Wir irren im tristen Gedankenflur,
unfreundlicher kahler Gänge,
nie enden wollender Länge.
Ganz hinten ticken die Zeiger der Uhr.
Wir schauen runter zum Fußboden stur.
Graues Nichts schon zu lang besehen.
Warteschleifen, die wir hier drehen.


Der Bewusstseinskreißsaal ist gähnend leer.
Ungeboren unser Morgen,
zu viele verwaiste Sorgen.
Die Ödheit der Räume wiegt bleiernd schwer.
Vergangenheitsstaub so dick wie Teer.
Falscher Neid, der uns zwei entfremdet.
Und Missgunst, die den Blick uns blendet.


Die Schmerzen im Körper schraubzwingenstark.
Blutverschmierte, rote Seele.
Taubstumme, wartende Kehle.
Wir hämmern schweigend am Beziehungssarg,
weil niemand Klarheit gebären mag.
Unser Stolz wirkt narkotisierend,
Hoffnungsschimmer irreführend.


Die Wehen der Wahrheit weit weggepresst.
Unvertonte, laute Stille.
Kaum fühlbarer eign’er Wille.
Wir halten traurig an Gewohnheit fest.
Weil kein Mensch sich leicht ersetzen lässt.
Bedürfnis keimt in alten Wunden.
Belangloses wird neu entbunden.

(Sandra Pulsfort /= Füllertintentanz)

[Geändert durch Füllertintentanz am 10-06-2005 um 19:19]