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Thema: Tränen

  1. #1
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    Tränen



    Sie sitzt auf ihrem Bett und weint,

    weint Tränen aus trauer,

    tränen aus wut,

    rote Tränen ,

    Tränen aus Blut.



    Sie weint Tränen

    aus leid,

    Tränen die quälen,

    Tränen die Geschichten erzählen.

    Geschichten über Angst,

    Geschichten die ihr ihren Lebensmut nahmen,

    Geschichten die ganz plötzlich kamen.



    Sie weiss nicht weiter,

    war früher doch so heiter.

    Doch nun will sie nicht mehr leben,

    sie hofft das alle ihr diesen Schritt vergeben.



    Nun nimmt sie das Messer,

    auf einemal fühlt sie sich besser.

    Sie schneidet noch ein Stück tiefer.

    Die schmerzen erlösen,

    sie fängt an zu schweben ,

    endlich dachte sie , sie würde wieder leben .



    Doch da sieht sie ihre Mutter bei ihr am Bett,

    sie weint,

    sie weint Tränen aus Trauer,

    Tränen aus Wut,

    rote Tränen ,

    Tränen aus Blut
    Wenn es eine Wahrheit gibt dann finden wir sie dort wo wir sie am wenigsten vermuten -
    in uns selbst

  2. #2
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    Badewanne zustöpseln nicht vergessen; aber das hatten wir ja schon.

    Zum Text: Man ertrinkt förmlich in Tränen und Blut. Die Wiederholung der beiden Begriffe tun dem ganzen Text überhaupt nicht gut.

    Mir drängt sich immer so der Verdacht auf, dass gerade durch solche Texte das wirklich erfassbare Elend, all die wirkliche Trauer auf abschäuliche Weise banalisiert wird. Um was gehts? Da sitzt ein Mädchen und weint, dann nimmt sie ein Messer und schneidet sich - und stirbt dabei. Ok, da haben wir eine riesen Sauerei an vergossenen Tränen und Blut; ähnlich aufgeblasen wie Autoexplosionen im Film. Viel zu viel, von allem viel zu viel.

    Die Gründe dafür sacken irgendwo im (nicht vorhandenen) Subtext des "Gedichtes" kraftlos in sich zusammen. Es entsteht kein Mitgefühl, kein Mitleid. Bloß der nach langweiligen Kaugummi schmeckende Gedanke: "Schon wieder eine übern Jordan. Was fürne Sauerei hier."

    Ok, da kamen plötzlich irgendwelche Geschichten in ihr Leben und haben ihr selbiges vergällt. Wie schwach und wenig gewappnet muß ein Mensch sein, um einfach so, mal eben sich die Klinge anzusetzen?

    Ok, ich weiß, diese Fragen gehen zu weit.

    Um das festzuhalten und klarzumachen: Mir gefällt der Text aus mehreren Gründen überhaupt nicht. Er ist unbeholfen moralisierend (Nun seht doch mal, was sich das arme Kind da antut!), er zerfließt vor (Selbst)Mitleid, Blut und Tränen rinnen heraus wie aus einem vollgesogenen Schwamm. Die Sprache ist dürftig, Stil ist keiner erkennbar, die Zeilen fallen auseinander und der angedeutete Roundabout, dass die Mutter der Tochter folgt ist sehr kraftlos formuliert.

    Versuch doch mal bitte, diesen Text (Also dieses Bild) nochmal zu entwerfen. Und zwar ohne die Worte "Blut" in allen Variationen und ohne "Tränen" in allen Variationen.

    Und löse Dich bitte rasch aus der Illusion, dass man Texte mit tränenseligem Inhalt hier beonders rücksichtsvoll bewertet (Haaach, ich kann dich ja so gut verstehen, Liebes, ich empfinde so wie du. jaaa, die Welt ist echt schlecht. Ritzt du auch, Liebes?). Das erinnert zu sehr an Frauen, die ihre Kinderwägen bei den Supermarktkassen als Waffe einsetzen um sich in der Reihe vorzudrängen: "Können sie verdammt nochmal keine Rücksicht nehmen? Sie sehen doch, dass ich Mutter bin!"



    lg/Peter

    [Geändert durch nathschlaeger am 02-06-2005 um 16:27]

  3. #3
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    Das Gedicht war nur ein versuch .... danke für die ehrliche Meinung ,sonst säuseln mir alle vor wie toll es ist , endlich mal einer der die Wahrheit sagt ..
    Wenn es eine Wahrheit gibt dann finden wir sie dort wo wir sie am wenigsten vermuten -
    in uns selbst

  4. #4
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    Unglaubliche Antwort, 10 Punkte.

    Liebe und Tod sind wahrscheinlich die beiden am häufigsten in Gedichten verbratenen Themen. Um da noch einen Blumenstrauss zu gewinnen, muß man sich schon etwas einfallen lassen.

    Zwei Möglichkeiten sehe ich ad hoc, um aus dem Text etwas zu schnitzen (Und auch ich bin nur ein kleiner Sünder auf Gottes großer Erde):

    Hart und Weich, also Gegensätze.
    Hart: Leben, Schicksal, Stahl, Scheibe, Blicke.
    Weich: Haut, Mädchen, Haar, Spiegelbild, Weiblichkeit, verlangsamte Wahrnehmung

    Ergänzungen: Mutter, Tochter

    Wenn die Mutter im Roundabout die Tat ihrer Tochter aufgreift, scheint sich ein Kreis zu schließen. Vielleicht war die Mutter einmal in der gleichen Situation - der Spiegel im Spiegel, ein Faden, der sich durch Generationen zieht.

