Thema: Im Schnellzug

  1. #1
    barfly Guest
    vom autor gelöscht
    Geändert von barfly (28.08.2006 um 18:08 Uhr)

  2. #2
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    Inhaltlich gefällt mir dein Werk sehr gut. Deine Worte wirken erfrischend modern und verharren dennoch mit Nachklang zwischen meinen Gehirnzellen.
    Allerdings liegt die Umsetzung des Inhalt viel näher bei Prosa, denn Lyrik. Ich möchte dir kurz erläutern, wieso:

    Ich saß fest kurz vor Hamburg im Schnellzug und langsam platzte mir die Geduld. Man sagte uns Aussteigen wäre lebensgefährlich. Mittlerweile herrschte drinnen eine verstandraubende Hitze. Der einzige Trost: Im Speisewagen gabs kühles Freibier. Ich beobachtete einen schwarzbraunen Käfer mit langen Antennen auf den gegenüberliegenden Schienen. Er scherte sich einen Dreck um gerissene Oberleitungen. Während der Evakuierung musste der kleine Kerl aufpassen wie ein Schießhund denn Menschenfüße sind mörderisch.

    Der einzige Einschub, welcher ich nicht direkt im vollständig geschilderten Handlungsablauf beibehalten kann, ist: Mitten in einem Waldstück. Hierbei handelt es sich um eine Präzisierung: Ich sass kurz vor Hamburg, mitten in einem Waldstück, fest und langsam platze...
    Deinem Text fehlt grundsätzlich Komprimierung: Du verwendest ganze Sätze, welche durch die Fülle aller Wörter () so gar nicht lyrisch werden wollen.

    Bsp. Mittlerweile herrschte drinnen eine verstandraubende Hitze
    Ins Lyrische übersetzt, bspw. -> Schweiss klebte an Stofffetzen

    Wie gesagt: Inhaltlich hat das Stück Potenzial. Du musst dich nur entscheiden, ob du den Inhalt in Prosa oder Lyrik vermitteln möchtest. Auf jeden Fall möchte ich dich ermuten, weiter zu schreiben.

    Liebe Grüsse,
    olaja

    [Geändert durch olaja am 07-06-2005 um 17:28]
    Ich kam am 3. Juni nach Hause mit dem Geruch, / den er nicht ertragen konnte, / er nahm das Fleischermesser und ich schrie, / ging zurück bis zur letzten Wand, / irgendwo in der Nachbarschaft hörte ich das Stöhnen, / von zwei, die sich liebten. Vera Piller

  3. #3
    barfly Guest
    hallo olaja

    vielen dank für deinen kommentar. du hast recht. es ist sicherlich zu prosaisch. was aber wiederum an modernen sprache liegen könnte, die du ansprichst. denn das beispiel(Schweiss klebte an Stofffetzen), welches du für eine verdichtete sprache angibst, ist alles andere als das.

    ich will hier aber keine große rechtfertigung schreiben. ich schau also nochmal, ob ich das stück dahingehend überarbeiten kann.

    grüße
    barfly

  4. #4
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    Ursprünglich eingetragen von barfly
    es ist sicherlich zu prosaisch. was aber wiederum an modernen sprache liegen könnte, die du ansprichst.
    Nein. Ich kann auch in Kurzgeschichten (allgemein Prosa) "traditionelle" Sprache einfliessen lassen, das macht sie aber noch lange nicht zu Gedichten.

    Apropos: Das Beispiel war eine Umschreibung für "Hitze". Man kann sich darüber streiten, ob tatsächlich verdichtet ist, aber ich persönlich erkenne darin mehr lyrische Aspekte als im Satz: Mittlerweile herrschte drinnen eine verstandraubende Hitze

    Nichts für ungut.

    Liebe Grüsse,
    olaja
    Ich kam am 3. Juni nach Hause mit dem Geruch, / den er nicht ertragen konnte, / er nahm das Fleischermesser und ich schrie, / ging zurück bis zur letzten Wand, / irgendwo in der Nachbarschaft hörte ich das Stöhnen, / von zwei, die sich liebten. Vera Piller

  5. #5
    barfly Guest
    hallo olaja

    hmm, also worauf ich hinaus wollte war. Welche Worte wirken deiner Meinung nach erfrischend modern in meinem Gedicht.
    Es wäre hilfreich für mich, wenn du das vielleicht ein wenig präzesieren könntest. Das würde mir beim Überarbeiten sicher weiterhalfen.

    Grüße
    barfly

  6. #6
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    Meines Erachtens modern:

    saß fest
    im Schnellzug
    platzte mir die Geduld
    verstandraubende Hitze
    im Speisewagen gabs kühles Freibier
    Käfer mit langen Antennen
    Er scherte sich einen Dreck
    um gerissene Oberleitungen
    Während der Evakuierung


    Übrigens gefällt mir die letzte Zeile (und ihre weiteren Gedankengänge) sehr:
    denn Menschenfüße sind mörderisch


    Ein schönes Wochenende,
    olaja
    Ich kam am 3. Juni nach Hause mit dem Geruch, / den er nicht ertragen konnte, / er nahm das Fleischermesser und ich schrie, / ging zurück bis zur letzten Wand, / irgendwo in der Nachbarschaft hörte ich das Stöhnen, / von zwei, die sich liebten. Vera Piller

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