächlich keiner, es gibt ihn quasi nicht. Dadurch, dass du keinen anhaltenden Rhythmus in einem sonst so volksliedhaften und gereimten "Lied" hast, wirkt es besonders amateurhaft und einfach schrecklich misslungen. Vielleicht liest du deine Strophen mal selbst und klatschst dabei die Betonungen.

    Und sanxina: Du tust ihm keinen Gefallen, wenn du ihm eine Entwicklung bescheinigst, die es einfach nicht gibt.

    Toni

  6. #6
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    Hallo Toni!

    Erstmal danke für deine (wenn auch wenig schmeichelde) Kritik.
    Mit dem Textfluss hattest du wohl oder übel recht, habs, leider ein wenig zu spät (mein Fehler!), durchgelesen, dabei heftig mitgeklatscht und es jetzt ein wenig geändert..
    Hoffe, du bist damit zufrieden (zumindest was die Metrik anbelangt, der Inhalt muss dich ja nicht ansprechen).

    Natürlich ist auch die Wortwahl eine einfache.
    Es gibt auch nur Paarreime, keine Kreuz- oder gar Schweifreime. Fazit: einfache Lyrik, nichts anspruchsvolles; weil nicht gewollt!

    Da ich, wie du richtig erkannt hast, noch ein "greenhorn" bin, hoffe ich natürlich, Kritiken zu erhaltn, aber wenns geht konstruktive, nicht destruktive. Ziel eines Anfängers ist es ja schließlich, Verbesserungsvorschläge zu bekommen und diese auch in die Tat umzusetzen.

    Würde mich über weitere Kritiken meiner "Werke" freuen.
    Hoffe, du nimmst mir die Antwort nicht übel

    LG


    [Geändert durch ThaGü am 04-06-2005 um 14:16]

  7. #7
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    Übelnehmen?

    Ach woher denn, genau dafür sind wir doch hier. Okay, werde ich einmal etwas konstruktiver: In der Tat, mir ist eine Verbesserung aufgefallen, habe aber gleichwohl noch einige Stellen, an denen du was tun musst - rein metrisch gesehen.

    Da haben wir gleich die erste Strophe. Du beginnst mit zwei trochäischen Versen und machst dann mit vier jambischen weiter. Das bricht den Rhythmus so richtig, wenigstens an dieser Stelle.

    Ich habe hier ein Beispiel, wie es eigentlich klingen sollte (Text natürlich verändert).

    "All die Nächte wach ich auf,
    merks erst gar nicht, komm dann drauf
    Es ist klar, mir fehlt hier wer,
    munter merk ich's, sogar sehr.
    Wer das ist, dass frag ich mich!
    Ach, ohn' Zweifel mein ich Dich!"

    Der Text ist hier nicht besonders elegant gestaltet, ich möchte dir lediglich die Metrik veranschaulichen. Lies mal diese Strophe, wie sie jetzt ist, und vergleich sie mit deiner. Erkennst du den Unterschied? Du kannst meine Strophe in einem Takt durchlesen und musst bei deiner immer wieder die Geschwindigkeit verändern. Apostrophe als Auslassungszeichen ermöglichen es dir, wie im Fall von "ohn'" Endungen zu tilgen, sofern es das in einer archaistischen Form schon einmal gegeben hat, den Sinn und das Wort zu erhalten, aber auf den Rhythmus Rücksicht zu nehmen.

    Ich finde, du solltest dich in so einem Gedicht strengerer Form (im Vergleich zu ungereimten und gänzlich freien Poemen) für eine Metrik entscheiden: Also entweder Jambus oder Trochäus, Daktylus oder Anapäst - wenigstens innerhalb einer Strophe, besser im ganzen Werk. Du kannst mit den Kadenzen spielen, mal männlich, mal weiblich. Das fällt nicht so schwer ins Gewicht.

