1. #1
    Schattenblume ist offline Etwas mit den Scherenhänden
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    *

    durstig legt das Gras
    sich auf die Erde nieder:
    es träumt von Regen

    *

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  2. #2
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    liebe blume!

    grundsätzlich finde ich dein haiku sehr wohklingend.

    ich habe nur ein problem damit:
    so wie ich das verstanden habe, zeichnet haikus inhaltlich
    die beschränkung auf's offensichtliche (fast schon banale)
    aus - sie sind also nur ein wiedergeben von beobachtetem.
    mit dem begriff "träumen" setzt du für mein verständnis bereits
    einen fuß in richtung abstraktheit ..
    aber vielleicht findet sich ja ein auskenner, der mich/uns
    in dieser sache aufklärt

    lieben gruß,
    mag
    >>And in the end you will remember not the words of your enemies but the silence of your friends.<< (a.u.)

    bisher verbrochenes:
    ein abschied, wörtliche gedanken, macht.spiele, der masochist, angst vor dem leeren blatt, einklang, rotatorien in menschengestalt, rote augen,
    der literarische heckenschütze, trans it, 2 haiku, großmutter

  3. #3
    Schattenblume ist offline Etwas mit den Scherenhänden
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    hallo mag !

    danke für deine Zeilen. freut mich, wenns zumindest wohlklingt !

    ich bin mir, was das ´träumen´ betrifft, auch nicht
    ganz sicher, doch ich habe vor diesem, ersten Haiku (-Versuch ?) sehr viele andere Haikus gelesen und mir auch im Sprechzimmer @Expulsor´s Erklärungen - finde ich im Übrigen sehr aufschlussreich - zu diesem Thema zu Gemüte geführt. So wie ich es verstanden habe, sollte nur das wiedergegeben werden, was mit den fünf Sinnen wahrgenommen werden kann. "nichts darf subjektiv eingefärbt sein" (s. Shasei - Haiku-Theorie nach Masaoka Shiki)

    doch fand ich auch Haikus, die subjektive Komponenten enthielten...

    den Kom eines ´Auskenners´ würde ich auch begrüssen

    liebe Grüsse
    vom Kraut

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  4. #4
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    Bin auch nicht die dolle Auskennerin. Kann Dir aber zumindest mitteilen, daß das Jahreszeitenwort in Deinem Haiku fehlt.

    Es grüßt von Blume zu Blume
    Herbstzeitlose
    Dem Anschein nach bin ich zugleich in meiner Seele und außerhalb meiner Seele, weit ab von der Glasscheibe und dicht davor, gestorbener Steinbrech. Meine Begierde ist unendlich. Ich bin nur vom Leben besessen.

    Rene Char

  5. #5
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    gruingruit mijn mäjken.


    Ich bin ja nun auch keine Auskennerin, aber selbst in den modernen Haiku, die ich bisher las, werden die lyrischen Mittel nicht angewendet, um eine klare, fast trockene Sicht zu ermöglichen, die dann einen überraschenden Nachhall verleihen kann.

    Eine subejktive Einschätzung zum Gras, dass es trauere, ist ein Bild, das von der Darstellung des Erlebten weit abweicht. Ebenso, das träumende Gras. Hier scheint doch sehr die Interpretation des Menschen zu sprechen, ein Gefühlstransport. Der Jahreszeitenbezug ist besonders beim Gras nicht deutlich, da es ja ca. 9 Monate lang grünt.

    Aber das Bild, wenn ich es lyrisch nehme, ist wundervoll und ein Gedicht wert.


    greengreetz
    th-erz

  6. #6
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    Ja, liebe Blume, das Bild ist wundervoll und wahrlich ein Gedicht wert. Also mach eins draus und kein Haiku.

    Sorry, wenn ich heute etwas knurzig klinge, war kein guter Tag. Natürlich sollte sich so etwas nicht auf eine Kritik niederchlagen. Aber ich lasse mich eben viel zu oft gehen.

    Vielleicht liegt es auch nur daran, daß das Gras eine Situation auslebt, die ich nur allzu gerne für mich in Anspruch nehmen würde?

    Blume, ich weiß, daß Du weißt, wie ich mich fühle, beim Lesen Deiner Zeilen. Sie haben mich erreicht und nur das macht ein Gedicht, vielleicht auch ein Haiku , aus.

    Jedenfalls danke ich Dir für dieses naturnahe Gefühl.

    Es grüßt
    Herbstzeitlose

    Dem Anschein nach bin ich zugleich in meiner Seele und außerhalb meiner Seele, weit ab von der Glasscheibe und dicht davor, gestorbener Steinbrech. Meine Begierde ist unendlich. Ich bin nur vom Leben besessen.

    Rene Char

  7. #7
    Schattenblume ist offline Etwas mit den Scherenhänden
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    hallo t-herz !
    da war ich nun so brav und habe meine ´Hausaufgaben´ gemacht, mich durch Haikus tragen lassen, bin im Sprechzimmer gesessen und: nix !
    -->wer das, was er liest begreift, ist mehr als im Vorteil!<--

    also ist´s kein Haiku.
    hab ich verstanden und es tut nicht mal weh.

    wenn´s nun, wie ihr sagt, ´wundervoll´ ist, und ein Gedicht, dann freu ich mich jetzt einfach ganz unjapanisch.
    danke !

    hallo Herbstzeitlose !
    hoffe erstmal, deine Knurzigkeit ist bald vorüber...

    irgendwann werde ich wohl doch noch dahinter kommen, was genau ein ´Jahreszeitenwort´ ist. Gras ist also keins, weils so konservativ grün grünt (?)

    egal - es spricht zu dir, das Gras, und das ist ja auch was wert

    gruiten von de bloem
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