Rauhnachtsreime

Zwischen Jahren und Zeiten
die Zwölfe nächtens weilen.
Dann bald, in hiesigen Breiten
braut sich stürmisches Eilen.

Frau Holles wilde Horden
im Hörselberge hausen,
Nun aus Richtung Norden
durch Nachtgefilde brausen.

Wilder Jäger, Windes Braut, mit
Wichten, Bötzen, Zwergen,
Masken auf! Macht schnellen Schritt!
Mummenschanz in den Bergen,

Wolfsgeheul und Warggesang,
wilde Hunde bellen.
Lärmgetös' durch lauten Klang,
laßt die Nacht ergellen.

Wildes Heer folgt Wildem Mann,
Wergmännel euch beschmeißen.
All seltsam Volk im Albenbann,
in and're Welt euch reißen.

Kraxenmänner folgen kleinen
Kobolden mit Kappen.
Rauschgelichter rufen einen
Reiter auf 'nen Rappen.

Hudelbütz und Hullefrau,
Hollen aus dem Dunkeln,
in Rauchgewändern, rabenblau,
raunen sie und munkeln.

Perchta schön und Percht' schiach,
prüft eure Spindelrocken.
Leutet laut! Und Leutet Krach!
Leutet mit den Glocken!

Mummbötz arg und Moosweiblein,
Mäntel euch verhüllen,
Holzmännel ihr hold Tänzerlein,
Hörner laßt uns füllen.

Schwegler spielen Schwegelpfeifen,
Schlenzer Leute tratzen.
Flammenträger folgen vielen,
Vogelperchtenfratzen.

Über Land und durch die Luft
läuft der Passen Zug.
Keiner ohne rechte Kluft
entkommt dem Rauhnachtsspuk.

Kein Wesen nun zu fragen wagt:
Warum wütet diese Schar?
Weltweit dann wünscht die Wilde Jagd
den Bewohnern "Neues Jahr".

Mein Einstand,
Andreas