    In der zweiten Strophe machst du jambisch weiter, und zwar durchgängig, das ist in Ordnung. Allerdings achtest du nicht auf die Anzahl der Hebungen. Bis dahin hast du vierhebig agiert, egal ob jambisch oder trochäisch, plötzlich erhöhst du auf fünf Hebungen. Gewollt und wenn ja wieso? Es passt so gar nicht zum Rest und ich kann keine Kongruenz zwischen erhöhter Hebungsanzahl und einer eventuellen Erhöhung irgendetwas im Inhalt entdecken.

    Die dritte ist echt eine Prüfung. *schmunzelt* Da haust du alles durcheinander. Du beginnst mit zwei trochäischen (auftaktiken) Versen, gehst dann im dritten zum Jambus über, um noch in der selben Zeile nach dem Komma wieder einen Trochäus (du betonst ja nicht "hätt'" und "ne", oder doch?) zu starten. Das erinnert mich schmerzlichst an Sappho's Vorgehen, das deutsche Dichter niemals nicht hätten kopieren dürfen.
    Der vierte Vers ist wieder trochäisch, der nächste jambisch und der übernächste wieder trochäisch. Das kann einfach keine Sau lesen. *schmunzeln muss*

    Meine Alternative, die dir wiederum lediglich ein Klangbeispiel liefern soll:

    "All die Wunden heilt die Zeit,
    doch ist diese nicht bereit.
    Statt der Wunde, könnt' ich wähl'n,
    ließ ich mich doch lieber pfäl'n.
    Wie's wohl ist, das frag ich mich?
    Besser doch, als ohne Dich!"

    In der vierten Strophe wieder mal das, mal das: Du beginnst trochäisch, fährst jambisch fort, bevor du im dritten Vers etwas Unglaubliches versuchst.

    Ich habe das mögliche Versmetrum mal skizziert:

    vx | vx | v | xvv | xv

    v=unbetont
    x=betont

    Wir haben hier so oder so eine unbetonte Silbe, die keinem ganzen Takt zugeordnet werden kann. Bei meiner Skizze steht diese in der Mitte. Du beginnst in dem Vers mit einem zweihebigen Jambus, lässt eine unbetonte Silbe folgen und machst mit einem Daktylus weiter, um schließlich mit einem Trochäus zu schließen. Was ist das denn? Mir schwirrten noch andere Aufdröselungsversuche durch den Kopf, aber der hier scheint mir der plausibelste. Das geht einfach nicht, das ist absolut ungesund. *zwinkert*

    Kürzen wir das ab, mein metrisch angepasstes Gegenstück:

    "Wieder wach ich auf und denk mir:
    'Schön wär' es, wärst Du jetzt hier.'
    Blick mich um, kann Dich nicht finden,
    Such dich, bis die Nächte schwinden.
    Was ist das, so frag ich mich?
    Oh mein Gott, ich liebe Dich!"

    Als Tipp: Achte darauf, dass du die Verse entweder betont oder unbetont beginnst. Nicht mal so, mal so. Zähl die Betonungen jedes Verses durch, wenn du einen sauberer Rhythmus möchtest. Sie sollten in jedem Vers gleich sein. Verse können betont oder unbetont enden. Sich reimende Verse sollten möglichst gleicher Kadenz sein, müssen es aber nicht zwanghaft (Beispiel: Erster und zweiter Vers der letzten Strophe).

    Wohlan, das ist das kleine Einmaleins der Metrik. Wenn du das intus hast, kannst du anfangen, Gedichte ohne Metrik zu schreiben. Man muss nur wissen, was man weglässt, damit man weiß, was für eine Wirkung man erzielt. Kannst du mir folgen?

    Toni

    [Geändert durch Glorious am 05-06-2005 um 00:25]

  8. #8
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    Hallo Toni!

    Wow... Diesmal muss ich dir mal echt für deine Kritik danken!!Hab viel gelernt!

    Bin schon dabei, das Gedicht nach diesen Regeln abzuändern.
    Wird diesmal wohl ein bisschen länger dauern.

    MFG
    und in freudiger Erwartung weiterer Kritiken

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