1. #1
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    Smile

    Hallo miteinander!

    Ich bin auf der suche nach Leuten, die mir bei meinem Problem weiterhelfen können! Dies wäre folgendes:

    In 2 Monaten habe ich eine mündliche Abschlussprüfung über diverse Gedichte und eines davon ist:

    MONOLOG EINES BLINDEN von Erich Kästner

    Nun ich habe versucht das Gedicht zu analysieren und bin auf ein paar Punkte gestossen, doch ich habe bis jetzt keine Interpretation gefunden, die zu meiner Analyse beiziehen kann. Jetzt frage an euch:
    Wisst ihr ein Buch, Internetseite... wo eine Analyse von diesem Werk vorhanden ist?
    Oder ist jemand so hilfsbereit und versucht mit mir über das Gedicht zu philosopiehren?

    Ich würde mich über möglichst viele hilfsbereite Leute freuen!!
    Vielen Dank zum voraus
    herzlichst eure Pirotessa

  2. #2
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    @piro
    wäre nett, wenn du das werk mal unter deinen beitrag stellen würdest, damit man sich etwas drunter vorstellen kann und es nicht erst im internet suchen muss... vielleicht ergibt sich dann was!?
    lg orange
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  3. #3
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    Na wenn du meinst
    Hier wäre demfall das Gedicht von Erich Kästner das mir etwas Kummer bereitet:


    - aus urheberrechtlichen Gründen editiert -
    Geändert von LiaWell (10.06.2006 um 18:35 Uhr)

  4. #4
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    also, ich versuch dir mal ein paar inhaltliche anregungen zu geben. meine gedanken zu dem gedicht sind folgende:
    (ich interpretiere mal strophe für strophe, so wird es übersichtlicher!)


    ---> meiner meinung erzählt die erste strophe von einem blinden bettler. - er steht da, doch alle menschen gehen blind an ihm vorrüber. das sieht er, obwohl seine augen dunkel sind! ein gefühl der herzlosigkeit verspüre ich beim lesen dieser zeilen!



    ---> diese strophe beschreibt, dass das unglück noch weiter geht! es fängt an zu regnen. wer sich selbst schon einmal beim regen durch die stadt laufen beobachtet hat weiß, dass man nur noch den kopf einzieht und nicht mehr nach links und rechts sieht. der blinde in dem gedicht spürt - obwohl er es nicht sehen kann, dass die menschen bei regen nur noch schnell nach hause wollen. da hat keiner mehr das herz und die güte auf einen blinden mann am straßenrand zu achten, geschweige denn ihm etwas abzukaufen oder ein paar "pfenninge" zu geben.... vielleicht steht auch gar nicht das betteln im vordergrund!? - vielleicht hat sich die lyrische person verirrt, braucht hilfe, weiß nicht weiter, doch niemand beachtet ihn, obgleich er so hilflos ist.


    ---> der dichter beschreibt hier die lebenssitution der lyrischen person tragisch, wenn auch realistisch! ohne augen steht er in der stadt! - mag sich erst gar nicht sehr eindringlich anhören, denn dass es um einen blinden geht konnte man ja durchaus schon erahnen. allerdings beschreibt der autor dann, dass die stadt dröhnt als stünde er am meer! einerseits ist es laut um ihn herum. seine wahrnehmung beschränkt sich auf das "hören" - er ist auf geräusche angewiesen. im chaos des regens und seines lebens dröhnen ihm die ohren. andererseits ist das rauschen des meeres jedoch zugleich ein befreiendes und beruhigendes gefühl. das gefühl etwas wahrzunehmen, etwas zu erleben und seine sinne zu schärfen gibt ihm sicherheit...
    doch ohne seine augen ist er ein sklave! - nicht er ist das herrchen, sondern er hängt an der leine! - im übertragenen sinn kann man sagen, dass er ständig auf die hilfe anderer angewiesen ist und nachdem der mensch nur an ihm vorbei geht, rettet er sich mit einem hund...




    ---> der autor wählt hier bewusst das wort "sterbetag". dies verdeutlicht nicht nur, dass das augenlicht des lyrischen ichs verloren gegangen ist, sondern dass dadurch auch ein teil seiner selbst, seines lebens, seiner selbstständigkeit ja gar seiner seele gestorben ist!
    er fragt sich, warum der splitter nicht gleich die brust getroffen hat! - er fragt sich somit, warum ihm das angetan wurde und er nicht lieber gleich sterben durfte!? warum hat es nicht sein herz getroffen, dann hätte das leiden wenigstens ein ende! - mit "und das HErz, das nicht mehr mag?" verdeutlicht, dass er sein blindes leben nicht erträgt.



    ---> in dieser szene beschreibt der autor, dass dem lyrischem ich keine zukunftsperspektiven bleiben. er verkauft handgemalte ansichtskarten. das ist in meinen augen doch eine enorme leistung! - nichts zu sehen und doch etwas handgemaltes aufs papier zu bringen!? - doch die menschen würdigen diese leistung nicht! sie kaufen vielleicht mal eine, weil das lyrische ich eine gelbe binde um den arm trägt, nicht aber weil sie es zu schätzen wissen.



