Ein Rabe taucht schreiend in die Nacht
Ein Krächzen aus Wut und Flehen
„Sieh mich an, mein Geheimnis erwacht“
Doch ich kann den Raben nicht sehen

Der Rabe fliegt über schwarze Felder
Wartet ab in der Dunkelheit
Hastet weiter über träumende Wälder
Lechzend, suchend nach Leid

Der Rabe findet des Traumes Lücke
Zieht Gedanken nun himmelwärts
Reißt aus der Hoffnung sich Stücke
Drückt so hart das weiche Herz

Stiche und Stiche, wieder und wieder
löschen das Leuchten, das mich stützt
Läuft warm übers Gesicht hernieder
Nur Schock den blutenden Körper schützt

Als heiseres Krähen sein Urteil spricht
Bitterer Kupfergeschmack bleibt bestehen
Am Ende des Tunnels war noch nie Licht
Der Rabe raunt „Du kannst es nicht sehen“

Trotz Mondschein so finster – Erschrecken
Noch dämmt dunkles Federkleid das Verstehen
Waren einst Ziele viel, den Sinn zu entdecken
Warum nur kann ich nichts sehen

Höre rasende trippelnde Schritte kommen
Spür tastende Krallen, weiches Gefieder
In leeren Höhlen das Blut geronnnen
Zerhackt sind meine Augen und Lider.



Martin