Einsicht

Die Tat des Gedichts,
so wie ich es sehe,
ist eine Sache des Lichts,
wohl dass ich verstehe,

was dunkel noch ist
in unserem Leben.
Und wenn du vermisst
ein tieferes Weben,

so nimm dir den Spaten,
die Hacke, den Pflug,
grab Löcher im Garten,
eins mehr als genug

und sieh was du findest:
vor Wasser den Lehm -
und wenn du dann tief bist,
kann keiner dich sehn.

So musst du dich doch
erst selber annehmen,
steigst dann aus dem Loch
dem Lichte entgegen.

Wohl deshalb schreib ich:
Verzweifle, versteh -
und rate dir: Sprich,
auf dass man dich seh!




[Geändert durch freewaythor am 25-06-2005 um 12:54]