Thema: Hiob

  1. #1
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    Hiob

    Der Tag rannte vorüber. Ich hatte ihn gefragt,
    was er gedenke, mit den Rosen zu tun.

    Was ich mich darum kümmere, hatte er gesagt.
    Schließlich blühten sie auch ohne mich.



    [Geändert durch freewaythor am 17-06-2005 um 12:13]

  2. #2
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    ein sehr interessantes gedicht finde ich.
    wie genau siehst du dein gedicht im hinblick auf den Titel
    "Hiob"?
    Ist es die Hinterfragung einer zu einfachen Gottesvorstellung oder spielst du eher auf die überbrachten Nachrichten "Hiobsbotschaften" an , die in dem falle deines Gedichts sich in dem Satz "Schließlich blühten sie auch ohne mich" wiederfinden?

  3. #3
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    Hallo question,

    ich denke mir die Figur Hiob als einen Menschen, der fragend und ratlos mit Gott spricht, ihn vielleicht sogar anklagt, jedenfalls aber nach Antworten verlangt. Mir war da eine Holzskulptur vor Augen (ich meine von Ernst Barlach), die einen solchen Menschen zeigt: mit aufgerissenem Gesicht, offenem Mund, erschöpft vom Warten, mit dem Blick still nach oben gerichtet. Diese Figur drückt für mich in ihrer Einfachheit etwas von dem Durst nach Angenommensein aus. Vielleicht kommt etwas davon in die vier Verse herüber.
    Deine Idee mit der Hiobsbotschaft finde ich sehr interessant. Irgendwie scheint sie auch auf die Verse zu passen, war aber ursprünglich nicht beabsichtigt.
    In jedem Fall herzlichen Dank für deine Nachfrage.

    Gruß,
    freewaythor

    [Geändert durch freewaythor am 13-06-2005 um 20:44]

  4. #4
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    Ja ich finde das kommt ´schon in deinen Versen rüber.

    "Der Tag rannte vorüber. Ich hatte ihn gefragt,
    was er gedenke, mit den Rosen zu tun"

    Die Erschöpfung wird hier deutlich dadurch , dass der "Tag vorüber rannte" und es wirkt schon so, dass das lyrische Ich hier der Antwort hinter her rennt. Dadurch passt es schon ganz gut auf die Figur auf die du es beziehst.
    In diesem Vers gelingt es dir auch den Durst nach Angenommen sein auszudrücken denn es wirkt schon fast anklagend. Der tag rannte vorüber aber ich hatte ihn doch etwas gefragt... , wirkt auf mich fast trotzig..
    Das lyrische Ich wirkt auch so als ob es teilhaben möchte an etwas was scheinbar an ihm vorüber zu ziehen scheint..
    Auch wenns nicht beabsichtigt war finde ich , dass die zweite Strophe hier für das lyrische Ich die Hiobsbotschaft
    überbringt und vielleicht auch eine Art Abfertigung durch "den Tag" (bzw Gott).

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