Jahreszeitenzyklus in drei Akten

Aller guten Dinge sind drei, also habe ich die Anzahl der Jahreszeiten für diesen Zyklus auf drei reduziert. Was sein muss, muss sein.


Akte I - Jahresanfang

Beginn einer Zeitrechnung.
Doch wo bleibt der Wirt?
Es wird die Zeit kommen,
da er abrechnet.
Die Spesen können uns mal
teuer zu stehen kommen.
Wenn wir dann noch stehen können
nach dem großen Zechgelage.
Doch zahlen müssen wir,
weder die Zeche noch die Zeit
lassen sich prellen.
Wir sind es, die zu Prellböcken
des Zeitenlaufes werden,
da helfen auch keine Bocksprünge.
Wer jetzt noch bockt,
hat einen Sprung in der Schüssel.
Den Salat haben wir alle.
Was haben wir noch?
Nur das, was wir mitnehmen können
und das befindet sich in unseren Mägen.
Wenn wir es herauslassen,
laufen wir Gefahr,
die Angeschissenen zu sein.
Hoffentlich ist dann
genügend Klopapier vorhanden.



Akte II - Sommerloch

Zeitung lesend auf einer Parkbank sitzend am Ententeich,
die neuesten Nachrichten darüber vernehmend,
wer in jüngster Zeit die Hand an wessen Loch hatte.
Flanierende Paare beobachtend,
wie sie händchenhaltend den Duft blühender Pflanzen
mit ihren Nüstern in sich einsaugen.

Wenn die Sonne ihren Zenit überschritten hat,
sich die Hitze erbarmungslos auf die Erde legt,
und das Zirpen der Grillen überhand nimmt,
wird er seine Zeitung zusammenfalten
und sich auf den Weg in seine Zwei-Zimmer-Wohnung begeben,
dem Sommer wieder einmal entfliehend.



Akte III - Ausklang

Wenn die Herbstwinde das Aufbäumen des Lebens hinweggeblasen haben
und dunkle Wolken das Sonnenlicht von uns fernhalten,
wenn die Zugvögel längst das Weite gesucht
und sich die Winterschäfer eingegraben haben,
dann ist es an der Zeit, sich einen warmen Platz zu bereiten.
Irgendwie gilt es nun, sich selbst zu überstehen
bis zum Beginn einer neuen Zeitrechnung,
die uns das Vergangene hinter uns lassen läßt.