Thema: tiefe Fluten

  1. #1
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    Du bist wie Glitzerengelsstaub,
    so grad mal eben unbedacht,
    ganz zart wie rotes Herbsteslaub,
    die Welt so fröhlich bunt gemacht.

    Bist unerreichbar fern und weit,
    ich schau Dir ständig hinterher,
    und denke mir von Zeit zu Zeit,
    erreich dich diesseits nimmermehr.

    Es ist das Blau in Deinen Augen,
    es zerrt am Herz und läßt es bluten.
    Es ist das Blau, es läßt mich glauben,
    und nimmt Dich mit in tiefen Fluten.
    Es gibt keinen Kompromiss zwischen ehrlich sein und lügen -
    auch wenn´s noch so einfach ausschaut und wenn´s noch so üblich ist.
    (Wolfgang Ambros)

  2. #2
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    Sehr bescheidene Liebeslyrik ohne Pomp und Pathos... gefällt mir ausgesprochen gut.

    Einige Formulierungen abstrahieren recht passend das Gefühl des Verliebt seins: "die Welt so fröhlich bunt gemacht". Ein Mensch besitzt tatsächlich die Fähigkeit, die ganze Welt in seinem eigenen Glanz erstrahlen zu lassen, wenn man für ihn Liebe empfindet. Hier erkennt sich mit Sicherheit so mancher Leser wieder.

    Allein mit der letzten Strophe will ich nicht so ganz warm werden. "Das Blau in deinen Augen" ist ein hübsches Bild, wenn auch ein wenig klischeehaft. Letzteres relativiert sich aber durch das "lässt mich glauben" - auch ein Gefühl, wie es ein jeder Verliebter kennen wird. Aber das mit den "Fluten" im letzten Vers driftet mir doch ein wenig zu sehr in oberflächliche Metaphorik ab.

    Alles in allem gelungen, wahr und vom Sprachgebrauch sehr schön.
    Ein Mensch schaut in der Straßenbahn
    der Reihe nach die Menschen an.
    Jäh ist er zum Verzicht bereit
    auf jede Art Unsterblichkeit.
    Eugen Roth

  3. #3
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    Hi Pink Grapefruit,

    ja danke für deine Kritik. Freut mich, dass dir das Gedicht gefällt.

    Will nurmal kurz das "Blau" und die "Tiefen Fluten" erklären:
    Die blauen Augen haben mich fasziniert und sie lassen mich glauben, dass wir irgendwann mal zusammenkommen aber gleichzeitig steht das Blau der Augen auch für die "tiefen Fluten", die ihn gleich wieder mitreißen, denn es ist aussichtslos - ich werde ihn nicht wiedersehen.
    Vielleicht erklärt das die etwas "oberflächliche" Beschreibung der Situation.

    Wünsch Dir nen schönen Tag.
    Ahoi, Anschi

    Es gibt keinen Kompromiss zwischen ehrlich sein und lügen -
    auch wenn´s noch so einfach ausschaut und wenn´s noch so üblich ist.
    (Wolfgang Ambros)

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