Thema: Deine Fragen

  1. #1
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    Deine Fragen

    Warum bringt der Wind
    unser Haus zum singen -
    und wer hat ihn
    in die Muschel gebracht?

    Warum ist der Mond,
    wenn eh alle schlafen -
    hell beleuchtet
    die ganze Nacht?

    Warum sind Hasen
    aus Schokolade hohl
    und müssen im Schrank
    so weit oben steh’n?

    Warum fliegen Wolken –
    so ganz ohne Flügel
    und warum muss Mama
    zu ihnen geh’n?

  2. #2
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    sehr gut gelungen .
    Ein sehr trauriges Gedicht.
    Sehr schön finde ich wie du die "Fragen" ich nehme an die eines Kindes beschreibst. Es wird deutlich gemacht, dass die ganzen Fragen sowie so schon immer schwer zu beantworten sind , bzw in einer für Kinder selbstverständlichen Art gestellten Weise die einen aber dann ins Stocken geraten lassen.

    Trotz allem sind es Fragen die beantwortet werden wollen.
    Und natürlich verleihst du dem Gedicht durch die letzte Strophe die tiefe Bedeutung dieser Fragen und die Trauer und Verzweiflung darüber wie das lyrische Ich diese eine letzte Frage beantworten soll.

    Vom Aufbau finde ich es sehr gut gelungen denn du baust eine Art Spannung auf, man liest und wartet darauf deine Aussage, die du mit dem Gedicht machen willst, heraus zu finden und bekommt dann in der letzten Strophe die Antwort, die zu gleich sehr traurig ist.

    Ausserdem verdeutlichst du die Wichtigkeit , all die Fragen, mögen sie auch noch so einfach sein, zu beantworten.

    [Geändert durch question am 04-06-2005 um 12:05]

  3. #3
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    Hallo question (dein Nick passt ja hervorragend zu meinem Gedicht...).

    Ja du hast Recht: Die Art und Weise, wie Kinder Kausalitäten herstellen und die Welt sehen, lässt mich oft stockend - und vor allem staunend zurück. Dem Drang, sich Wissen zu erobern und der Phantasie in der Integration von ‚Neuland’ scheinen keine Grenzen gesetzt.

    Zur Bedeutung der Fragen:
    Die ersten drei betreffen (wie du es beschrieben hast) den Wissensdrang und die Phantasie des Kindes. Wie funktioniert das Leben? Was ist Ursache und Wirkung?
    Auch die vierte Frage kann man natürlich aus der Kindersicht betrachten und dann bildet sie den von dir beschriebenen Bruch (wie ‚funktioniert’ der Tod?).
    Sie verweist aber auch auf eine andere Ebene – auf diejenige des Erziehers (in dem Fall des Vaters). Sie impliziert die Art und Weise, wie er den bevorstehenden Tod der Mutter in die Gedankenwelt des Kindes integriert hat, denn kein Kind wird von sich aus den Kausalzusammenhang zwischen einer todkranken Mutter und dem Gang zu den Wolken ziehen.
    Deshalb soll am Schluss auch ein anderer Bruch dargestellt werden: Die Kinderfragen über das Leben lassen uns schmunzeln und wir staunen über die phantasievolle Art und Weise, wie Neues integriert und erfragt wird. Die Kinderfragen über den Tod jedoch lassen uns selbst zu Kindern werden und sie torpedieren uns in die Welt der Phantasie.

    Danke für deine Antwort und freundlichen Gruss

    Andvari

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