1. #1
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    Question

    Hallo zusammen,

    ich hoffe es kann mir der eine oder andere weiterhelfen.

    Am Montag schreibe ich eine Abschlussklausur im Fach Deutsch, Thema Balladen Analyse. Es handelt sich um ein trauriges Gedicht/Ballade mit 8-10 Strophen, die ersten 2 Klausuren waren vom Alpenjäger und des weiteren vom Ring des Polykrates. Nun habe ich zwei Balladen hier vorliegen wo ich mir eigendlich sicher bin, eine von den beiden kommt dran. Das wären: 1. Ritter Toggenburg und 2. Das verschleierte Bild von Sais. Ritter Toggenburg habe ich scon ein bißchen analysiert, folgendes habe ich mal Analysiert:

    Der Ritter liebt eine Frau, Sie hat aber kein interesse an seiner Liebe er ist tot unglücklich und zieht in den Krieg um sich ab zu lenken. Nach 1 Jahr kommt er wieder, er erfährt dass Sie ins Kloster beigetreten ist, er gibt alles zuhause auf und baut sich ein Haus am Kloster, so das er seine liebe jeden Tag sehen kann. Bis zu seinem Lebensende.

    Aber was will uns Friedrich Schiller damit sagen, was für einen hintergrund will er uns da klarmachen. Schiller will ja dem leser eigendlich immer was lehren habe ich rausbekommen. Wer kann mir weiter helfen?

    Vielen Dank für eure Hilfe

    hier noch mal der Text vom Ritter Toggenburg

    -------------------------------------------------------

    "Ritter, treue Schwesterliebe
    Widmet Euch dies Herz,
    Fodert keine andre Liebe,
    Denn es macht mir Schmerz.
    Ruhig mag ich Euch erscheinen,
    Ruhig gehen sehn.
    Eurer Augen stilles Weinen
    Kann ich nicht verstehn."

    Und er hörts mit stummem Harme,
    Reißt sich blutend los,
    Preßt sie heftig in die Arme,
    Schwingt sich auf sein Roß,
    Schickt zu seinen Mannen allen
    In dem Lande Schweiz,
    Nach dem Heilgen Grab sie wallen,
    Auf der Brust das Kreuz.

    Große Taten dort geschehen
    Durch der Helden Arm,
    Ihres Helmes Büsche wehen
    In der Feinde Schwarm,
    Und des Toggenburgers Name
    Schreckt den Muselmann,
    Doch das Herz von seinem Grame
    Nicht genesen kann.

    Und ein Jahr hat ers getragen,
    Trägts nicht länger mehr,
    Ruhe kann er nicht erjagen,
    Und verläßt das Heer,
    Sieht ein Schiff an Joppes Strande,
    Das die Segel bläht,
    Schiffet heim zum teuren Lande,
    Wo ihr Atem weht.

    Und an ihres Schlosses Pforte
    Klopft der Pilger an,
    Ach! und mit dem Donnerworte
    Wird sie aufgetan:
    "Die Ihr suchet, trägt den Schleier,
    Ist des Himmels Braut,
    Gestern war des Tages Feier
    Der sie Gott getraut."


    Da verlässet er auf immer
    Seiner Väter Schloß,
    Seine Waffen sieht er nimmer,
    Noch sein treues Roß,
    Von der Toggenburg hernieder
    Steigt er unbekannt,
    Denn es deckt die edeln Glieder
    Härenes Gewand.

    Und erbaut sich eine Hütte
    Jener Gegend nah,
    Wo das Kloster aus der Mitte
    Düstrer Linden sah;
    Harrend von des Morgens Lichte
    Bis zu Abends Schein,
    Stille Hoffnung im Gesichte,
    Saß er da allein.

    Blickte nach dem Kloster drüben,
    Blickte stundenlang
    Nach dem Fenster seiner Lieben,
    Bis das Fenster klang,
    Bis die Liebliche sich zeigte,
    Bis das teure Bild
    Sich ins Tal herunter neigte,
    Ruhig, engelmild.