    Setzt Dich mal hin und versuch ungerührt von der Thematik, mit den Gegensätzen zu spielen und fordere neue Bilder heraus. Denk plastisch, sinnlich, lass uns teilhaben.

    Mehr aufgrund Deiner überraschenden reaktion als wegen des Gedichtes denke ich, dass bei dir reiche Ernte einzufahren ist.

    lg/Peter

  5. #5
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    Wink

    Ich finde das Gedicht superklasse! Echt ich denke dass es dir echt gelungen ist!!!!

  6. #6
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    ich finde es sehr schön.. *respect*
    Der Tot ist sicher, das Leben nicht

  7. #7
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    Ursprünglich eingetragen von Fascination
    Das Gedicht war nur ein versuch .... danke für die ehrliche Meinung ,sonst säuseln mir alle vor wie toll es ist , endlich mal einer der die Wahrheit sagt ..
    Jap, und schon sind da zwei die dir in den A*sch kriechen. Wunderbar. Ich finde das Gedicht gar nicht schlecht aber die Wiederholungen stören und das Thema ist ziemlich abgegrabbelt.
    Hier könnte ihre Werbung stehen

  8. #8
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    hi fascination,
    so finde ich deine thematik auch nciht weltbewegend aber ich muss dir ehrlich sagen diese wiederholung
    "weint Tränen aus trauer,

    tränen aus wut,

    rote Tränen ,

    Tränen aus Blut."
    find ich irgendwie richtig gut. da hast du es geschafft eine ungesungene melodie reinzubrigen... es ist jetzt nicht mal der inhalt,der mir so gefällt aber wirklich super leistung.diesen reim,werde ich ne weile im köpfchen behalten
    gruß julia

    Nach Leben lechzend seh ich mich
    und bin hier selbst der ohne Wahl,
    Gedanken sind so weinerlich,
    den Tod zu leben ist die Qual
    Lebend lechzend Herzgeflüster by Dornenreich



    So Sei Es...........

  9. #9
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    Talking

    Ich finde dieses gedicht hammergeil
    LIEBE TANZT LEBEN!

  10. #10
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    Also ich finde schon das das Gedicht gut ist.
    Das Gedicht ist am Ende und am Anfang gleich, warum bloß? Die Autoren hätte es aus dem Grund machen können, um zu zeigen, dass Selbstmord, Hass, Tod usw. ein Kreislauf ist. Fängt einer an, dann wird eine Kettenreaktion ausgelöst. Das Thema Egoismus wird daher auch noch angesprochen
    Zudem kommt auch noch der umfassende Reim (wut - Blut).
    Dieser Unterstreicht die letzten Zeilen noch einmal und es ist einfach genial.
    Ich denke schon, dass die, die über Selbstmord nicht viel nachdenken oder grübeln es nicht unbedingt mögen werden, aber die, die sich in dieses Mädchen hineinversetzen können, finden dieses GEdicht klasse.
    dwight

  11. #11
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    Hmm,ja. Das Thema ist schon über alle Maßen oft verbraten worden.
    Weltbewegende Neuerungen oder Durchbrüche sehe ich leider auch nicht. Aber immerhin ist es wesentlich besser, als der Grossteil der Gedichte, die ich sonst zu diesem Thema lese.Aber leider nicht gut genug, um lange im Gedächtnis zu bleiben, dafür ist es formmässig nicht ausgefeilt genug.
    Tu was du willst, das ist das ganze Gesetz - Aleister Crowley

  12. #12
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    Ursprünglich eingetragen von tears
    um zu zeigen, dass Selbstmord, Hass, Tod usw. ein Kreislauf ist. Fängt einer an, dann wird eine Kettenreaktion ausgelöst.
    Ähm, Dir ist sicher schon klar, dass nach Selbstmord und Tod eigentlich Schluss ist und damit auch keine Kettenreaktion ausgelöst werden kann. Zudem halte ich es für unwahrscheinlich, dass wenn einer mit Selbstmord anfängt, Andere hübsch artig mitziehen, außer man ist Mitglied einer Sekte die den Weltuntergang jeden Tag mit der Bild-Zeitung hersehnen.

    Aber gut, sowie das Gedicht hier mit stereotypen Kitsch und Klischeegerede überladen ist und es an Form, Stilmittel und guter Sprache fehlt, macht das auch nicht mehr wirklich was aus.

    Grüße
    Micha

  13. #13
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    Tja, dann sind wir wohl anderer Meinung, aber ich kann nur für mich sprechen.

  14. #14
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    Ursprünglich eingetragen von tears
    Tja, dann sind wir wohl anderer Meinung, aber ich kann nur für mich sprechen.
    Wenn du Suizid und Tod als Kreislauf betrachtest, dann scheint dir etwas zu fehlen. Wie wäre es mit Verstand?

    Bedenke, ein Kreis hat kein Ende, das Leben schon. Damit kann dies kein Kreislauf sein. Ist das so schwer zu erfassen?


    Gruß
    dopamin

  15. #15
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    ich finde dass gedicht toll man muss zwar selbst ein bisschen suicid sein um es gut zu finden, aber trotzdem toll.
    alle rechtschreibfehler sind durch internationale abkommen gesichert. um einen rechtschreibfehler kopieren zu dürfen können sie jedoch günstig eine lizens bei mir erwerben

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