In dir selbst zusamm’ gefallen
Schleichst du ziellos durch den Raum.
Fragen die im Nichts verhallen,
lautlos dein Gemüt beschallen.
Nüchtern hältst du sie nicht aus.


Schwache Hände zitternd halten,
fest das wodkaschwere Glas.
Traurigkeit ließ dich erkalten,
Tränen deinen Geist verwalten.
Dein Bewusstsein nie vergaß.


Selbstgespräche fast wie beten,
klingen klagend durch den Raum.
Lebensmut ist abgetreten,
Fliegendreck auf den Tapeten.
Doch du siehst das alles kaum.


Fast in Selbstmitleid versinkend,
fragst du immer nur: „Warum“.
Dabei noch ein Gläschen trinkend.
Berauscht, betäubt, himmelswinkend.
Klagen. Jammern. Lippenstumm.


Früher hast du sie geschlagen.
Sie erniedrigt und verletzt.
Sie hat alles zäh ertragen.
All` ihr Leid und alle Fragen.
Hat dich trotzdem nie versetzt.



Ihre Hoffnung zerfiel schleichend,
doch du hast es nicht bemerkt.
Frohsinn in ihr stark verbleichend.
Doch dein Blick war unzureichend.
Hast ihr Weinen nie gehört.



Irgendwann war nur noch Krankheit
in der ach so starken Frau.
Krebs rankte schnell durch Seelenleid,
vernichtend tödlich in ihr breit.
Im Gesicht sah man’s genau.


Endlich hast du eingesehen,
dass du Kraft ihr geben musst.
Warst am Beten und am Flehen
Wollt’st es wäre ungeschehen.
Vieles war so ungenutzt.

Manches hast du ihr versprochen,
was sich ändern werden soll.
Und es hielt auch Tage, Wochen
doch der Krebs kam noch gekrochen.
Pflanzte ihren Körper voll.

Rührend hast du dich gekümmert,
Du warst wirklich täglich da.
Trotzdem hat es sich verschlimmert.
Krebs hat sie von inn’ zertrümmert.
Ich erschrak, als ich sie sah.


Nichts konnte Gesundheit bringen,
kein Beten und kein Hoffen.
Weiße Todesschicksalsschwingen,
waren nicht mehr zu bezwingen.
Seit dem lebst du besoffen.


Du bist nicht allein am Trauern.
Auch mein Herz ist furchtbar leer.
Kannst nicht mehr als dich bedauern.
Trinkst dir wodkahohe Mauern.

Mamas Tod schmerzt mir so sehr!