    Und dann legt' er froh sich nieder,
    Schlief getröstet ein,
    Still sich freuend, wenn es wieder
    Morgen würde sein.
    Und so saß er viele Tage,
    Saß viel Jahre lang,
    Harrend ohne Schmerz und Klage
    Bis das Fenster klang,

    Bis die Liebliche sich zeigte,
    Bis das teure Bild
    Sich ins Tal herunter neigte,
    Ruhig, engelmild.
    Und so saß er, eine Leiche,
    Eines Morgens da,
    Nach dem Fenster noch das bleiche
    Stille Antlitz sah.
    ------------------------------------------------------

    es koönnte aber auch Das verschleierte Bild von Sais dran kommen.

    Danke

    MfG

    Chrisi-Boy

  2. #2
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    Hallo, Chrisi-Boy,
    ja, den guten alten Toggenburg zu interpretieren ist schwer. Ich würde dir vorschlagen, direkt die Moderation zu fragen. Sie haben die größte Erfahrung.
    Mich würde das verschleierte Bild von Sais interessieren. Kannst du noch mal den Text reinstellen?

    Liebe Grüße

    N.

  3. #3
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    Exclamation

    hier noch das

    aber ich bin mir sicher, das Ritter Toggenburg, weil Sais ist auch ziemlich lang und schwer...

    Danke

    -----------------------------------
    DAS VERSCHLEIERTE BILD ZU SAIS

    Ein Jüngling, den des Wissens heißer Durst
    Nach Sais in Ägypten trieb, der Priester
    Geheime Weisheit zu erlernen, hatte
    Schon manchen Grad mit schnellem Geist durcheilt,
    Stets riß ihn seine Forschbegierde weiter,
    Und kaum besänftigte der Hierophant
    Den ungeduldig Strebenden. "Was hab ich,
    Wenn ich nicht alles habe, sprach der Jüngling,
    Gibts etwa hier ein Weniger und Mehr?
    Ist deine Wahrheit wie der Sinne Glück
    Nur eine Summe, die man größer, kleiner
    Besitzen kann und immer doch besitzt?
    Ist sie nicht eine einzge, ungeteilte?
    Nimm einen Ton aus einer Harmonie,
    Nimm eine Farbe aus dem Regenbogen,
    Und alles was dir bleibt ist nichts, solang
    Das schöne All der Töne fehlt und Farben."

    Indem sie einst so sprachen, standen sie
    In einer einsamen Rotonde still,
    Wo ein verschleiert Bild von Riesengröße
    Dem Jüngling in die Augen fiel.
    Verwundert
    Blickt er den Führer an und spricht: Was ists,
    Das hinter diesem Schleier sich verbirgt?
    Die Wahrheit", ist die Antwort.
    Wie? ruft jener,
    Nach Wahrheit streb ich ja allein, und diese
    Gerade ist es, die man mir verhüllt?

    "Das mache mit der Gottheit aus, versetzt
    Der Hierophant. Kein Sterblicher, sagt sie,
    Rückt diesen Schleier, bis ich selbst ihn hebe.
    Und wer mit ungeweihter schuldger Hand
    Den heiligen, verbotnen früher hebt,
    Der, spricht die Gottheit" -
    Nun?
    "Der sieht die Wahrheit."
    Ein seltsamer Orakelspruch! Du selbst,
    Du hättest also niemals ihn gehoben?
    "Ich? Wahrlich nicht! Und war auch nie dazu
    Versucht."
    Das faß ich nicht. Wenn von der Wahrheit
    Nur diese dünne Scheidewand mich trennte -

    "Und ein Gesetz, fällt ihm sein Führer ein.
    Gewichtiger, mein Sohn, als du es meinst
    Ist dieser dünne Flor - Für deine Hand
    Zwar leicht, doch zentnerschwer für dein Gewissen."

