1. #1
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    Sprichst du zu mir, Unendlichkeit?
    Wie lang vernahm ich es nicht mehr,
    das leise zarte Säuseln durch und durch

    O Ewigkeit, komm zu mir neu
    und nimm mich völlig in dich auf
    bis ich mit dir ersterbe

    Unsterblichkeit, du zarte Last,
    sinnend geh ich fremder Wege
    und schau die Welt von oben

    Küss mich, liebste Lebensluft,
    auf die müden Lider,
    damit ich sehnend aufersteh‘

    Fliegen kann ich mit dir wieder
    und tu es bis ins All
    der lüsternen Unendlichkeit

    Ich lass mich treiben durch die Wipfel,
    denn deine Schwingen führen mich
    ins glückliche Verlieren meiner selbst

    Verlässt du mich, verspieltes Fliegen?
    Ich werde dir nicht zürnen;
    zu kostbar bist du meiner Seele

    Und der seichte Abschiedshauch
    winkt, dass du wiederkommst beizeiten,
    denn du willst Ewigkeit in mir
    We are just a moment in time,
    A blink of an eye,
    A dream for the blind,
    Visions from a dying brain,
    I hope you don't understand
    (from: Alternative 4, Anathema)

  2. #2
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    Liebe Luka-Maus,

    schön, einfach schön.

    Deine Wörter, die Wiederholung von Unendlichkeit in verschiedenen Variationen, von Schweben und Fliegen, die Bilder, der Rhythmus...

    Eine einzige kritische Anmerkung bitte: S8Z1 das Wort "seichte" passt meiner Meinung nach nicht nach so viel Kombination aus Leichtigkeit und Erhabenheit.

    Habe schon lange nichts mehr von dir gelesen und mich gefreut.

    Grüße
    Rosenrot

  3. #3
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    Hallo Rosenrot,
    vielen Dank für die Kritik. Ich muss mich immer ein wenig "treten", die vollgekritzelten Schnipsel aus allen möglichen und unmöglichen Ecken hervorzukramen und dann auch noch abzutippen. Das ist halt eine lästige Sache - aber manchmal lohnt es sich ja.

    Den Begriff "seicht" habe ich eigentlich immer als einen Ausdruck von Leichtigkeit verstanden. Seicht ist in meinen Augen etwas Leises, das man leicht übersieht, so unscheinbar - und manchmal unwesentlich - wie es ist. "Seichter Abschiedshauch" soll in diesem Sinne nur verdeutlichen, dass nichts als schmerzhaft oder hart empfunden wird. Der Abschied ist leise und ohne Qual, hingenommen vom lyrischen Ich mit einer großen Liebe zu diesen seltenen Momentan von "Weltverstehen", die es von Zeit zu Zeit überkommen. Es ist halt so.
    Vielleicht könnte man auch "leise" einsetzen, aber irgendwie ist da in mir eine unbestimmte Affinität zu dem Begriff "seicht" verankert - ich finde das Wort einfach schön und es bringt mich zum Träumen.
    Das war's von mir,
    liebe Grüße,
    die "Luka"
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  4. #4
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    Liebe Mom,
    ich hätte auch auf deinen vorigen Beitrag geantwortet
    - eben erst heute, weil ich vorher einfach keine Zeit hatte. Also bitte nicht denken, dass ich nur hier bin, um beweihräuchert zu werden. Es ist mir durchaus ein Anliegen, konstruktive Kritik zu erfahren. Und als nichts anderes habe ich die Einträge verstanden - wenn ich Honig um den Bart haben will, steck ich meinen Schnüss in ein Bienennest.
    Zurück zum Spiel mit den Begriffen:
    Ich habe ganz artig mal nachgeschaut, was sich so unter der Bedeutung des Wortes "seicht" finden lässt. Und auch bei mir sind ähnliche Erklärungen aufgetaucht wie bei euch.
    Meine Definition als "Leichtigkeit" war dann doch ein bisschen daneben, wobei ich der Meinung bin, dass man diesem eigentlich recht schönen Wort "seicht" durchaus eine nicht ausschließlich negative Konnotation beimessen sollte.
    Als "bedeutungslos" definiert, würde es ja wieder meiner beabsichttigten Aussage entsprechen. "Unergiebig" wäre da allerdings schon widersprüchlicher, da ich ja eigentlich ausdrücken will, dass der Abschied dem lyrischen Ich sozusagen "wumpe" ist.
    Ich lasse "seicht" jetzt einfach da stehen, wo es ist - ich finde das Wort halt einfach toll - und setze es in Zukunft sparsamer ein.
    Ich hoffe, das ist ein Kompromiss im Sinne der Weiterentwicklung...?
    Ganz liebe Grüße,
    die Luka
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