An die Jüngere


Ewig fällt Dein Blick zurück
auf das, was nie verloren war
Und Du wähnst Dich fern dem Glück
Kämpfst alleine - immerdar

Vielmals raunten Nornen schrill
legtest Deine Hände nieder
spannen Fäden leis' und still
Indes Du hofftest - wieder

Während Du noch zeichnest seinen Schatten
gegen jede Wand
Leg ich, wider meines Wesens, Schild und
Schwert in Deine Hand

Des Schicksals Zweitbesetzung
ward Euer Streben einst genannt
Du legtest ab Verkleidung
Deine Zweifel war'n gebannt.

Flüchtig war der Augenblick
und Du nahmst Kraft und gabst zugleich
Doch es sei nicht Dein Geschick
glaubtest Du und wurdest weich

Erkenne wieder wie dereinst lohnend
widerstrebend sein
Geh nun, Kind, und setze an die Stelle
- als Du schwiegst - ein Nein.




[Geändert durch gott (thanks admin) am 22-06-2005 um 07:08]