Thema: Liebesgedicht

  1. #1
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    Jun 2005
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    1
    Ich hab für jemanden ein Liebesgedicht geschrieben und hätt gern ne zweite meinung.

    Meiner Fantasie entsprungenes Kind,
    dessen Haar tanzt im Wind.
    Mir unruhe bringender Engel,
    der mich bewahren soll vor der Hölle mich den armen Bengel.
    So eindringlich wie den Blick,
    verleihst du mir den kick.
    Wenn ich an dich denk,
    und mich nachts verrenk.
    Brauch ich dich umso mehr,
    fühl ich mich stetig leer.
    Und so reudig wie ein Hund,
    reib ich mir die Augen wund.
    Die vergossenen Tränen,
    brauchen ihre geschichten nicht erwähnen.
    So feurig wie ein Romantiker bei mondlicht,
    schrieb ich dieses Gedicht.
    Ich traue mich ich liebe Dich!

    Ist mein erstes, daher seit nachsichtig. Ich freue mich auf eure Kritik

  2. #2
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    66
    Ja, ja,

    angesichts der Tatsache, dass es dein erstes ist, lassen wir Gnade walten. Eingangs aber gleich ganz ungeschminkt: Oh mein Gott! Wenn du das deiner Angebeteten zeigst, verlässt sie dich sofort - wenn du Pech hast für einem Hirnakrobaten wie levampyre. Also setzen wir uns jetzt beide hin und töten das, was gar nicht leben darf, weil es einfach nur schlecht aussieht.

    Entscheide dich für einen moderneren oder einen romantischen Stil. Ein Anglizismus wie "kick" hat in einem mit stimmungsvollen Metaphern eingeleiteten Liebesgedicht nichts zu suchen.

    1. Überprüfe die Synatx deiner Sätze. Schon einmal etwas von der Valenz von Verben und Satzglieder gehört? Nicht - das dachte ich mir. Kurz: Wenn du Sätze auf eine bestimmte Art anfängst, musst du sie auf eine bestimmte Art beenden. In dem Hauptsatz "Meiner Fanatasie entsprungenes Kind" fehlt das Prädikat. Ohne das geht es nicht. "dessen Haar tanzt im Wind" sollte hier eigentlich nur eine Apposition, also eine nachträgliche Erläuterung, sein, die mit Kommata von den anderen beiden Satzteilen umrahmt wird. Da fehlt einfach etwas ... Selbes gilt für die beiden darauffolgenden Verse. Ich möchte ständig fragen: "Ja was ist mit dem Kind der Fantasie?" oder "Ja was ist mit dem Engel?". Lyrik bedeutet nicht, im Sinne künstlerischer Freiheit die Syntax eines Satzes total zu verunstalten. Darauf musst du besser achten. Es klingt nicht nur mies, sondern sorgt bisweilen auch für Verständnisprobleme.

    2. Die Interpunktion ist in deinem Geflecht von unmöglichen Sätzen wichtiger, als bei vielen anderen. Du möchtest etwas Einfaches kompliziert ausdrücken und verläufst dich offensichtlich selbst. Ansonsten wäre es dir aufgefallen, dass einige Kommata unnötig sind und den Sinn sogar entstellen. Kammeradschaftlich übernehme ich Interpunktion und Rechtschreibung für dich. Am Rest musst du selbst arbeiten. Ach, wenn du glaubst, ich sei dein Freund, war das die letzte Hilfestellung, die du von mir bekommen hast. *zwinkert*

    "Meiner Fantasie entsprungenes Kind,
    dessen Haar tanzt im Wind.
    Mir Unruhe bringender Engel,
    der mich bewahren soll vor der Hölle, mich, den armen Bengel.
    So eindringlich wie den Blick
    verleihst du mir den Kick.
    Wenn ich an dich denk
    und mich nachts verrenk,
    brauch ich dich umso mehr,
    fühl ich mich stetig leer
    und so reudig wie ein Hund,
    reib ich mir die Augen wund.
    Die vergossenen Tränen
    brauchen ihre Geschichten nicht erwähnen.
    So feurig wie ein Romantiker bei Mondlicht
    schrieb ich dieses Gedicht.
    Ich traue mich, ich liebe dich!"

    3. Kneif dir bildliche Vergleiche mit "reudigen Hunden", wenn du ein Mädchen von deiner Liebe überzeugen willst. Das ist kein dichterischer Rat, sondern einer, den ich dir als Mann gebe. Da stehen sie nicht drauf - da rückt Sex in ganz weite Ferne. Und das wollen wir doch nicht, oder?

    4. Entweder "du" und "dich" groß- oder kleingeschrieben. In traditionellen Liebesgedichten kannst du es ruhig groß lassen, um der Angesprochenen so eine Extraportion Ehrerbietung und Wertschätzung zu vermitteln. Ich habe es einheitlich klein gehalten, weil das einfacher war.

    5. Zur Metrik bitte ich dich, diesen Beitrag von mir zu konsultieren. Er erklärt sich gerne von selbst, sobald du ein zwei Begriffe nachgeschlagen hast. Wenn du den Teil verstanden hast, kann dir kaum noch etwas passieren.

    http://www.gedichte.com/showthread.php?threadid=42035

    Vielleicht überarbeitest du es noch einmal nach diesen Gesichtspunkten. Wenn du präzisere Fragen hast, darfst du sie gerne anbringen. Dann werde ich notfalls sogar praktisch.

    Liebe Grüße,
    Toni

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