1. #1
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    Jan 2005
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    37
    Die Seile der Schaukel
    haben es leicht
    im Spiel mit dem Wind
    Leere zu zeichnen.
    Wildes Gras wächst
    auf dem Landeplatz der Sohlen,
    die Bretter der Sandkiste
    schwarz von den Wintern.

    Wie jedes Jahr die Ameisen
    und der Rasenmäher nebenan
    immer noch Samstags um zehn.

    Manche zogen fort,
    Neue kamen,
    mit alten Gesichtern.

    Der Käufer drückt mir die Hand,
    vor Vaters Schreibtisch.



    [Geändert durch kernbusch am 17-06-2005 um 17:24]
    © Mathias Kernbusch

  2. #2
    Registriert seit
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    550
    Hi,

    A) Das Copyright Zeichen ist - glaube ich - unnötig.
    B) Das Gedicht ist wunderbar. In mir löst es leicht melancholische Stimmungen aus ohne mich mit Schlüsselbegriffen sozusagen in die Stimmung zu hämmern.

    Du umgehst die Klippen der Klischees mit wundervollen, dichten Bildern ohne die Sprache dabei zu erdrosseln - die Zeilen atmen und zeichnen ein leicht nachvollziehbares, eindrückliches Bild.

    Mir gefällt Dein Umgang mit der Sprache - die Verschlüsselung wird zugunsten von objektiven Wahrnehmungen, die poetisiert verknüpft werden, völlig aufgegeben und so steht Dein Text jenseits aller schicker Verklausulierung einfach da und ist nicht mehr als das Ding selbst. Es erklärt nicht, es erklärt sich selbst nicht.

    Jüngere Autoren sollten sich dieses Gedicht als Beispiel herannehmen, wie man Stimmungen erzeugt ohne in Blut und Tränen zu waten.
    Denn Dein Gedicht drückt Verlust aus, Melancholie, wegziehen, altgewohntes aufgeben müssen ohne mit den altbekannten Gewichten zu hantieren.

    Danke für das Gedicht - Dein Name hat sich bei mir eingebrannt.

    lg/Peter

  3. #3
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    Kernbusch,
    eine sehr schöne Reflektion aus interessantem Blickwinkel. Besonders die Schaukel gefällt mir. Ich habe schon als Kind immer gern auf ihr gesessen und sicher viele Ameisen beim fröhlichen Herunterspringen zerquetscht. Schade um die armen Tiere. Aber sie waren - unwissend - am falschen Platz zur falschen Zeit.

    Liebe Grüße

    N.

  4. #4
    Registriert seit
    Jun 2004
    Beiträge
    385
    Hallo kernbusch,

    ich kann mich meinen Vorgängern nur anschließen. Wunderbar in der Einfachheit seiner Wortgewalt. Wundervoll reflekierend und sehnsuchtsvoll, ohne vor Selbstmitleid zu triefen. Danke für diesen außerordentlichen Lesegenuss! Freue mich auf weitere

    LG
    chilly
    Ein neues Leben kann man nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag.

    Das Lied meiner Gunst
    Befreite Dämonen
    Der Beginn
    Zukunftsbooterbauer

  5. #5
    Registriert seit
    Jan 2005
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    ich danke euch auch fuer die positive aufnahme meines gedichtes.

    lg
    mathias kernbusch
    © Mathias Kernbusch

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