    ---> diese strophe wirkt auf den ersten blick so, als wäre hier kein spielraum für interpretationen. als würde ja alles dastehen, was man wissen muss. doch wenn man sie genauer betrachtet, so erkennt man, dass hier nicht gemeint ist, dass das lyrische ich alles gesehen hat (im sinne von visuell) wie sie (bäume etc...) sondern dass er genau das selbe über dinge und menschen gedacht hat. doch sein persönlicher blickwinkel zur welt hat sich geändert. für ihn zählen keine oberflächlichkeiten mehr und auch das aussehen ist unwichtig. es zählt nur noch die menschlichkeit oder die sache selbst. ungetrübt von glänzendem schein...



    ---> in dieser strophe wird sein leid noch deutlicher. er fragt sich, warum sich keine mutter in seine lage hineinversetzen kann!? dabei sollte doch gerade eine mutter daran denken, wie vielleicht ihr sohn aussehen würde, wenn er so blind in der stadt stehen würde! - doch nicht einmal sie, die mutter, die person die vor allem beschützen soll, die fürsorglich, warmherzig und verantwortlich ist, nicht einmal sie sieht ihn"

    ---> wenn du dir meine interpretation genau durchliest wirst du merken wie oft ich zwangsläufig die wörter "sehen, blick, erkennen, beobachten etc..." verwenden musste! alleine diese tatsache würde schon wieder einer neuen interpretation bedürfen!...

    ich hoffe ich konnte deine gedanken ein wenig anregen,
    lg orange

    [Geändert durch orange am 09-06-2005 um 15:19]



    - Passagen aus urheberrechtlichen Gründen editiert -
    Geändert von LiaWell (10.06.2006 um 18:36 Uhr)
    Interpretation ist der erste Schritt zur Wissenschaft...

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  5. #5
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    " Krieg macht blind." Ich glaube, dass ist einer der Schlüsselsätze in diesem Gedicht.Danach folgt gleich der Satz " Das sehe ich an mir". Ein Paradoxon, das aber verdeutlicht, dass in Wirklichkeit nicht er, der Bettler, der Blinde ist, sondern all die anderen um ihn herum. Der Blinde ist der Sehende unter den Menschen.
    Zu einer größeren Interpretation kann ich mich im Moment nicht aufraffen.
    Glück hat immer der gefunden, der sich seines Lebens freut.

  6. #6
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    Hi hier hast du eine kleine Interpretation

    Erich, Kästner, Monolog des Blinden

    Das Gedicht Monolog des Blinden von Erich Kästner besteht aus sieben Strophen, die einen unterschiedlichen Aufbau aufweisen. Der Unterschied besteht zum einen darin, dass die Verszeilen unterschiedlich lang sind. Die zweite Zeile der ersten Strophe besteht zum Beispiel nur aus drei Silben, während die darauf folgende Zeile mit ihren neun Silben extrem lang ist. Der andere Unterschied besteht darin, dass die ersten sechs Strophen des Gedichtes 4 Vers Zeilen haben, während die 7. und letzte Strophe um 2 Verszeilen länger ist


    Versmaß


    Beim Versmaß handelt es sich durchgehend um einen Trochäus, der natürlich entsprechend der unterschiedlichen Länge der einzelnen Verszeilen auch eine unterschiedliche Anzahl von Hebungen aufweist. Die kurze zweite Verszeile hat nur zwei Hebungen, die darauf folgende lange Zeile hat drei.


    Reimschema

    Das Gedicht verfügt durchgehend über Endreime. In den einzelnen Strophen wechselt das Reimschema zwischen Kreuzreim (z.B. in ersten Strophe) und umarmendem Reim (zum Beispiel in der zweiten Strophe).

    Bedeutung der Überschrift und Ausgangssituation des Gedichtes

    Was den Inhalt des Gedichts angeht, ist die Überschrift sehr wichtig, weil sie die Situation des Sprechers deutlich macht. Es handelt sich um einen Blinden, der einen Monolog führt, also nur zu sich selbst spricht. Bereits die erste Strophe zeigt dann, dass dieses Selbstgespräch nicht freiwillig geführt wird, sondern dass die Situation ihn dazu zwingt. Die Menschen, die an ihm vorüber gehen, interessieren sich nicht für ihn. Offensichtlich handelt es sich um einen Menschen, der darauf angewiesen ist, dass andere Menschen, die an ihm vorüber gehen, ihm eine kleine Gabe oder eine Spende zukommen lassen. In einem sehr schönen Wortspiel macht Kästner in den ersten beiden Zeilen deutlich, dass diese Menschen sowohl "vorüber gehen", im Sinne von: "auf ihrem Weg kurz diese Stelle passieren", als auch "vorbei gehen", im Sinne von: "nicht stehen bleiben, sich nicht für den Blinden interessieren".


    Viel Glück bei deiner Prüfung

  7. #7
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    Hallo blume

    Ich weiss nicht, wer genau sich über deine Arbeit freuen soll und wem du glück wünschst.

    Schau dir doch jeweils an, von wann die posts sind, die dringend um Hilfe fragen - dieser ist 8 Monate alt...
    LG
    yarasa
    Saitenweise Ideen
    aber vielleicht leckt das Gehirn so sehr, dass ich auch mal wieder dichtend unterwegs sein werde

    Eine Art Grundsatzpapier zu meinen Kritiken
    yarasas Fingerübungen

    Die Frederick-Maus hat mich schon als Kind nachhaltig verdorben. Von da an wollte ich Dichterin sein.

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