Sehr gefragte Person

Bekam ich doch neulich ´nen seltsamen Brief,
der Postbote brachte ihn, als ich grad schlief.
Und darin, so hieß es dann „Sehr werter Herr,
Sie werden sich freuen und das sicher sehr;
wir haben ein sehr tolles Angebot,
ach lehnen Sie´s nicht ab und sein kein Idiot,
von Hunderten, Tausenden von klugen Leuten
wollen wir´s Ihnen nur unterbreiten.“
Ich jubelte laut, ich nur einzig allein
Soll tatsächlich wirklich der Glückliche sein.
Sie schreiben, so etwas hätt´s doch wohl im Leben
Noch niemals auf dieser Welt jemals gegeben.
Und wenn ich sofort noch damit beginne,
gäb´s außerdem auch noch die Extragewinne.
Auch habe man für mich noch nette Geschenke
und davon noch mehr als ich jemals wohl denke.
Damit ich nicht allzulang auf mein Glück warte,
da habe ich beiliegend noch eine Karte,
die solle ich schneller als schnell unterschreiben,
sie schreiben, „Ach lassen Sie es nur nicht bleiben,
am besten Sie schreiben noch ganz blitzeschnelle,
am besten noch Knall und Fall auf der Stelle.“
Sie würden dann auch sofort reagieren,
ich könne schon morgen davon profitieren.
Ich hand´le sofort und nehme die Karte,
doch ehe ich dann mit der Unterschrift starte,
da läutet auf einmal das Telefon
mit schrillem durchdringendem Klingelton.
Es säuselt gar freundlich ein weibliches Wesen,
sie könne grad auf ihrem Monitor lesen,
es hätt ´der Computer mich ausgewählt
von vielen tausend Menschen auf dieser Welt.
Sie sagte auch „lieber und sehr werter Herr,
ich freue mich ehrlichfür Sie, bitte sehr.
Ich wollte ein Angebot Ihn´n unterbreiten,
das Angebot mach ich nur wenigen Leuten...“
Dich ich hauche nur in die Muschel ´nen Kuss
und mache sofort mit dem Telefon Schluss.
Wo waren nur meine Gedanken geblieben?
Hatt´ich nicht irgendwo was unterschreiben?