    Der Jüngling ging gedankenvoll nach Hause,
    Ihm raubt des Wissens brennende Begier
    Den Schlaf, er wälzt sich glühend auf dem Lager,
    Und rafft sich auf um Mitternacht. Zum Tempel
    Führt unfreiwillig ihn der scheue Tritt.
    Leicht ward es ihm die Mauer zu ersteigen,
    Und mitten in das Innre der Rotonde
    Trägt ein beherzter Sprung den Wagenden.

    Hier steht er nun, und grauenvoll umfängt
    Den Einsamen die lebenlose Stille,
    Die nur der Tritte hohler Widerhall
    In den geheimen Grüften unterbricht.
    Von oben durch der Kuppel Öffnung wirft
    Der Mond den bleichen silberblauen Schein,
    Und furchtbar wie ein gegenwärtger Gott
    Erglänzt durch des Gewölbes Finsternisse
    In ihrem langen Schleier die Gestalt.

    Er tritt hinan mit ungewissem Schritt,
    Schon will die freche Hand das Heilige berühren,
    Da zuckt es heiß und kühl durch sein Gebein,
    Und stößt ihn weg mit unsichtbarem Arme.
    Unglücklicher, was willst du tun? So ruft
    In seinem Innern eine treue Stimme.
    Versuchen den Allheiligen willst du?
    Kein Sterblicher, sprach des Orakels Mund,
    Rückt diesen Schleier, bis ich selbst ihn hebe.

    Doch setzte nicht derselbe Mund hinzu:
    Wer diesen Schleier hebt, soll Wahrheit schauen?
    Sei hinter ihm, was will! Ich heb ihn auf.
    (Er rufts mit lauter Stimm) Ich will sie schauen.
    Schauen!
    Gellt ihm ein langes Echo spottend nach.
    Er sprichts und hat den Schleier aufgedeckt.
    "Nun, fragt ihr, und was zeigte sich ihm hier?"
    Ich weiß es nicht. Besinnungslos und bleich
    So fanden ihn am andern Tag die Priester
    Am Fußgestell der Isis ausgestreckt.
    Was er allda gesehen und erfahren,
    Hat seine Zunge nie bekannt. Auf ewig
    War seines Lebens Heiterkeit dahin,
    Ihn riß ein tiefer Gram zum frühen Grabe.
    "Weh dem", dies war sein warnungsvolles Wort,
    Wenn ungestüme Frager in ihn drangen,
    "Weh dem, der zu der Wahrheit geht durch Schuld,
    Sie wird ihm nimmermehr erfreulich sein."

  4. #4
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    Hallo, Chrisi-boy

    Dies ist eine Überarbeitung des Textes. Ich bin sicher, dass die Prüfung am Montag am Originaltext vorgenommen werden wird. Vielleicht hast du ihn ja beim Üben mit deinen Klassenkameraden bei ihnen vergessen? Stell' doch bitte das Orginal ins Forum. Eine Interpretation dieser Verse wird dir nichts nützen.

    Liebe Grüße

    N.

  5. #5
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    So, also ich denke, du solltest die Moderatoren nicht um eine Interpretation dieser Texte bitten, sondern um Verschiebung dieses Fadens ins Sprechzimmer, denn da warten die Leute, die sich mit sowas auskennen.

    Allerdings halte ich es für blauäugig zu erwarten, daß innerhalb von zwei Tagen jemand eine Interpretation des Textes für dich macht, über den du heute eine Klausur schreiben wirst. Denn erstens würde alles, was du dann schreibst, nicht deine Eigenleistung wiederspiegeln, sondern das, was die Literaturwissenschaftler und Germanisten unter uns herausgefunden haben und das bringt weder dir, noch uns etwas und zweitens braucht sowas auch eine gewisse Zeit.

    Für die Interpretation als solche rate ich dir, nicht nach der Intention des Autors zu fragen (Was wollte uns Schiller damit sagen?), denn das weiß sowieso kein Mensch und kann es auch gar nicht wissen. Vielmehr solltest du dich fragen, was der Text selbst ausdrückt. Anleitungen zur Interpretation findest du im Sprechzimmer. Viel Spaß beim stöbern!
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  6. #6
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